von schwarzen Keksen und bunten Kerzen

Diese Woche gibt es leider keine 7 Sachen vom Wochenende, wir haben nämlich nur sehr wenig bis nichts gemacht. Ich habe das Gefühl, einer von uns Dreien kränkelt immer. Am Wochenende war ich’s, diese Woche ist es das Nonchen…
Den ersten Advent, den ich bei bis zu 11 Grad PLUS (will mich nicht beschweren!) nicht wirklich als solchen wahrgenommen habe, haben wir trotzdem ein bisschen zelebriert. Das Plätzchenbacken war eine kleine Katastrophe, deshalb gibt’s nur Vorher-Bilder. Ich gehöre einfach nicht in die Küche. Als letztens sogar das Eierkochen schief ging (zu wenig Wasser!), schenkte mir Stephan einen Eierkocher. Ungemein praktisch und wirklich idiotensicher. Aber ich glaube, ich bin der einzige Mensch auf der ganzen Welt, bei dem das Ding seine Daseinsberechtigung hat… Beim Teigrollen war noch alles gut, beim Ausstechen auch. Die ersten Monde, Sternschnuppen, Herzen und Notenschlüssel landeten auf dem Backblech. Auf dem Tisch ein Haufen Mehl und Teigreste, die wir zu einem neuen Haufen manschten, um nochmal ausstechen zu können. Von meinem chemischen Unverständnis (sorry, Kaja) habe ich ja schon mal erzählt, demzufolge kannte ich den Effekt von Mehl auf Teig nicht und wunderte mich also sehr, dass er – der Teig – immer krümliger wurde und ein Ausstechen unmöglich schien. Immer brach der Ente der Kopf und dem Stern die Schnuppe ab. Die folgenden Engel, Lokomotiven, Noten und Rentiere (ja, Formen haben wir zu genüge) wurden also etwas dicker als die aus der ersten Stech-Runde. Irgendwie haben wir sie dann also alle auf das Backblech gebracht und vor dem heißen Ofen gewartet…Nach den empfohlenen 8 Minuten Backzeit waren die ersten Plätzchen zart gebräunt und die zweiten dem Aussehen nach noch roher Teig. Also weitere 4 Minuten gewartet. Auf ein Mal ging alles ganz schnell. Die Dicken sahen nun goldig-lecker aus, die Dünnen waren plötzlich dunkelbraun und steinhart, dass wir sie locker als Weihnachtsbaumfiguren hätten benutzen können. Als Krönung des Ganzen kam der Papa nach Hause, guckte auf das Backblech und sagte: „Oh, schön! Schokokekse und normale!“

Aber ich kann das erklären… Wenn früher, ganz früher in den 90ern ^^, gebacken wurde, dann verlor ich schnell die Lust, weil es mir a) entweder nicht schnell genug ging oder ich es b) nicht so lecker fand, wenn die Finger schmadderig waren. Ich schleppte dann mein kleines Keyboard an, stöpselte mich in den Strom und spielte Weihnachtslieder als musikalische Untermalung für die Backenden…
Der Satz: „Soll ich lieber spielen?“ begleitet mich schon ein Leben lang und sorgt bis heute für Gelächter bei den Anwesenden.

Apropos „lieber spielen“ – am Montag fand unser Jahresabschlusskonzert statt. Viele Wochen fließenden Übungsschweißes fanden ihren Höhepunkt in einem rundherum gelungenen, erfolgreichen Konzert mit glücklichen Kindern und zufriedenen Eltern.
Das Highlight meines Schülerorchesters „VIVAccordia“ war die Filmmusik zum Fluch der Karibik, die wir zum ersten Mal öffentlich aufgeführt haben. Was haben wir mit Captain Jack Sparrow gelitten, geflucht, gelacht und geweint. Aber es hat sich wirklich gelohnt! Der Tontechniker fragte beim Soundcheck, ob wir „Nebel des Grauens“ spielen wegen der Nebelmaschine. Aufgrund der nicht sehr umwerfenden Generalprobe ein paar Tage vorher, sagte ich: „Ja, mal sehen, ob es heute Nebel des Grauens oder doch Fluch der Karibik wird…“ Aber es war glücklicherweise doch der Fluch, und was für einer… (unten rechts)

Auf dem ersten Bild sieht man den Entstehungsprozess des Kerzen-Bildes. Ein toller Effekt, ganz ohne Bügeleisen und Wachsmalstifte.
Wir haben Acrylfarbe in Tuben auf eine Hälfte eines vorgefalteten Blattes gekleckert, dann das Blatt zusammengeklappt und mit den Händen rübergewischt. Danach klappt man das wieder auf und lässt es ein paar Stunden trocknen.
Aus den getrockneten Bildern schneidet man eine Kerzenform aus und klebt diese und die Flamme aus gelbem und orangem Tonpapier auf ein Extrablatt. Wir haben das Ganze noch gepimpt mit silbernem Glitter.
Fionas kleine Glöckchen-Schneekugel hat den Sturz von der 30cm hohen Couch auf den Teppich (!) leider nicht überlebt, also hieß das Motto „Do it yourself“, denn am Sonntag kommt man ganz schlecht an eine neue Schneekugel ran. Kurzerhand wurde ein sauberes Marmeladenglas umfunktioniert, die Figur aus der alten Kugel am Deckel angeklebt, Wasser und Glitter rein, zumachen, schütteln, fertig. Den Deckelrand sollte man ebenfalls mit Sekundenkleber am Glas befestigen. Wenn der kleine Schüttler nämlich mal den Bogen raus hat, wie man einen Schraubverschluss öffnet, werden nicht nur euer Nachwuchs, sondern auch Mama und Papa glitzrig staunen, wie viel Wasser in so ein Glas passt und wie hoch die Saugfähigkeit des neuen weißen Teppiches ist…
Meine liebe Nona, die eigentlich sehr traurig über den Verlust der Schneekugel war, belohnte meine Do-it-yourself-Bemühungen mit den Worten: „Dis is der schönste Schnee!“ beim Schütteln der neuen „Kugel“ 🙂

Das kränkelnde Nono-Kind wollte letztens Orangensaft zum Frühstück trinken. Weil mir der aber zu scharf für den kratzigen Hals schien, verdünnte ich ihr den Saft mit Wasser, mit ungeahnten Folgen:
„Hier, bitte, Nono.“
(trinkt)
„Dis is nich Saft! Dis is Wasser!“
(Sekunden später)
„Dis kann nich waaa sein!!!“

Auf dem iPhone kennt sie sich ja besser aus als viele erwachsene Apfel-Nutzer. Sie weiß genau, in welchem Ordner ihre Spiele sind und sucht sich gezielt das Tier-Memory, das Safari-Puzzle oder das Buchstabieren-Spiel aus. Mittlerweile kommentiert sie den unfreiwilligen Besuch im App-Store, um gebührenpflichtige Zusatzfunktionen zu bestellen (was glücklicherweise ohne Passwort nicht funktioniert), schon selbst mit: „Nich einkaufen!“ Letztens kam sie an und sagte mit gerunzelter Stirn ganz entrüstet: „Mein Handy schüttelt!“
Ich dachte, sie meint den Vibrationsalarm, guckte rauf und musste lachen, denn es schüttelte tatsächlich. Wenn man Apps löschen will, muss man sie lange antippen, dann beginnen sie mit einem kleinen Entfernen-Kreuzchen zu wackeln und genau das taten sie. Schütteln, eben!

Nach Nonas letztem Vollbad holte ich nach dem Abtrocknen das Puder für die empfindlichen Kinder-Fältchen in den Achselhöhlen. Staunend beobachtete Nona diesen Vorgang und kommentierte ihn mit den Worten: „Oooh, Zucker!“

Meine Kindergartenkinder staunten letzte Woche über ein Instrument namens „Rainmaker“, ein ca. 25cm langes Kaktusrohr mit nach innen gerichteten Dornen. Dieses Rohr wird mit kleinen Kieseln gefüllt und an beiden Enden verschlossen. Dreht man das Rohr nun um, fallen die Kiesel von einem Stachel zum nächsten und es klingt tatsächlich wie ein kleiner Regenschauer. Ein besonders fasziniertes Kindergesicht fragte mich, ob ich den Regen gesammelt und da rein gemacht habe. Sehr süß!
Wenn jedes Kind den Rainmaker ein Mal umdrehen darf, um Niesel- bzw. Platzregen zu erzeugen, weise ich schon vorbeugend darauf hin, dass das Instrument VOR dem Körper vorsichtig gedreht wird, ohne es dem Nachbarn an den Kopf zu schlagen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste; leider schaut die im Kindergarten höchst selten vorbei. Es passierte also trotz Warnung oft genug, dass der Eine dem Anderen mit einer ruckartigen Bewegung den Regen an den Kopf donnerte (haha, was für ein Wortspiel). Ein besonders aufmerksames Kind sagte zu einem stürmischen: „Pass auf! Sonst haust du Lena den Kopf ab!“
Schlecht ist, wenn der Musiklehrer in so einer Situation laut zu lachen beginnt ^^
Also, wenn irgendwo mal Köpfe rollen, dann ist mein mallorquinischer Rainmaker mit hoher Wahrscheinlichkeit das Corpus Delicti…

Zum Thema „Köpfe rollen“ fällt mir ein Cartoon ein.
Der Weihnachtsmann sitzt am Computer und liest bei FB einen Post von
Rudolph: „The sleigh would be a lot more fun to pull if the driver didn’t weigh 700lbs“
— Prancer, Vixen, Comet and 5 others like this —
Blitzen: „He weighs only 700 pounds?“
Cupid: „LOL!“
Dasher: „Seriously! How about that practice run yesterday? He’s all „I’m tired of these sluggish take-offs.“ Well, I’m tired of hauling a hippo!“
Denkblase bei Santa Claus: „Heads will roll.“

„Weißt du, Vivien, als ich heute in den Kindergarten gekommen bin, war schon Nacht!“

„Meine Mama hat gestern angefangen zu arbeiten und heute möchte sie nicht mehr hingehen.“

„Was fressen denn Enten?“
„Eier.“

„Enten fressen auch kleine Tiere, die so am Boden kriechen“ (mache mit Finger vor)
Kind: „Ach, ich weiß, eine Spinne!“

„Um die Enten wieder anzulocken, holt Nick ein kleines Säckchen. Was meint ihr, was da drin ist?“
„Spielzeug…?“

„Nono, halt mal deinen Hasi fest.“
„Deht nich, ich hab die Hände voll!“

„Nona, wollen wir zu REWE einkaufen fahren?“
„Ja! Super Idee!“

Ich hole sie vom KiGa ab. Sie begrüßt mich mit: „Na du Hosensseisser“ ^^

Advertisements

Gruscht

Ja, ist denn heut‘ scho Weihnachten?
Nein, noch nicht, obwohl ich in der Kita herzlich empfangen worden bin mit den Worten: „Frohe Weihnachten!“
Ich: „Aber es ist doch noch gar nicht Weihnachten!“
Kind: „Doch. Da steht doch der Weihnachtsmann!!!“
Tatsächlich gucken seit dieser Woche nicht mehr nur die Autos (der war übrigens diese Woche krank ^^), sondern auch ein gebastelter, ein bisschen unförmiger Weihnachtsmann bei meinem Unterricht zu (leider ohne Foto).
Das Krokodil sitzt da mit irreparabler Maulsperre. In einer überraschenden Freistunde und damit einem unbeobachteten Moment habe ich nämlich versucht, mit dem Kroko-Doc zu spielen, was leider nicht möglich war, weil ihm ein paar Backenzähne fehlen und sich dadurch kein Zahn mehr runterdrücken lässt. Schade!

