Saures

So, heute kommen wie versprochen – reichlich zu spät – die 7 Sachen vom vergangenen Wochenende… (Danke, Caro, für die Idee mit dem Salzteig – Bild 4)

…und unser kleines aber feines Halloween – hhhhhhuuuuuuhhhhhhh!        

Mit 2 Jahren muss man ja noch kein großes Gruselfest feiern, deshalb wurde nur bei 2 Nachbarn geklingelt, nächstes Jahr werden es dem Alter entsprechend mehr… Freundin Lilly war gerade selber auf „Tour“, aber da kam die große Schwester mit einem Körbchen Süßigkeiten zum Aussuchen: Nono sagte höflich „Danke!“ und griff beherzt den Korb am Henkel, entschied sich aber dann nach Aufklärung des Missverständnisses für „Swai Lutssa“.
Bei den älteren Nachbarn gab es Kekse und einen Schluck Unterwegs-Wein – pardon, es ist Halloween, ich meine natürlich: Bluuuut – für das Mama-„Schpebenst“ (=Gespenst) und den Sasa-Räuber. Der Sasa-Räuber wollte erst gar nicht mitgehen, hat sich dann doch überreden lassen. Aber so ganz ohne Monstermontur ist ja auch langweilig. Also die Kinderschminkfarben raus und hoch den Stift. Von mir gab’s einen Zwirbelpiratenbart und von Nona („Nono auch Sasa malen!“) noch eine rote Schramme aus der letzten Schlacht… Der in letzter Sekunde gebastelte Dracula-Kochlöffel durfte natürlich auch nicht fehlen, nur sind ihm leider schon beim ersten Einsatz die (Wackel-)Augen rausgefallen ^^ Das Lernen des Librettos zu Halloween gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht. Den Zungenbrecher „süßessonstgibtssaures“ habe ich ein bisschen vereinfacht und erklärte Nona nun, was sie sagen soll, wenn sie geklingelt hat: „Sag mal Süßes oder Saures!“
Nona: „Saures.“
Ich: „Nein. Sag mal das Ganze: Süßes oder Saures“
Nona: „Saures.“

Gestern Morgen fuhr neben uns ein Auto mit Michelin-Werbung drauf. Was sagt Nona, passend zu Halloween? „Oh, ein Schpebenst, Mama!“

Die Kinder aus meiner musikalischen Früherziehung haben (zum Glück) den Hintergrund des Süßes-oder-Saures-Spruchs noch nicht verstanden. Sie erklärten mir diese Woche, dass man klingelt und dann geben einem die Leute entweder Süßes oder Saures, also Gummibärchen, Bonbons oder saure Schlangen, etc. Von Klopapier-mit-Zahnpasta-am-Briefkasten-festkleben (wer war das, bitte?!) hatten sie scheinbar noch nichts gehört und bevor ihr fragt, ich habe ihnen das auch nicht erklärt. Schließlich wohnen alle in der näheren Umgebung und werden auch mal größer 🙂
Ich habe gefragt, ob sie denn auch Kostüme angezogen haben. Viele ja, wenige nicht. Meine Puppe Lucy hat sich in der Geschichte als Hexe verkleidet, ihr Kumpel Benjamin als Gespenst. Und Cousin Nick war noch auf Ideensuche für ein Kostüm.
Kreative Vorschläge kamen von „meinen“ Kindern genug:
Vampir, Skelett, Teufel, Fledermaus, Katze, Kürbis, Spiderman, Bob der Baumeister, Marienkäfer und eins der 7 Geißlein.

Mit den vielen Kindernamen habe ich immernoch Schwierigkeiten. Am Peinlichsten ist es, wenn sich zu Beginn der Stunde jeder nochmal schnell vorstellen soll, ich die Namen wiederhole und sie akustisch nicht richtig verstehe, d.h. auch nicht korrekt wiederholen kann.
Aber wer kann auch ahnen, dass „Itzi“ und „Demmi“ in Wirklichkeit Jessie und Jeremy heißen?!
Ein Mädchen stellte sich mal vor als „leMarie“, das „le“ aber nicht mit langem „eee“, sondern klanglich so wie der bestimmte männliche Artikel im Französischen. Le soleil, le voyage, le petit déjeuner – der Sonne, der Reise und der Frühstück, soviel ist hängengeblieben aus der Schulzeit. Ich wiederholte „le Marie?!“, sie nickte zufrieden. Die Stunde begann und mein Kopf rätselte weiter. Wenn schon mit Artikel, warum dann der männliche? Irgendwann, wir saßen im Kreis, streckte sie ihre Füße aus und ich konnte ihre Schuhe von unten sehen. Vielen Dank, liebe Mama von l.M., dass du sie – die Schuhe, nicht das Kind – beschriftet hast. Dort stand in großen, dicken Lettern „LYNN“.

Ihr erinnert euch an meine Großen aus der Grundschule? Die Oma eines Schülers mit Migrationshintergrund wohnt so weit weg, dass sie „voll lange, 15 Stunden oder so“ mit der Autobahn fahren müssen, wenn sie sie besuchen wollen. Auf meine Bemerkung, dass sie dann sicher nicht in Deutschland wohne, entgegnete er, sie wohne nicht im Land, nur in so einem kleinen Dorf.
Diese Woche fragte ich, ob sie die Oma inzwischen besucht hätten. Er verneinte und erklärte nochmals, dass sie ja weit weg wohne, was sein bester Kumpel kommentierte mit: „Ey, du Oschi, die wohnt in Spandau!!“
Selten so gelacht ^^

Stolz erzählte mir Mr.Oma-Spandau (3.Klasse) später, er bekomme ein iPhone zu Weihnachten. Naja, dann muss er nicht mehr warten, bis seine handgeschriebenen Briefe nach wochenlanger Odyssee mit der Post seine Oma erreichen, sondern kann schnell und komfortabel ne SMS nach Spandau schicken…

In besagter Grundschule hat nach den Oktoberferien wieder mein Grundkurs für Tasteninstrumente angefangen. Viele willige Erstklässler (nein, sorry, Saft– SaPh-Klässler) samt aufgeregter Muttis stehen um halb 2 vor der Tür und warten auf Einlass. Einige Mamas bringen Sack und Pack, Hunde, Schildkröten, Lenkroller und kleinere Geschwister mit. Das Phänomen Mamas-haben-acht-Arme dürfte euch ja bekannt sein. Ist einfach so. Nun stand da also so eine Tintenfisch-Mutter und redete auf ihr Saft-Kind ein, warum es seine Heftmappe nicht benutzt und das Rechnenheft schon Eselsohren hat…In der Zwischenzeit hatte das 1-jährige Geschwisterkind die Chance genutzt und sich langsam und noch ein bisschen wacklig in Richtung groooßer schweeerer Schultreppenflurtür aus dem Staub gemacht. Gerade noch rechtzeitig bemerkte Mama den Schwund und rief über den Gang: „Kimbaaly, komm weg von die Tüür!!“
Auuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuaaaaaaaaaaaaaaaaaa.

Kurze Zeit später war am Ende des Ganges der Schulleiter zu sehen. Saftkind sagte: „Guck mal, Mama, da ist der Hausmeister.“
Ups ^^

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

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