Bei der Arbeit mit Kindern passiert das Meiste unterhalb der Augenhöhe, d.h., wenn ich nicht gerade sitze, sind Kopf und Blick nach unten gerichtet. Da treten ganz neue Hindernisse auf, die ein „normaler“ Erwachsener kommen sieht. Ich nicht.

Der schaukelnde Clown ist ja an sich ein wunderschönes Dekoelement, nur ist die Tatsache, dass sich Kinder von herabbaumelnden Dingen wie magisch angezogen fühlen und diese um jeden Preis anschubsen müssen, für eine gelungene Musikstunde nicht gerade förderlich. Will sagen: zweite Amtshandlung nach Betreten des Unterrichtsraumes und Verbarrikadieren des Bällebads ist das Hochhängen der Clownsbeine. Nun sitzt er eben ein bisschen ungemütlich und die Einzige, die sich wegen fehlender Baumelbeine den Kopf an der Schaukel stößt, bin ich.

Eine Gruppe kam gestern zur Tür rein und wie ich dabei noch überlegte, ob das eine arme Mädchen Neurodermitis im Gesicht hat oder was das für ein Ausschlag ist, stellte ich fest, dass alle Kinder so aussahen. Großflächige, tiefrosa Hautpartien über Nase, Mund und Augen. Schickten Sie mir neuerdings auch die Quarantänestation?! Ich fragte vorsichtig bei der Erzieherin nach und erhielt auch prompt Antwort, allerdings mit unüberhörbar saurem Unterton in Richtung der Kinder: „Sie haben sich selbst geschminkt….“ Oha! Einen Moment mal nicht aufgepasst, schon hat man ne Gruppe kriegsbemalter Prinzessinnen dazustehen. Eieiei.
Stellt euch vor, im Bauernhaus von Lucys Opa werden die Kinder nachts wach und hören ein seltsames Geräusch. Während ich die neue Lucy-Geschichte vorlese, sind – je nach Alter der Kinder – anhaltende Störgeräusche wahrnehmbar. Je jünger die Kinder, desto stört. Ob leises Quatschen, Weinen, Schubsen, Rascheln oder einfach das permanent Rumgruschteln, weil man nicht stillsitzen kann. (für Nicht-Württemberger: „gruschteln“ ist eine Vokabel, die ich in meiner süddeutschen Zeit aufgegabelt habe und die in den festen Wortschatz übergegangen ist. Sogar ein App-Ordner auf meinem iPhone heißt „Gruscht“. Gruschteln ist ein herrliches Wort, ja, fast lautmalerisch für die Tätigkeit, die es beschreibt: vielleicht eine Mischung aus kramen, wühlen, stöbern und Unordnung machen. Lieblingsbeschäftigung von Flohmarktfans.) Jedenfalls hörte das Gruschteln augenblicklich auf, als ich anfing zu flüstern: „Lucy, Lucy, psst, hörst du auch dieses komische Geräusch? Tak Tak Tak“ Montag riefen alle Kinder: „Öööh, leicht, das ist eine Uhr!!“ „Nein, keine Uhr.“
Seit Dienstag stelle ich das „komische Geräusch“ als Schnalzen mit der Zunge vor, ohne Tak. Und von da an folgen mir aufmerksame Ohren für die restlichen 20sek Geschichte, bis sich rausstellt, dass der Regen durch das Loch im Dach in einen Eimer fällt. Stundenziel: jedes Kind kann schnalzen lernen. Nein, Quatsch. Aber das versuchen alle, obwohl ihr Mund abgeschlossen ist, wenn ich vorlese.
Ich fragte, wie das Loch ins Dach kommt. Ein Mädchen erklärte mir aufgeregt, dass da „ein Donnerschlag eingebrochen“ sei!
Muss wohl.
Unsere gebastelten Laternen aus der letzten Woche, also kleine Pappringe mit Schnur und ca. 10 rundherum angeklebten, bunten Papierstreifen, kamen auch diese Woche wieder zum Einsatz bei der Wiederholung des Martinsumzuges. Um die Kinder zu beschäftigen, während ich langsam und vorsichtig die bunten Laternchen ohne Streifenverlust zu verteilen versuchte, bat ich sie, die Papierstreifen zu zählen. Gar nicht so leicht, wenn es rundherum geht. Von 2 bis 30 Streifen war laut Kindern alles vertreten. Aber den Schuh zieh ich mir nicht an, das Prinzip „nach 1 kommt 2, nach 2 kommt 3, etc“ überlasse ich dem jungen, motivierten „Rechnen“-Lehrer, der die nächste 1.Klasse kriegt 🙂
Ich hingegen habe nur grinsend über sagenhafte 30 Streifen gestaunt und darüber, dass seine Laterne nicht zu schwer zum Hochhalten war…
Gestern kamen wiegesagt die Geschminkten, heute hatte ich eine Gruppe, die bis auf 2 Ausnahmen, mit Entenfüßen kam, also die Schuhe verkehrt herum an. Da sieht man den aktuellen Erziehungsschwerpunkt der jeweiligen Gruppe. Gestern war’s wohl „Wir lernen malen“ und heute „wir lernen Schuhe anziehen“…
Wegen akuten Krankenstandes sowohl bei Erziehern als auch bei Kindern wurden 2 Gruppen zusammengelegt, so dass ich heute ein bisschen später anfangen konnte, weil ich gestern früh schon 2 Grüppchen mit einer Klappe geschlagen hatte, sozusagen.

Nun brachte mir diese halbe Stunde länger schlafen aber keine große Erleichterung, denn wenn man so auf eine bestimmte zeit gepolt ist, dann kann man genau sagen, wenn man eine oder zwei Minuten im Verzug ist. Wenn wir 7.38 Uhr noch nicht am Frühstückstisch, sondern noch auf dem Topf sitzen (wir?! sie!), dann müssen wir uns später ein bisschen mehr beeilen, etc. Heute passierte nun alles 30min später und da mein Zeitgefühl dadurch völlig auf der Strecke geblieben ist, erwischte ich mich ständig beim „Umrechnen“. Um 8.15 rechnete ich eine halbe Stunde zurück, um zu wissen, ob wir mit dem Frühstück gut in der Zeit lagen oder nicht. Aha, eigentlich erst 7.45 – wunderbar, alles gut. Diese ganze Rechnerei und der leichte, dadurch hervorgerufene, Stressgrad waren unangenehmer, als einfach wie immer um 7 aufzustehen ^^
Nona wurde gestern in der Kita gebissen! Sie hat auch gleich gepetzt, wer’s war. Aber selbst wenn sie es nicht gesagt hätte, auf genau den Jungen hätte ich am Ehesten getippt. Bei einer Elternversammlung im August hatte ich ja die Ehre, die anderen Raupeneltern kennenzulernen. Die mit Abstand dümmsten Äußerungen kamen von genau denen. Bei der nächsten Versammlung werde ich sie beißen. Siri, erinnere mich bitte daran.
An meinen Ohren ist schon Winter. Weihnachten kommt in großen Schritten! Am letzten Wochenende unterhielten wir uns im Familienkreis über das Essen am Heiligabend. Zwei verschiedene Traditionen prallen aufeinander: bei meinem Mann, dem Alemannen, gibt es am Heiligabend DAS große Weihnachtsessen, an den Weihnachtstagen die Reste davon. Kein festgelegtes Gericht, aber mehrgängiges Menü. Bei uns, den „Preußen“, gibt es am Heiligabend ein eher unspektakuläres Essen wie Kartoffelsalat und Würstchen, da die große Kalorienschlacht (Ente, Ente, Ente, Rotkohl, Klöße….mmmmmmmmmmmmmmmmhhhhhhhhhhhh) an den Weihnachtsfeiertagen stattfindet.
Und nu? Was tun?

Aufgrund der Tatsache, dass mein Mann nicht auf Salat steht, auch nicht, wenn er aus Kartoffeln gemacht wird, gibt es am Heiligabend auch was zu essen. Nicht, dass es sonst nichts gegeben hätte, aber nun eben „was Handfestes“. Wie wir noch so am Überlegen sind, ob Reh oder Hirsch auf dem Teller landet, kommt plötzlich der Vorschlag „Hase“. Meine Mama sagt: „Hase ist auch Wild“, woraufhin sich Nono ihren Kuschelhasen, den „Liem Hasi“, schnappt und ganz empört ruft:
„Hasi is nich wild!!“

Wenn sie ein Kleid anzieht, sagt sie von sich selbst: „Nono is eine Prepessin!“
Habt ihr für euch und ggf. eure Kinder schon an Weihnachtsoutfits gedacht? Wir noch nicht… wollen noch geshoppt werden ^^

„Nono, singst du für mich mal „Bruder Jakob“?“
„Ja………….. (gesungen) Bruder Japob. Schläft Nonoo?
(gesprochen) Nee schläft nich.
(gesungen) Hörst du nich die Decke. Ding dong.“

Woran merkt man, dass ein Kind evtl. zuviel Fernsehen guckt?
Wenn du nach einem Arbeitstag nach Hause kommst und mit den Worten „Mein RTL“ begrüßt wirst…

Ein bisschen Weihnachtsflair ist nun auch in unsere Wohnung eingezogen. Ich, als der totale Weihnachtsmuffel, bin aufgeregt wie ein kleines Kind, WEIL ein kleines Kind da ist, was mit großen, staunenden Augen jedes zur langweiligen Gewohnheit gewordene Schmücken, Backen und Dekorieren als etwas ganz Besonderes wahrnimmt, diese Begeisterung mit uns teilt und den geheimnisvollen Zauber in die Weihnachtszeit zurückbringt. Danke, Noni *love*

That’s Rudolph: Kinderhände auf Fotokarton abmalen, ausschneiden, „Nasenloch“ für rotes Teelicht lassen – VOILÁ 🙂

7 Sachen

So sah unser letztes Wochenende aus...
Wir haben viel gebastelt und es sind wirklich süße Sachen dabei entstanden (und das mit meinen 2 linken Händen! Da muss man erst Kinder bekommen, um ein Bastler zu werden….Aber ihre leuchtenden Augen, ungefähr so wie die LED-Kerze, beim Wort „BASTELN“ kann man eben mit keinem Geld der Welt bezahlen. Nur mit Wackelaugen, Tonpapier, Wasserfarben und Wattepads ^^)
Für den Pinguin braucht man:
* einen Bogen blaues Tonpapier
* Tonpapierreste in Orange
* 2 Wackelaugen
* weiße und schwarze Farbe (Tuschkasten o. Acryl-/Bastelfarbe)
* Schere, Kleber
* einen Haushaltsschwamm (durchgeschnitten)
2 Wattepads werden mit schwarzer Farbe bemalt und getrocknet, das dritte bleibt weiß. Ein kleines oranges Papierquadrat wird gefaltet und an der offenen Seite wird ein „V“ ausgeschnitten, das macht vielleicht lieber Mama.
Daraus entsteht der Schnabel. 2 kleine orange Papierstreifen werden die Füße des Pinguins.
Der kleine Schwamm wird in die weiße Farbe gedrückt und anschließend mehrfach aufs Papier gestempelt, das sind die Eisblöcke.
Gut trockenen lassen! Wenn die schwarzen Wattepads ebenfalls getrocknet sind, schneidet man eins in der Mitte durch und klebt es als Flügel ein bisschen geöffnet auf den weißen Pinguinwattepadbauch. Der schwarze Wattepadkopf wird mit Wackelaugen und Schnabel beklebt. Füße aufkleben nicht vergessen. FERTIG 🙂 Fiona liebt ihn abgöttisch. Er ziert jetzt, neben Fischen (der gelbe hat nach dem endgültigen Trocknungszusammenziehvorgang starke Ähnlichkeit mit Pacman!) und Marienkäfer ihre Zimmertür und wird bei jedem Vorbeigehen gestreichelt.
Der Marry-Poppins-Bär hängt jetzt an ihrer Zimmerlampe, gedacht als Gegengewicht zum Windspiel aus Mallorca. Klappte leider nicht ganz. Lampe ist immernoch schief, weil Bär zu leicht. Aber er tanzt trotzdem an seinem Schirm und Kind ist glücklich. Die Bäranleitung ist aus dem Internet, aber eher Bastelspaß für Mamas, weil zu kompliziertes Schneiden für die kleinen Kinderhändchen. Aber süß ist er geworden:
Für den „gemeinen“ Musiklehrer sind die 4 Wochen vor den Sommerferien und die 4 Wochen vor Weihnachten die stressigsten im ganzen Jahr. Konzerte wollen geplant und organisiert werden, Titel wollen ausgesucht und erarbeitet werden, Schüler wollen optimal und langfristig darauf vorbereitet werden, Generalproben wollen geprobt werden, Licht- und Tontechniker wollen erklären, welche Sonderwünsche schwierig bis nicht zu realisieren sind (und wir kriegen unseren Nebel beim „Fluch der Karibik“, wartet’s ab!) …
Mein Blog weint, wenn ich nicht regelmäßig schreibe, aber die Vorweihnachtszeit hat entgegen ihres Namens nicht sehr viel ZEIT für alles andere. Mein iPhone-Notizblock läuft über vor Stichworten aus der Früherziehung und aus Nonos Mund, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Heute wird’s leider nix, aber in den nächsten Tagen bestimmt – sorry!

Wo ist das Eis?

Unterhaltungen beim Autofahren:

„Na Schatz, wie war’s heute im Kindergarten?“
– „Besser.“
(ein Überbleibsel aus den Krank-Wochen? „Wie geht’s dir?“ -„besser“)

„Was habt ihr denn heute alles gemacht?“
– „Mmmh…..keine Ahnung.“

„Sag mal: Teufelsgeige“
– „Kannichnich“

„Guck mal, Mama, da steht eine Flasche.“
„Wo steht eine Flasche?!“
„Da oben! Dach!“
„Eine Flasche steht auf dem Dach?!“
„Ja!“
Wir fuhren nicht etwa an Getränke Hoffmann vorbei, sondern an einem Bowlingcenter…

Jedesmal, wenn wir am Biesdorf-Center vorbeifahren (über den Zustand der Leuchtbuchstaben auf dem Center-Dach habe ich ja hier schon mal berichtet. Das „e“ geht nun wieder, dafür hat das „B“ den Geist aufgegeben…) sagt Fiona: „Smeckerling“ oder „Minkerling“, beides Synonyme für das, was aus einer Raupe wird, nachdem sie im „Croissant“ oder wahlweise auf dem „Balkon“ war.
Im Spätsommer macht man sich darüber sicher keine Gedanken. Aber jetzt, wo der nahende Winter morgens unübersehbar auf der Autoscheibe sitzt und abgekratzt werden will, kam mir der Smeckerling doch ein bisschen komisch vor. Bis ich ihn sah.
Er ist bunt, niedlich, ca. 2,50m groß und sitzt auf dem Centerdach zwischen „Biesdorf“ und „Center“, wie eine Art Maskottchen. Das ist mir in den vielen Jahren, in denen es das Center nun schon gibt, noch nie aufgefallen. Witzig ist, dass wir eine ähnliche Situation mit besagtem Center vor gut einem Jahr schon mal hatten. Eines der ersten fionschen Wörter war ja „wauwau“. Auch den sah sie scheinbar jedes Mal beim Vorbeifahren. Anfangs dachte ich mir dabei nichts, schließlich gibt es ja genug Fußgänger mit Hunden. Aber ich konnte beim besten Willen keinen finden. Und der, den Nona sah, schien den lieben langen Tag nichts anderes zu machen, als vor dem Biesdorf Center mit seinem Köter spazieren zu gehen. Egal ob morgens um 8 oder abends um 6 –  immer „wauwau“. Und dann sah ich ihn: eine Art Goofy neben dem Schriftzug „Futternapf“, wie Insider wissen, ein Fachhandel für Tiere und deren Aufbewahrungs-, Festbinde- und Futterutensilien. Und als wäre ihr Mitteilungsbedürfnis mit meiner Feststellung ihres Wauwaus befriedigt, erwähnte sie es fortan nie mehr.
Über das Nonikon, ein Lexikon Nonisch-Deutsch aus der frühen Sprechlernphase, musste ich jetzt doch sehr lachen. Mittlerweile sagt sie so viel, dass ich irgendwann aufgehört habe, neue Wörter aufzunehmen. Vor allem muss man sie jetzt größtenteils nicht mehr übersetzen, sondern wenn sie „Seeanemone“ sagt, meint sie auch „Seeanemone“. Nonikon ist also witzlos geworden.
Aus „Wu“ wurde Wurst, aus „wwwww“ wurde Flugzeug, aus „biebbieb“ Vogel, aus „Bubb“ der Fisch (Mehrzahl Bubbe!), aus „Roooaaaaaar“ der Löwe, „Bumme“ wurde zur Birne, aus „hallo“ Telefon, aus „hui“ die Rutsche, aus „huuu huuu“ wurde das „Schbebenst“ (Gespenst) und aus „ta-taaa“ wurde die Feuerwehr. Aber einige Wörter haben bei der Metamorphose zu spät „hier“ geschrien. Sie existieren nach wie vor in ihrer Grundform. Da hätten wir zum Beispiel die „Bame“ (Banane), den „U-i“ (Pinguin), „Hip-Hop“ (Ketchup – den bezeichnen wir schon selbst als die stotternde Musikrichtung), „Him-Ham“ (Strohhalm), das Adjektiv „doß“ (groß), die Farbe „dün“ (grün), sowie das „Fisschen“ (Fläschchen), den „Wakke“ (vielleicht deutlich als „Quakke“? Frosch…oder auch mal Marcos grünes Auto) und „Bokatz“, den Geburtstag. Der Elefant, den sie früher liebevoll „Goko“ (Endbetonung, wahrscheinlich ein nachempfundenes „Tööröö“?) nannte, ist inzwischen zum Elefanten geworden. Aber noch nicht immer. In bestimmten Zusammenhängen war, ist und bleibt er der Goko, zum Beispiel, wenn sie ihre CD im Auto hören will vom Kikaninchen: „Goko an!“. Da ist der blaue Sendung-mit-der-Maus-Elefant dabei: „Die Welt ist elefantastisch…..“ Wer Kinder hat, kennt das. Und wer keine hat, aber den Spleen, sich freiwillig am frühen Morgen das KiKa-Programm reinzuziehen, kennt’s auch. Aber die Zeiten vom frühen Fernsehgucken sind vorbei, seitdem ich nicht mehr an der Oberschule unterrichte. Jetzt sind wir – wenn Kikaninchen und Elefant durch’s Schlafzimmer springen, gesetz dem Fall, der Fernseher wäre an – schon unterwegs in Richtung Kita… Gestern feierte eine der Raupen ihren 2.Geburtstag. Ich las das morgens am Plan und erzählte es Nona. Die küsste mich im Vorbeigehen, stürmte in den Gruppenraum auf das Bokatz-Kind drauf zu und sagte: „Alles Duute, Lena!“

Sehnlichst herbei gesehnt wird von ihr immer der Dienstag, da haben die „Raupen“ nämlich ihren Sporttermin.
„Nono deht in Toohnraum!“ sagt sie besonders häufig am Montag, auch wenn ich sage, dass Turnraum erst morgen, am Dienstag, dran ist. Ist ihr egal! Nono macht S-port. So! Diese Vorliebe ist entweder ein genetischer „Fehler“ (in den biologischen Erbanlagen ihrer Eltern kommt das nicht vor) oder es „verwächst“ sich noch. Bei uns kam ja die Einsicht auch erst relativ spät mit der Mitgliedschaft bei McFit, dem ich übrigens gestern und vorgestern einen Besuch abgestattet habe…Dafür fielen mir die paar Treppenstufen bis zu unserer Haustür im 1.OG danach unbeschreiblich schwer. Das gibt einen Kater! Low-Carb, bzw. No-Carb, steht seit 1 Woche mal wieder auf der Tagesordnung nach Feststellung einer utopischen Zahl auf der Waage, die mahnend an Ende Schwangerschaft erinnert, nur diesmal ganz sicher ohne Baby.
Zeit, den Kohlehydrathahn zuzudrehen.
Das ist übrigens Strunz, Dr.Strunz, dessen wachsamen, riesigen Augen nicht entgehen würde, wenn der rauchende Kopf vor dem Laptop den Befehl „Süßes sonst gibt’s Denkstopp“ an Beine, Arme und Mund senden und diese in der Exekutive der Aufforderung in Richtung Kühlschrank folgen würden…no chance.

Aber zurück zur Auto-Unterhaltung: sie sagte einen Satz, der mich beim in-die-Kita-fahren bremsen und anhalten ließ, um mich umzudrehen und den Satz vom Rücksitz noch mal zu hören: „Wenn Finia da ist, macht Finia auch S-port.“
Ein Konditionalsatz? Mit 2?! Ich bat sie, den Satz zu wiederholen. Schweigen.
Ich sagte: „Was ist, wenn Finia da ist…?“
Nona: „Sasa fahr’n.“
Okay, war wohl ein konditionaler Ausrutscher im non’schen Sprachgebrauch. Lass dir Zeit, mein Kind. Die Bedingungen kommen schon noch früh genug…
Apropos „okay“: das sagt sie jetzt ganz oft, wenn ich sie um irgendetwas bitte, was sie bereit ist, zu tun. Aber kein so breitgedeutschtes „ohkee“ wie wir, sondern ein spitzes, höfliches „Oukäi“. Sehr niedlich aus dem kleinen Mund!

Meine Kitakinder waren diese Woche verhältnismäßig unspektakulär.
Wir haben Laternenfest „gefeiert“ und kleine Laternen gebastelt. Beim Geschichtevorlesen erzählte ich, was die Oma von Lucy sagte: „…denn nur so könnt ihr am Wettbewerb „Wer hat die schönste Laterne“ teilnehmen…“
Und alle Kinder riefen: „Ich! Ich! Ich! Ich!“ Das klappte in fast jeder Gruppe.
Und ich musste feststellen, dass es unmöglich ist, beim mit-Laterne-im-Kreis-laufen die Laternen hoch zu halten bei „da oben leuchten die Sterne“ und sie runter zu halten bei „und unten leuchten wir“. Keine Chance. Wer es noch geschafft hat, sie hoch zu halten bei den Sternen, der musste spätestens beim Runterhalten unweigerlich stehen bleiben. Wer weiß warum. In den dadurch entstandenen Stau bin aber nur ich reingelaufen, denn alle Kinder blieben ja wie abgesprochen einfach stehen ^^

Um das Halloweenlied mit den bunten Tüchern als Verkleidung zu wiederholen, verteilte ich alle (Tücher, nicht Kinder) auf dem Fußboden mit den Worten: „Wenn ich die Tücher jetzt hinlege, sucht sich bitte jeder EINS aus, aber ohne hauenschubsenschlagentretendrängelnstreitenziehen!“ Nach 19 fast identischen Stunden kam mir das letzte Wort (ja, es ist tatsächlich nur eins, am Stück) so flüssig über die Lippen, dass ich selber lachen musste.
Ein Kind aus der Gruppe der ganz kleinen Mäuse (3-4 J.) rief aufgeregt: „Ich nehm lila!“ und griff rot. Vor der Tücheraktion fragte ich, welches gruslige Fest denn vor ein paar Wochen gefeiert wurde. Von „Wellohien“ über „Laternenfest“ bis „Fasching“ war alles dabei. Erstaunt hat mich nur die Antwort der Kleinsten. Ein Mädchen sagte: „umfall“. Und alle anderen stiegen ein und bestätigten mit ernstem, wichtigem Gesicht: „Ja, umfall war da“. Gut, feiern wir umfall. Aber ohne hauenschubsenschlagentretendrängelnstreitenziehen…
Running Gag in der Stunde war: „Ich hab gepupst“. Plötzlich hatte jeder ein Mal gepupst, zumindest sagten sie das, geruchstechnisch konnte ich zum Glück nichts feststellen. Sie lachten fast die gesamte Stunde immer mal wieder über diesen Schenkelklopfer. Schön, wie leicht Kinder zu erheitern sind. Fiona bestätigt mir auch fast jedes Mal, wenn ich frage, ob sie K*** drin hat, dass sie „nur gepupst“ hat. Glauben kann man das zu 70%.
Auch wenn ich die Kitakinder fast 3 Wochen nach Halloween nun nicht mehr frage, als was sie sich verkleidet haben, erzählen sie es mir jede Woche auf’s Neue. Ein Junge im Vorschulalter war bei der Halloweenstunde krank und musste nun sozusagen das Erzählen nachholen. Es war wieder so eine „le-Marie“-Situation„, ihr erinnert euch? Er sagte, er sei ein „Bauerwenscher“ gewesen.
Ich wiederholte ungläubig: „Ein was?! Bauerwenscher?“
„Ja!“
Ich stieg drauf ein.
„Und was macht ein Bauerwenscher so? Was kann der?“
„Der kämpft und kann alle versiegen. Der hat Superkräfte!“
…und schon flog der Bauerwenscher mit Lichtgeschwindigkeit an mir vorbei in Richtung Bällebad…
(Jemand einen Übersetzungsvorschlag? Bauer = power? Wenscher = adventure? Ergibt alles keinen Sinn…)

An das Bällebad in meinem Unterrichtsraum in der Kita habe ich mich ja mittlerweile gewöhnt. Erste Amtshandlung vor Arbeitsbeginn ist das aus-dem-Weg-schaffen des Selbigen. In der Zwischenzeit ist zu dem großen Bällekäfig noch ein kleinerer Bällepool dazugekommen. Ich habe langsam das Gefühl, die Erzieher machen mit den Kids nichts anderes, wenn ich nicht da bin… Auch das kleine Bad stelle ich an die Seite und verbarrikadiere den Eingang mit Stühlchen und Tischen. Fast vergessen, wurde mir das Bälleparadies diese Woche wieder ins Bewusstsein geholt:
in der Kita gibt es ebenfalls ein Integrationskind. Der war nicht bei mir im Unterricht, sondern kam mitten in eine laufende Stunde mit seinem persönlichen Erzieherkollegen in meinen Raum rein. Ich war mit „meinen“ Kindern gerade eifrig am Laternenbauen, als der Erzieher sagte (wirklich!): „Es stört dich (wir kennen uns nicht!) doch nicht, wenn ich mit Jimmy ins Bällebad gehe, oder?“
Kennt ihr das, wenn man dermaßen überrumpelt von einer Frage ist, deren Antwort so selbstverständlich wie einleuchtend ist, dass man für einen Moment gar nichts sagen kann, weil das Gehirn kurz mal „rew“ und „play“ drückt, um sich zu vergewissern, dass es tatsächlich gehört hat, was es gehört hat?
Für wen der Satz zu lang ist – hier nochmal auf deutsch:
„Uh, ist der doof. Hat er mich das wirklich gerade gefragt?!“ ^^
Nach kurzer Zeit des Zögerns, die Jimmy übrigens schon dafür genutzt hatte, bis zum Eingang des Bades vorzudringen und die ersten Stühle beiseite zu schieben (meine Kinder: „ooooh, wir wollen aaaauuuuuch!!!“), erklärte ich ihm, dass das nicht gehe, weil ich Unterricht habe und dass er doch bitte draußen warten solle. Geknickt und schmollend verließen beide (!) meinen Raum. Hö??

Ich habe in den Weiten des Internets etwas Tolles über Toddler (Kleinkinder) gefunden. Das ist so wahr. Mautes, Nonas Kitaerzieherin, erzählte mir gestern, Fiona sei gerade eine kleine Zicke, die, wenn ihr etwas nicht passt wie z.B. Anziehen, sich so in Rage brüllt, dass sie sich dabei fast übergibt ^^
Hände hoch, oder ich übergebe mich!

1.) If I like it, it’s mine.
2.) If it’s in my hand, it’s mine.
3.) If I can take it from you, it’s mine.
4.) If I had it a little while ago, it’s mine.
5.) If it’s mine, it must NEVER appear to be yours in any way.
6.) If I’m doing or building something, all the pieces are mine.
7.) If it looks just like mine, it is mine.
8.) If I saw it first, it’s mine.
9.) If you are playing with something and you put it down, it automatically becomes mine.
10.) If it’s broken, it’s yours.

Herrlich. Die Hoffnung, dass sich dieses Verhalten wieder ändert, stirbt zuletzt 🙂

„Haben?!“

P.S. Ich bemühe mich, Namen und Daten in der folgenden Anekdote vom gestrigen Abendessen so gut zu veschleiern wie möglich:
in momentaner, kurzzeitiger Ermangelung einer Küche in meinem Elternhaus, bestellten wir bei einem ansässigen Franchise-Unternehmen, das seine Haupteinnahmen mit dem bunten Belegen von runden Teigplatten erzielt. Grünzeug mit Haus-Dressing ist sehr lecker, kostet aber mehr als die kalorienintensive Schichtung von Nudelplatten mit Bolognesesauce. Unverhältnismäßig! Gesund essen und dann auch noch mehr bezahlen… Ladies & Gentlemen: ein Drama in 4 Akten. Vorhang auf!

19.45 Uhr:

„Hallo und herzlich willkommen bei **********, Ihre Telefonnummer bitte?“
„1234567“
„Danke. Was darf’s denn sein?“
(im meinem Hintergrund: „…bla bla bla bla bla und dann hat er bla bla bla…..“,
in seinem Hintergrund: „hallo und herzlich willkommen bei *********, Ihre Telefonnum…..“)
„Äh, 2 Mal den Salat Florida mit Hausdressing…“
……..Stille…….
„…eine Lasagne und….“
„Moment kurz….. *tipp tipp tipp* mit welchem Dressing?“
„Hausdressing“
„Ok. Was noch?“
„Die Salate haben wir, ja?“
„Ja“
„Eine Lasagne, ein Mal Tortelloni und ein Big Vanilla Ice“
„….eine….Lasagne…..die Tortelloni…..und was war’s noch?“
(in meinem Hintergrund: „Analphabet oder was?!“)
„ein Big Vanilla Ice“
„ok, macht 23, 50. Halbe Stunde wird’s dauern. Tschüss.“

„23€ nur? Stimmt das?“
„Na rechne doch mal nach.“
„Neeeiiiinnn. Ich sag die Preise an und ihr rechnet nach.“
„Ok“
Zahlen, Zahlen, Zahlen…..
„Ich komm auf 28,50“
„Dann hat er bestimmt irgendwas vergessen.“
„Na gib’s Telefon her, ich ruf noch mal an.“

19.50 Uhr:

„Hallo und herzlich willkommen bei **********, Ihre Telefonnummer bitte?“
„1234567, wir haben eben bestellt und mal nachgerechnet; 23€ kommt uns ein bisschen wenig vor und deswegen denken wir, dass Sie vielleicht nicht alle Posten erfasst haben….“
„Moment, ich schau mal nach, was der Kollege da gemacht hat…. Lasagne, Tortelloni, Eis und Salat“
„Zwei Salate!“
„Achso, ok, den hat er vergessen. Ist notiert. Danke! Tschüss.“

20.15 Uhr:

das Hoftor wird geöffnet, damit die hungrigen Bäuche nicht umsonst warten, weil der Pizzamann sich nicht reintraut und es vorne keine Klingel gibt.

20.30 Uhr:

„Ob wir ihn nicht hören, wenn wir im Wohnzimmer sitzen und er an der Haustür klingelt?“
„Quatsch. Ich geh mal gucken……keiner da. Langsam kommt’s mir komisch vor…“
„Gib mal das Telefon.“

20.40 Uhr:

„Hallo und herzlich willkommen bei **********, Ihre Telefonnummer bitte?“
„1!2!3!4!5!6!7!, wir haben vor EINER STUNDE bestellt! Gibt es bei Ihnen auch die Regelung, dass, wenn man eine Stunde auf sein Essen wartet, man es nicht bezahlen muss??“
„Moment, ich frag kurz einen Kollegen… *tuschel tuschel rausch rausch* Nein, das gibt es nicht. Aber der Fahrer ist unterwegs, müsste jeden Moment bei Ihnen sein.“
Fiona drückt auf ihr Musikbuch, das bekannte Mozartmelodien im Klingeltonsound von 1999 abspielt.
„Ach, da ist er, es klingelt gerade.“
(im Hintergrund: „Nein, das ist Nonas Buch!“)
„Achso, klingelt doch nicht. Ok, danke. Tschüss.“

20.47:

ein Auto hält vor dem Tor. „Er ist da, er ist da, er ist da!“
Tür auf, Geld in der Hand. Warten. Eine junge Frau überreicht mir eine Plastiktüte mit den Worten:
„Ich hoffe, der Salat ist nicht zu sehr durchgeschüttelt. Ich musste über Kopfsteinpflaster fahren. 28,50€ bitte.“

Drinnen wird sich wild vor Hunger über den Inhalt der Tüte hergemacht.
Lasagne, Tortelloni, Salate, ….
„WO IST DAS EIS?“

20:50 Uhr:

„Hallo und herzlich willkommen bei **********, Ihre Tele….“
„DER NAME ******** WIRD IHNEN WAS SAGEN UND DIE TELEFONNUMMER KENNEN SIE! WIR HABEN VOR ÜBER EINER STUNDE BEI IHNEN BESTELLT, JETZT KOMMT DAS ESSEN ENDLICH UND DAS EIS FEHLT!! DAS IST EINE FRECHHEIT, WIE SIE MIT IHREN KUNDEN UMGEHEN! SORGEN SIE DAFÜR, DASS HIER INNERHALB DER NÄCHSTEN 10 MINUTEN DAS EIS AUF DEM TISCH STEHT!!
tut tut tut“

Steinbutt & Scholle

Das Wochenende ist leider leider mal wieder viel zu schnell vorbei gegangen, die obligatorischen sieben Sachen dürfen natürlich trotzdem nicht fehlen:

Wer eine Bastelanleitung für die Fische möchte – war ein großer, farbiger, klebriger Spaß:
* 3 Wattepads mit unterschiedlichen Wasserfarben bemalen, trocknen lassen
* aus buntem Tonpapier kleine Dreiecke als Schwanzflossen ausschneiden
* aus getrockneten Pads kleine Dreiecke ausschneiden als Mund
* Flossen an Fischpads und Fischpads am Wasser (blauer Tonpapierbogen) ankleben
* Wackelaugen auf die Fischpads kleben (alternativ kleine weiße Vierecke mit einem schwarzen Locherpunkt als Augen)
* aus grünem Transparentpapier Streifen abreißen als Algen, aufkleben, FERTIG 🙂

Jetzt hängen sie an Fionas Kinderzimmertür. Anscheinend ein bisschen zu tief, denn bei jedem Vorbeigehen streichelt sie die Fischlein („Ei, Fisse, ei“), schielt auf die Wackelaugen und reißt in unbeobachteten Momenten auch mal das eine oder andere ab, um dann sagen zu können: „Oh, Mama, ein Auge ist abgegangen! Ankleben wieder?“ Aber stolz wie Bolle verkündet sie ebenfalls bei jedem Vorbeigehen: „Meine Fisse! Hat Nono bebastelt!“
Fische sind bei ihr ja gerade schwer in Mode. Sowohl das Fisch-Buch mit der Taschenlampe, von dem ich schon mal berichtet habe, als auch die gebastelten Fischpads, Fische im Fernsehen, die Forelle („Fohelle“) im Bach bei der Sendung mit der Maus und ihre Hände.
Ihre Hände? Ja, ihre Hände. Wir haben ein sehr spezielles Händewasch-Ritual:
sie sucht sich ihren kleinen blauen Hocker, der die fehlenden Zentimeter ausgleicht, um vernünftig an das Waschbecken ranzukommen und klettert rauf, während Stephan oder ich lauwarmes Wasser ins Waschbecken einlassen. Eine Hand ist die Scholle, die andere der Steinbutt, scheinbar ihre beiden Lieblingsfische. Wer wer ist, wechselt von Zeit zu Zeit. Ist das Becken randvoll, sind die Fische an der Reihe. Springen vom Beckenrand ist ausdrücklich erlaubt, es wird also gehüpft, gerutscht, getanzt, gepanzt (-planscht) etc. Wurden Steinbutt und Scholle zu Wasser gelassen, gibt es Fischseife („Wer kriegt heute die Fischseife? Steinbutt oder Scholle?“ „Hmmm, Ssolle!“) und dann kämpfen beide in der Luft. Sie reiben ihre Köpfe aneinander, verhaken die Flossen ineinander, umarmen und lösen sich dann wieder, um erneut schwimmen zu gehen.
Fazit: Spaß ***, Schweinerei ***, saubere Fisc Hände ***

Am Wochenende waren wir bei dem schönen Wetter spazieren und haben unterwegs versucht, ein bekanntes Kinderspiel zu spielen – Ich sehe was, was du nicht siehst. Als ich etwas Gelbes gesehen habe, hat sie tatsächlich geraten und ist nach einer Weile auch auf das einzig Gelbe weit und breit gestoßen: ein Haus am Ende der Straße. Richtig!! Dann war sie an der Reihe.
„Nono, sag mal: ich sehe was, was du nicht siehst“
Nona: „Baum.“
Ich: Nein. Nicht verraten. Sag mal eine Farbe.
Nona: „Eine Farbe.“
Na gut, lassen wir das vorerst noch ^^

Wieder zu Hause angekommen, kletterte sie auf meinen großen Chefsessel im Arbeitszimmer, den Mund voll Schokolade.
Ich sagte: „Naaa, bist du mein Schokoschatz?“
(der Mund war wirklich, wirklich randvoll)
Sie (kopfschüttelnd): „Pfiona!“
Ein sehr explosiver Laut, den ich hinterher von der Tastatur meines Laptops abkratzen konnte…

Letztens an der Tankstelle, als der Diesel mal wieder für „schmale“ 1,36€ im Angebot und die Autoschlange, anders als beim Vorbeifahren ein paar Stunden zuvor, überschaubar klein war, fuhr ich mit Nono an Bord hinter ein Auto, was gerade zum Losfahren und damit zum Platzmachen an der Zapfsäule angelassen wurde. Nicht auf Warten eingestellt, wunderte ich mich darüber, dass besagtes Auto zwar an aber noch nicht weg war und sagte: „Ey, watt’n nu? Fahr mal!“
Kurz darauf echote es vom Rücksitz: „Öjwatenufaamaa“
Man muss jetzt wirklich aufpassen, was man so loslässt. Nono-Ohren verstehen das „Nein, nicht in den Mund nehmen“ nämlich nur halb so gut, wie ein rausgerutschtes „Maaan, du Penner“ zu Sonntagsfahrern, die sich wochentags im Berufsverkehr tummeln…
Big Nono is hearing you.

Auch glänzt sie mit spontanen Kommentaren wie Freitag Nachmittag ganz deutlich: „Feierabend!“ oder auf dem Weg zum Bezirksamt, einen wichtigen Brief am letzten Tag der Deadline persönlich abgeben, weil er wieder im Briefkasten steckte mit der netten Notiz „es fehlen 0,35€ Porto“: „Keine Panik, Mama!“

Wenn wir zusammen Bücher angucken, also jeden Tag zu Genüge bei Topfsitzungen o.ä., machen wir oft kleine Ratespiele draus.
Die meisten Bücher kennt sie nahezu auswendig und kann mir die Geschichte 1:1 nacherzählen. Entweder wird’s dann ein Lückentext à la „Der kleine Hase ist ….“
„krank!“
„Er hat Fieber und…“
„Nupfen!“

Beim Buch vom Grüffelo-Kind (noch relativ neu) guckt auf einer Seite nur eine rote Schnauze hervor.
Ich sagte: „Wer guckt denn da raus? Ein Fuuu….“
„-gel!“

In meiner musikalischen Früherziehung war heute u.a. wieder die Gruppe mit den ganz Kleinen dran, die sind etwa 3 bis 4 Jahre alt. Ganz normale, aufgeweckte Kinder, ein bisschen quietschig und mit viel Bewegungsdrang, aber das fällt noch unter „normal“. Die etwas ältere Erzieherin, die übrigens immer ganz toll mit „ihren“ Kinder mitsingt und -tanzt, klärte mich vorher darüber auf, dass heute sie, ihre Erzieher-Kollegin und eine Psychologin anwesend wären. Die käme nicht meinetwegen, sondern wegen des Integrationskindes C., um ihn zu beobachten bei der sozialen Interaktion. Das Kuriose ist nun aber, dass ich gefühlt jede Woche – auch ohne Psycho – von den Erziehern darauf hingewiesen werde, dass C. das Integrationskind ist und wir versuchen, ob er an der Musikstunde teilnehmen kann. C. ist ein kleiner Junge, der ab und zu keine Lust zum Singen hat und sich dann ohne Probleme an den Rand setzt und ruhig zuhört. Ein bisschen wie autistisch wirkt er manchmal auf mich, er stört aber nicht und fällt auch anderweitig in keinster Weise unangenehm auf. Bis heute habe ich nicht verstanden, welche Qualitäten/Defizite ein Integrationskind auszeichnen. Da wüsste ich aber andere, die den Titel wirklich verdient hätten!
C. wird in den Stunden regelrecht bevormundet. Er darf viele Aktivitäten von vorn herein nicht mitmachen (wieso?!), denn er ist ja das Integrationskind. Nein, C. spielt nicht mit den Klanghölzern, er ist doch das Integrationskind. Für mich eins der Unwörter des Jahres. Oft genug beziehe ich C. trotzdem mit ein, frage ihn, ob er mitmachen möchte und meistens nickt er schüchtern. Integration heißt doch einbeziehen, oder nicht? Was dort gemacht wird, ist genau das Gegenteil. Andauernd hört er, dass er das sowieso nicht kann oder darf, denn schließlich ist er Integrationskind. Das wird wie ein Stempel aufgedrückt. Wenn er einen Schaden davon trägt, dann davon! Eine Entwicklungsverzögerung, charakteristisch für Integrationskinder, kann ich beim besten Willen nicht feststellen. Besonders beim Ausmalen könnten die Unterschiede nicht größer sein. Der eine malt schön bunt, ganz genau und keinen Millimeter über die Linien, der nächste nimmt einen schwarzen Stift, hält den wie einen Baseballschläger und zieht ihn mit großen, grobmotorischen Bewegungen über das Blatt und darüber hinaus. Alles innerhalb einer Gruppe! Integrationskind C. ist dabei im guten Mittelfeld, wenn er denn malen darf.
Besagte Psychologin war nun also heute da, um C.s Verhalten zu beurteilen. Als ich während des Begrüßungsliedes Gemurmel aus der Psychologen-Erzieher-Ecke hörte, dachte ich noch, es wäre eine kurze Erklärung, was wir machen und wie so eine Stunde abläuft. Aber das Gemurmel wurde nicht weniger. Im Gegenteil! Sangen wir lauter, brubbelten die Psychos ebenfalls lauter. Bei der Bauernhof-Geschichte, vor der ich mit einem seitlichen Blick zu Fr.Dr.Psych die Kinder daran erinnerte, ihre Münder abzuschließen, stiegen sie kurzzeitig auf Flüstern um. Schlagfertigkeit ist das, was einem hinterher einfällt… Geärgert habe ich mich ziemlich, aber in mir denkt’s dann: „Was soll das? Sowas Unhöfliches. Werden die mal bald aufhören?! Die werden doch wohl bald aufhören!“ und dann ist die Stunde vorbei und sie haben nicht aufgehört! Frech! Also wenn jemand mal ne Kopfwäsche und eine Beurteilung durch einen Psychologen nötig hat, dann Frau Doktor herself. Dass manche, besonders solche, einfach nicht wissen, was sich gehört…

Abschließend noch ein paar Eindrücke der letzten Tage:



Seifenspenderkitty ist bei uns eingezogen und haust bis Weihnachten in meinem Schrank. Da wird das Kind jubeln!



Mama Ohrn gucken?

au?



beide krank – letzte Woche…



„Schaali! Hallo Duten Tag!“



die Fisse bebastelt! Hat Nono!



oha. Zusammenhang??
here goes the sun *la la la la*



…am Fenster…



Der Martin, ne?

Fiona und Mama sind mittlerweile beide wieder gesundet (dafür hat die liebe Sasa – meine Mama – jetzt rote Punkte und einen wunden Mund, obwohl das nur 2-6-Jährige bekommen….sollten wir sie mal schätzen lassen!) und konnten gestern beim Martinsumzug der Kita mitlaufen. Meine Freitagsbabymusikkurse hatte ich extra deswegen ausnahmsweise auf Donnerstag verlegt. Bei keiner Mama stellte das ein Problem dar, außer bei den beiden Migrationsmamas mit den verhaltensauffälligen 2-Jährigen, die ich jedes Mal fast rausschmeißen muss, weil
a) die Kinder nichts verstehen
b) die Kinder nichts machen, bzw. nichts von dem, worum ich sie bitte
c) die Kinder mit Klangstäben aus dem Holzglockenspiel Amok laufen auf der Suche nach der nächsten Pauke *BUMM*
d) die Mamas lächelnd daneben sitzen und staunen, was der Nachwuchs schon alles kann…
Beide Mütter hatten ziemlich unfreundlich wissen wollen, wann denn nun ihre Nachholstunde stattfände, schließlich könnten sie am Donnerstag nicht und sie wären ja am Freitag da, nur ich eben nicht. Ich sagte, dass es einen Nachholtermin gebe und ich nicht jedem einen persönlichen anbieten könne. Wer da ist, ist da. Wer nicht, der nicht.
Sie verließen nach der Stunde den Raum ohne Verabschiedung. Die anderen beiden Mütter aus dem zweiten Kurs sagten zu, dass sie beim Nachholtermin schon zur ersten Stunde kommen könnten. Super! Aus 2 mach 1. Einige Teilnehmer standen zwar noch auf meiner Liste, waren aber viele Wochen schon nicht mehr da gewesen. Ich bestellte also alle Übrigen auf 16 Uhr und erwartete einen vollen Kurs mit ca. 8 Kindern und Mamas, statt zwei Halbvolle.
Nona war auch dabei, freute sich schon riesig auf das Singen und sagte beim Treppenerklimmen zum Musikschulegbäude: „Ich geh gern in Miezschule!“ Die wenigen Male, die sie jetzt mit mir mitkommen konnte, scheint sie wie ein Schwamm in sich aufgesogen zu haben. Aus dem Nichts höre ich auf ein Mal aus dem Kinderzimmer eine Melodie: „Hopp hopp hopp, Pferdsen lauf in Lopp. Über Steine über Steine, aber nicht die Beine. Hopp hopp hopp hopp hopp, Pferdsen lauf in Lopp.“
(Videobeweis folgt in Kürze)
Es ist sooo süß und zum Schießen, wenn sie anfängt zu singen und man tatsächlich die Melodie erkennt! Ihre Klassiker sind das oben genannte „Hopp Hopp Hopp“, dann sehr aktuell „Laterne, Laterne“, „Ich bin ein dicker Tanzbär“, „Blätterfall“, „Hoch am Himmel“ und „Händewaschen“. Außerdem noch das „Yummy yummy yummy“ aus der Kinderschokolade-Werbung, wenn der Schokoladenmann für die Milchglasfrau mehr schlecht als recht Karaoke singt…
Ja, jedenfalls kamen wir kurz vor knapp in der Miezschule an (Musste Kind wecken um 15.30 Uhr! Gesunder Mittagsschlaf…) und vor dem Früherziehungsraum stapelten sich schon die Kinder. Ich schrieb mich im Lehrerzimmer ins Schlüsselbuch ein, schnappte den Schlüssel und griff dabei ins Leere. Kein Schlüssel da. Argh! Also mit Nona eine Treppe hoch ins Gewühl, Tür ist bestimmt offen. Rüttel, rüttel, Tür zu. Zurück durch’s Gewühl, schuldigung, sorry, bin gleich wieder da. Mit Nona wieder eine Treppe runter. Zum Glück war wenigstens eine Sekretariatsfrau da. Freitag Nachmittag ist da nämlich immer schon alles zu, der Letzte macht’s Licht aus! Sie gab mir den Ersatzschlüssel. Wir gingen wieder hoch. Nona: „Arm-Arm!“
„Nee, komm, Schatz, die paar Stufen schaffst du jetzt auch noch…“
Wieder durch’s Gedränge. Sorry, schuldigung, ich hab den Schlüssel, gleich könnt ihr rein.
Rüttel, rüttel. Schlüssel passt nicht. „§$%&!“§$%&/?*‘
Wer nimmt mal schnell mein Kind? Ja, ich. (die hilfsbereite Mama erzählte mir hinterher, Nona saß bei ihr auf dem Schoß und hat ihr erklärt, dass sie aus Mamas Bauch gekommen ist…um das mal klarzustellen!) Ok, wieder Treppe runter, diesmal alleine. Schlüssel passt nicht!!!! Sind Sie sicher? Wie kann das sein? Ist doch der Raum?! Dreht und wendet Schlüssel. Er passt nicht, wirklich, Sie können’s mir glauben! Ok, dann gebe ich Ihnen meinen General mit, aber den müssten Sie sofort wieder runter bringen. Treppe hoch, Raum auf, Kinderstau beseitigt, alle drin, meins auch. Schlüssel wieder runter. Treppe wieder hoch.
Hallo, schön, dass ihr so zahlreich erschienen seid!
Mit einer anstrengenden, weil gut besuchten, Stunde habe ich gerechnet. Aber dass ich vor lauter Eltern und Kinder kaum in den großen Raum rein komme, nicht. Erwartungsvoll guckten mich 13 Kinder, 13 Mamas und ein Papa an. Die kleinen Bänke reichten nicht, einige saßen auf dem Teppich. Wer aber direkt auf den Kinderbänken Platz genommen hatte, waren die 2 Damen, die donnerstags nicht können. Komisch. Vielleicht waren ihre Astralkörper nicht da, die physischen konnte ich aber ganz genau erkennen.
Sämtliche Teilnehmer, die jemals in meinem Babykurs registriert waren, waren an diesem Donnerstag da. Nach dem 10. Mal Begrüßungslied konnte auch der eine mitgebrachte Papa die Melodie und brummte konsequent eine Terz daneben das „Hallo und Winke-Winke“ mit. Niedlichkeitsfaktor: hoch! Ich wäre eh dafür, dass Mamas und Papas sich abwechseln und ein Mal eine reine Papa-Kind-Gruppe und dann wieder die (Standard) Mama-Kind-Gruppe kommt. Unter der besserwissenden, singenden, tanzenden, omnipotenten Müttermafia fühlen sich die Väter natürlich nicht so wohl und lassen deswegen den Damen den Vortritt. Schade, liebe Papas!
So, nun aber zurück zum gestrigen Martinsumzug. Um 4 war Treppfunkt (oh, was für ein schöner Verschreiber. Sieht man erst beim 2.Mal. Den lass ich stehen!) im Kitagarten. Ich bin ja generell kein Fan von großen Menschenaufläufen, meide deshalb auch Großveranstaltungen wie Konzerte, Demos, etc. Der beste Platz beim Konzert ist eh auf der Bühne 🙂 Jedenfalls weiß ich nicht genau, was ich mir vorgestellt habe, aber dass der ganze Stadtbezirk am Umzug teilnimmt, sicher nicht. Menschen, Menschen, Menschen, so weit das Auge sah. Dazwischen mein Kind mit seiner tollen, selbstgebastelten Laterne (singend). Es war ar…ktisch kalt. Fiona ließ sich sogar ohne Widerrede ihre kleinen Zahlenhandschuhe anziehen (Finger sind nummeriert). Ich wunderte mich, warum so viele Kinderwägen dabei waren. Okay, kleinere Baby-Geschwister, wahrscheinlich. Die Masse setzte sich träge in Bewegung. Es war unser erster Martinsumzug. Beim letzten (da hätten wir wirklich noch den Wagen gebraucht) war Nona krank. Ganz vorne ritt ein weißer Schimmel mit heiligem Martin. Um mich rum wurde gestaunt: „Oooh ein Pferd“. Nona: „Hopp hopp hopp…..“
Ich wartete auf die Lieder. Laterne, Laterne? Aber es sang nur einer: mein Kind.
Man lief also so mit dem Trott mit, hob heruntergefallene Laternen wieder auf, machte an, machte aus und ein Kind nach dem anderen verkrümelte sich so nach und nach in den dazugehörigen Kinderwagen oder auf Papas Schultern. Auch unsere Laterne machte ein paar Mal einen Abgang. Ich gab ihr den Laternenstab wieder in die Hand und fragte: „Hast du die Laterne?“ Sie antwortete: „Jaha. Ich hab den.“ Den Laterne, der Gerät, sozusagen.
Ganze Generationen von Familien samt Hunden, Katzen und Kanarienvögeln waren bei dem Umzug dabei. Und ich. Mit Nona. „Papa eibeitet noch“, genau. Tatsache ist, dass auf einem schmalen Bürgersteig keine 2 Kinderwägen, ein Hund, eine Mama und ein Nono-Kind nebeneinander passen. Also ließ ich sie dort laufen und ging 2m weiter vorne am Rand, ohne sie aus den Augen zu lassen, natürlich. Schon hörte ich es hinter mir rufen: „Mama! Nicht wegrenn‘!“ Verkehrte Welt, mein Kind?
Der Weg bis zur Kirche, wo Lagerfeuer, Martinsgeschichte und heiße Getränke stattfinden sollten, war eigentlich nicht weit. Mit dem Auto. Zu Fuß in der großen Menge dachte ich, wir laufen die 7km bis nach Hause… Und keine 300m von der Kita entfernt, hörte ich das Kind: „Mama, Nono Kopf!“ „Nein, du bist so schwer. Lauf mal noch ein bisschen, ja?“ „Neeeeeiiiiinnnnn, bitte Kopf. Bitte!“
In dem Moment habe ich mich verflucht, dass ich 1.) keinen Buggy im Auto hatte und 2.) eine gefühlt 10kg-schwere Tasche mit mir rumschleppte, in der sich neben viel unnützem Zeug die gute Spiegelreflexkamera befand. Mit geladenem Akku. Aber ohne Speicherkarte. Ommmmmmm.
Nicht genug, dass ich leere Spiegelreflex und Kind auf Kopf mit mir rumtragen musste, nun auch noch: „Lieber Mama Laterne nehm“.
Als wir im Kirchvorgarten ankamen, ließ ich mit letzter Kraft den Reiter vom Mutterpferd steigen und freute mich auf Glühwein/Punsch/Tee oder irgendetwas anderes Warmes. Es dauerte, bis alle da waren. Nun wurde die Martinsgeschichte erzählt und dargestellt. Beim Anblick des Bettlers im T-Shirt war mir gleich nochmal so kalt. Martin, die eine Martina war, wie ich von Nahem feststellen konnte, stieg von seinem Schimmel („Hopp hopp hopp….“), teilte mit seinem Schwert eindrucksvoll den roten Umhang und gab dem armen Mann eine Hälfte, um ihn zu wärmen. Anschließend verkündete der Sprecher, dass einige Helfer nun Martinshörner verteilen würden, die aber nicht für alle reichen. Man solle mit den um sich herum Stehenden teilen, dann würde es genügen. Ich, als unbeleckter Atheist, der nur zufällig einen Platz in einer ev. Kita bekommen hat, staunte. Martinshorn – so heißt das „Tatü Tata“ der Feuerwehr. Ich sah vor meinem geistigen Auge die Helfer kleine Blasinstrumente verteilen, in die erst man selbst und dann der jeweilige Nachbar rein bläst. Uuuhhh…Kurze Zeit später wurde ich von links angetippt und bekam ein Stück Croissant (Hörnchen! Martinshorn! Aaaahhhh *Licht an*) gereicht. Ich gab es Nona, die mittlerweile wieder auf meinen Schultern saß, um das Pferd besser sehen zu können. Sie sagte höflich: „oooh, danke!“ und begann zu kauen. Nach ca. 5 min zog wieder Martina mit dem Pferd vorbei, es war einen Moment ganz ruhig und in die Stille jaulte mein Kind: „Noch ein Höörnschen, bitte!“
Ich wartete vergeblich auf den versprochenen Glühweinpunschtee. Niente. Es hieß, jetzt beginne der Martinsumzug. Man würde ein Stück laufen und beim Zurückkommen warte bei der Kirche ein Lagerfeuer. Ein Stück laufen?! Martinsumzug?! Das Hinlauftragen zur Kirche war noch nicht der Umzug?! Deswegen wurde da auch nicht gesungen…In Anbetracht der Tatsache, dass ich mit Kind allein unterwegs war, es dunkel wurde, meine maximale Harnblasenkapazität fast erreicht und ich nicht im Besitz einer Windel war, liefen wir (Nona auf Kopf, Mama Laterne) nur ein kleines Stück mit, um dann über einen Trampelpfad zu verschwinden und mit unserem schwächelnden Laternenlichtlein den Rückweg anzutreten. Auch wenn das Hingehen zur Kirche nicht den Titel „Umzug“ trug, war es doch besonders für die Prinzessin ein schönes Erlebnis, die vielen kleinen Lichter und Martina auf dem Schimmel zu sehen. Das Hörnchen nicht zu vergessen. Dabei sein ist alles: „Nono in Laternzug!“

Gestern, am 11.11.11, soll es ja einen regelrechten Run auf die Standesämter gegeben haben, weil es, wie der 9.9.99, ein beliebtes Hochzeitsdatum ist. Von den an solchen Schnapsdaten geschlossenen Ehen sollen übrigens rein statistisch mehr wieder geschieden werden als von den „normalen“, unspektakulären Daten. Sollte einem zu denken geben. Aber nicht nur die Standesämter hatten gestern ein Kommen und Gehen im Minutentakt, sondern auch die Kreißsäle. Jawohl! Katja Burkhardt lügt nicht. Ihre kleine s-Schwäche dürfte ja allgemein bekannt sein: „Ssehr viele Sschwangere ssuchten ssich den 11.11. alss Kaissersschnitsstermin auss.“ Bravo, RTL!

Strg/Alt/Entf

Und wieder sind die „Sieben Sachen“ dran, innerhalb von 4 Tagen 2 Mal Wochenende gehabt, zumindest den Postings nach…
Was will man mehr?

Das Nonchen ist ja leider mal wieder krank… Und seit heute hat’s mich auch erwischt, ist hoffentlich in ein paar Tagen wieder weg. Nachdem sie vor zwei Wochen für eine Woche mit Schnupfen und Fieber zu Hause war, ist sie drei Tage im Kindergarten gewesen. Am 4. Tag bekam ich einen Anruf: „Frau M., holen Sie bitte die Fiona ab. Sie hat 38,8°C Fieber…“ Und am 7.Tage ruhten wir nicht etwa vom Werk der letzten Woche, nein, wir verbrachten unsere Mittagsstunden im Kinderkrankenhaus und warteten eine geschlagene Dreiviertelstunde, um nur in die Anmeldung reinzukommen und dann nochmal eine ganze, um Audienz beim weißen Kittel zu bekommen.
Aber zurück zum 4.Tag:
wir sind natürlich sofort zur Kinderärztin gefahren, die diagnostizierte eine Angina und verordnete Antibiotikum. Ab Montag wieder Kita, alles wird gut. Vorgestern Abend bekam Nona kleine rote Punkte an einigen Körperstellen und wollte einfach nicht einschlafen, obwohl das sonst nie ein Problem ist. Sie kam raus, um mit mir zusammen im Wohnzimmer auf der Couch zu kuscheln. Beim Kuscheln wären mir fast die Augen rausgefallen, weil ich ihr Auge sah: ein Lid ganz dick angeschwollen und rot, aber keine Einstichstelle, o.ä. zu sehen. Was sollte das nun wieder? Sie ist sonst eine ruhige Langschläferin, ca. 20 Uhr bis morgens um 7 nonstop. Die vorletzte Nacht hätte ich Kilometergeld kassieren können, so oft, wie ich zwischen Schlafzimmer, Kinderzimmer und Küche hin und hergelaufen bin. „Nono in Mamas Bett“ und „Nono in Zimmer“ wechselten sich ab, unterbrochen von „Fisschen machen, bitte ein Fisschen“ (Fläschchen) und „Bibi & Tina an!“. Dann erklär mal einer 2-Jährigen, dass die Pferdemädchen nachts um 4 schlafen, auch wenn „Nono wach ist“… Kein leichtes Unterfangen. Aber wenn Bibi & Tina mitten in der Nacht auf Amadeus und Sabrina im Wind reiten, dann reitet bei mir am nächsten Morgen nur eine: bleierne Müdigkeit. Jedenfalls war ich mit dem Gedanken an eine mögliche Penicillin-Allergie so unruhig, dass wir gestern „mal schnell“ ins Kinderkrankenhaus gefahren sind. Aus dem „mal schnell“ wurde, wie oben schon beschrieben, ein „ziemlich lange“. Viele, viele Eltern stapelten sich vor Zimmer 127. Ich sah sie stehen und wusste da noch nicht mal, was in Zimmer 127 ist. Bis ich näher trat und las ANMELDUNG. Menschen vor der Tür, Menschen hinter der Tür. Kinder, Babys, sehr kleine Babys, weinende Babys (Nona: „Guck mal, Mama, dis weint!“), quengelnde Babys, hungrige Babys, schreiende Babys, besorgte Mamas, singende Mamas, erziehende Mamas („Geh da nicht hin! Fass das nicht an. Leg den Stock weg!“ …) genervte Papas, fürsorglichängstliche Omas und Opas und ab und zu die Illusion eines vorbeihuschenden Weißkittels dazwischen. Ich fragte vorsichtig, ob ich mal vorbei dürfte, ich wollte schließlich nur sagen, dass wir hier sind und uns dann gemütlich irgendwo draußen platzieren. Auf Deu-ssisch wurde mir mitgeteilt: „Wirr auch warrten fürr Anmeldung.“ Ich stellte mich hinten an, schließlich hatte das Kleinkind vor uns einen Stock. Sicher ist sicher.
Da das Menschenknäuel im Anmeldungs-Vorraum immer undurchsichtiger wurde, begannen die Leute, sich anzustellen an der Tür. Um nicht morgen noch zu warten, stellten wir uns auch an. „Mama, Arm-Arm!“ „Och, Noni, jetzt nicht. Du bist zu groß für Arm-Arm. Setz dich doch hin.“ „Nein, Arm Arm. Bitte Arm-Arm“ Sie guckte mich mit großen Augen, also mit einem großen und einem kleinen, an. Ok, Arm-Arm. Erzählen die in der Anmeldung ihre Lebensgeschichte? Was gibt’s groß zu reden außer „Hallowirhierkindkrankbittearzt“?! Es dauerte und dauerte. Stephan schrieb eine SMS: „Und? Was sagen sie?“ Ich antwortete: „Noch nicht mal Hallo. Warten auf Anmeldung.“
Nicht lange nach „Arm-Arm“ kam „Runter“ und dann ihre Killerphrase: „Kopf“. „Kopf“ heißt: Kind sitzt auf Schultern und hält sich bevorzugt an Ohren, Nase, Augen oder Haaren fest und schreit jauchzend: „Sneller, Mama!“. Mir war nicht nach Kopf, absolut nicht.
Es roch nach Milch, Windeln, Schweiß und die Uhren gingen rückwärts. Als wir dann endlich dran waren, also in der Anmeldung, guckte die gute Frau auf Nonas allzeit laufende Nase und sagte: „Was hat sie denn? Schnupfen und Husten?“
Na klar, weil mein Kind Schnupfen hat, setze ich mich freiwillig ins Kinderkrankenhaus und warte auf Godot. Mach ich jeden Sonntag so. Wär ja sonst langweilig. Was machen wir heute, Schatz? Wie, was machen wir?! Es ist Sonntag! Das gleiche, was wir jeden Sonntag machen, Liebling!
Laut Godot würde es nach erfolgreicher Anmeldung noch mindestens eine Stunde dauern, bis wir dran sind. Wir suchten uns also weit ab vom Schuss ein Plätzchen, aßen alle Traubenzuckervorräte und Gummibärchen aus meiner Tasche (neben Trinken für Nona das Einzige, was sich darin befand) und warteten. Nun ist es aber so, dass man einem Kleinkind relativ schlecht erklären kann, dass man jetzt für eine ganze Weile einfach nur so sitzt und wartet. 2-Jährige wollen rennen, springen, malen, lesen, singen, klettern, Verbandsmaterial als Mumienbausatz verwenden, Stethoskope ausprobieren und Rollstuhl fahren. Sie wollen alles, außer sitzen und warten. Ein Mus-Auge ist dabei vielleicht ein Grund, aber kein Hindernis.
Als sich die Reihen der Wartenden langsam lichteten und auch kein Platzmangel in Sprechzimmernähe mehr herrschte, spielten wir ein Spiel. Ich saß auf einem Stuhl, neben mir viele freie Plätze. Die Stühle sind durch eine Stänge unter den Sitzflächen miteinander verbunden, haben also keine „Füße“, ähnlich wie in Bushaltestellen, auch von der Bequemlichkeit her. Nona kletterte auf einen Stuhl drei Plätze neben mir. Sie setzte sich richtig hin, drehte sich halb, lief vorsichtig zwei Mäuseschritte auf der Verbindungsstange, von dort auf den nächsten Stuhl, nach gleichem Prinzip auf wieder den nächsten, hielt sich dann bei mir fest und sprang auf 3 mit Festhalten auf den Fußboden, ohne dabei zu weinen, zu lärmen, zu quieken oder sonst wie aufzufallen. Das ganze Prozedere wiederholte sie mit Ausdauer ungefähr für 20 Minuten und beschäftigte sich quasi allein, während ich wartete. Phantasievoll erklärte sie mir, das sei ihr Baumhaus. Ich stieg darauf ein und fragte, wie die Luft dort oben sei. „Besser“, sagte sie. Wir lachten beide und ich küsste sie jedes Mal, wenn sie aus luftiger Höhe den Spung Baumhaus-Krankenzimmerflur wagte. Sich selbst beschäftigende Kinder scheinen für manche Mitmütter (die Säugetiere unter den Mitmenschen) ein Dorn im Auge zu sein. Bei denen läuft das Programm „Muss Spaß bremsen. Muss erziehen. Muss schimpfen. Nein, du darfst das nicht. Warum? Weil ich es sage.“ und kein Task-Manager dieser Welt kann den Prozess beenden, auch nicht mit Strg/Alt/Entf. So eine saß ein Stück neben uns, den ca. 3-jährigen Jungen auf dem Schoß. Er sah Nonas Spiel und wollte das – verständlicherweise – auch machen. Kurz darauf hörte ich das Muttertier vorwurfsvoll mehr in meine als in Richtung des Jungen sagen: „Nein, Tyler! Das sind schließlich keine Turngeräte. Das hier ist ein Krankenhaus und kein Spielplatz…“
„Aber die macht das auch!!“
Fiona verschluckte sich am Traubenzuckerbonbon und hustete ein Mal kurz.
„Ja, das sehe ich. Aber DU machst, was ich sage. Und geh nicht so dicht ran, ich will nicht, dass du noch richtig krank wirst. Du weißt, wie schnell du dich ansteckst…“
What?! Manchmal möchte man doch kurz zurückspulen und nochmal auf PLAY drücken um zu überprüfen, ob man wirklich das gehört hat, was man gehört hat. Aber wenn ihr der permanent quengelnde weil gelangweilte Tyler lieber ist, der alle 2min fragt, wann sie endlich dran sind und warum das so lange dauert – bitte. Mein Kind war nach knappen 2 Stunden noch erstaunlich entspannt und friedlich dafür, dass wir weder Bücher noch anderes Entertainment an Bord der MS Baumhaus dabei hatten ^^
Zu dem geschwollenen Auge sagte weder die Ärztin im Krankenhaus noch heute die Kinderärztin was. Nach Absetzen des Antibiotikums sind die roten Flecken weg und das Auge ist wieder normal. Schon komisch, oder? Aber eine mögliche Allergie auf Penicillin würde ja niemand zugeben…
Auf dem 7-Sachen-Bild ist das Eiskneten drauf. Eine eigentlich eher unfreiwillige Aktion des vergangenen Wochenendes. Die Knet-Eismaschine lagerte schon im Arbeitszimmer auf dem Schrank für Weihnachten. Wenn dann aber so ein krankes Kind mit Mus-Auge vor einem steht und mit lieblicher Stimme säuselt: „Dis Nonos! Bitte haben! Tnete haben, Mama?“, wer kann da schon nein sagen?! Das Ding an sich ist eine coole Sache. Oben Knete rein, Hebel drücken, unten schöngeformte Knete wieder raus. Viele Dekorationsmöglichkeiten, einen Streuselmacher und niedliche Eisbecher + Waffeln. Aber Schweinerei ohnegleichen. Während man den Hebel drückt, um die Knete durch ein kleines Loch zu pressen, kommt sie links und rechts an der Seite als flache Zeitung aus den Ritzen, gemeinsam mit den Knetresten, die vom Mal davor noch drin waren. Ein Nicht-Mischen ist praktisch unmöglich. Bei jedem Eismachen („nochmal! nochmal!“) lösen sich Miniknetteile ab, die dann irgendwo kleben bleiben und hart werden. Also praktisch müsste man das ganze Gerät nach jeder Knetsession komplett baden. Aber Spielspaß ist auf jeden Fall garantiert! Und die Knetsorten Mint mit Schokostückchen und Sahne mit bunten Streuseln sind auch sehenswert.

Gestern Abend haben wir zusammen Traumschiff geguckt, 30-jähriges Jubiläum. Doc Schröder ist nicht mehr da, dafür waren Hape Kerkeling als Meeresschildkrötenforscher, Harald Schmidt als Gentleman-Host, bauernfrauensuchende Inka Bause als Fitnesstrainerin, Till Schweiger, etc. mit an Bord. Heide Keller alias Chefhostess Beatrice geht irgendwann mit dem Schiff unter…
Jedenfalls waren Nonas erste Worte nach dem Aufstehen heute: „Wasser Traum“ und dann „Traum Boot gucken, Nono hingehn! Nono geht in Flugfeug, in Ohlaub. Dooßes Wasser, Nono wimmt!“ Beim Ausräumen ihrer Spielzeugkiste, während ich mit Kopf, Mandeln und Rücken von ihrem Sofa aus tatenlos zuguckte, fand sie ein kleines Kamel aus dem Urlaub im Land am Nil und sagte: „Ooh, guck mal, Mama! Dis aus Ebüptn!“
Die obligatorische Bibi-und-Tina-hexhex-Gutenachtgeschichte wurde gestern zum ersten Mal ausgetauscht. Und wisst ihr, was sie stattdessen bestellt hat?
„Elefant in Blume“ ^^