Trotteliger Texter

Ich glaube, mit der Prinzessin können wir uns spätestens in ein paar Jahren warm anziehen…
Gestern:
wir aßen beide Wurstscheibchen von einem Brett, von der Hand in den Mund, sozusagen.
Plötzlich guckte sie mich wütend an und sagte allen Ernstes:
„Nich! Nonos Lalami! Buck aus, Mama! Da, in Teller! Nono böse! Buck aus!!“
Vor Lachtränen konnte ich weder Kind noch Lalami erkennen. Nono böse! Woher hat sie das?!

Schön ist, wenn ihr etwas runterfällt. Also die reine Tatsache ist natürlich eigentlich je weicher, desto unschöner (nicht schlimm: beschalter Apfel, hartes Spielzeug, geschlossener Fruchtzwerg. Bisschen schlimm: angefangene Banane, gefüllter Trinkbecher, offener Fruchtzwerg. Sehr schlimm: volles Töpfchen und alles, was viel Geld kostet), aber was sie sagt, ist süß. Es heißt im Non’schen nämlich nicht ge- sondern ver-fallen, z.B.: „Oh, Mama, Appelsine verfallen!“
Und ich hab sie – die Apfelsine, nicht Nono! – gedreht und gewendet und konnte beim besten Willen kein aufgedrucktes Datum finden ^^

Ich habe das Nono-Kind letztens gefragt, ob Mama noch einen anderen Namen hat.
Erst sagte sie ganz entrüstet: „Nein!“ und auf mehrmaliges Nachfragen entschied sie sich für: „Mutter“.
Mama Mutter Müller, angenehm!

Ich habe ja hier im Blog schon mal darüber berichtet, wie sie oft mit „Pomme deich!“ (Komme gleich) antwortet, wenn ich sie rufe. Seit gestern gibt es etwas Neues:
„Pomme nell!“ und „Ich pomme nich.“
Na toll!

Registrierkasse („Tasse“) und gefüllter Lebensmitteleimer sind momentan die liebsten Spielsachen. Ihre Kasse hat einen Knopf, auf dem „MIC“ steht und eine Art Stiel, der aus dem Spielzeug herausragt, an dessen Spitze das kleine Mikrofon versteckt ist. An ihrem Geburtstag standen mehrere Erwachsene kurzzeitig vor dem Problem, dass das Mikro nicht funktioniert, weil sie nicht gesehen hatten, dass man dazu den Knopf drücken muss. Nona weiß jetzt ganz genau bescheid und so hörte ich heute Morgen aus dem Kinderzimmer rauschig und schwammig, wie aus den richtigen Supermarkt-Lautsprechern: „Nono bitte Tasse“.

Ihre Süßigkeiten unterscheidet sie mittlerweile nach „Lade“, „Bummibärchen“, „u-i“ (Kinder Pingui), „Wuchtzwerg“ und „Bonbon“, immer in Zusammenhang mit „Nono“ und „haben“, übrigens. Gestern gab es Erdbeeren. Ich weiß, keine Saison mehr, aber wenn die einen so rotbäckig anlachen im Laden kann ich nicht anders….Ich freute und wunderte mich zugleich über den geringen Preis und stellte an der Kasse fest, dass es nur eine 250g-Schale war…tadaa! Jedenfalls sagte Nona, als ich beim Erdbeeren-Abwaschen war: „Nono Bärchen haben!“. Jetzt gibt es also nicht mehr nur Gummibären und Glücksbärchis, sondern auch die Erd-Bärchen. Süß.

Habt ihr am Montag „Bauer sucht Frau“ gesehen? Wenn man das guckt, kann man sich das Comedyprogramm klemmen.
Wer sind schon Mario Barth, Cindy aus Marzahn und Kaya Yanar gegen den liebevollen Lausitzer Dirk und den sanften Schweinebauern Friedrich? Friedrich ist übrigens nicht nur sanft, sondern vor allem fit, schließlich joggt er jeden Tag 300m. Top!
Mal ganz ehrlich – was ist denn das für eine Freakshow diesmal?
Der einzig gutaussehende ist der Schwule. Und der Rest? Alles Schauspieler? Es fällt mir manchmal schwer zu glauben, dass das tatsächlich alles so sein soll. Aber auch manche der Frauen: dumm, respektlos, forsch und frech – aber er kickt die nette Berlinerin raus und nimmt die andere Olle erstmal mit auf seinen Hof. Naja, versteh das, wer will. Ich habe jedenfalls am Montag Abend mitgetippt. Derjenige, der für Inka Bause die Moderationen schreibt, gehört in den Schweinestall gekettet. Vielleicht überlegt er sich dann dort nochmal seine Formulierungen: der muntere Milchbauer, der fröhliche Friese, der liebevolle Lausitzer, der sanfte Schweinbauer und der (Achtung, die „Alliteration“ zählt nicht zu seinen Besten) fleißige Pferdebauer. Ein ziemlich kräftiger Bauer aus dem Schwabendländle sagte übrigens sehr passend: „Ohne Mampf kein Kampf.“ Was für ein Schlusswort, das muss ich mir merken. Toll ist auch, dass die Frauen in der Sendung manchmal in einem Satz vorgestellt werden à la: „die blonde Gisela und die Sozialpädagogin Monika“. Als wären „blond“ und „Sozialpädagogin“ aus der gleichen Kategorie der Eigenschaften. Hat beim Thema „Charakterisierung“ in der Schule nicht aufgepasst, der Gute. Aber bei Alliterationen war er da. Immerhin!

Im Kindergarten wollten sie mir heute die Klanghölzer als „Stöcke“, „Klingeln“ und „Holz“ verkaufen. Als ich den Tipp gab, dass der gesuchte Begriff mit „Kl“ anfängt, rief ein Kind: „Ach, jetzt weiß ich’s! Ein Klockholz.“
Wenn man nach der reinen Lautmalerei geht, wäre Klockholz sogar treffender, wie ich finde. Oder in Anlehnung an den RTL-Texter: das klockende Klangholz.
Hm, lassen wir das…
Als ich fragte, was Lucy und ihr Cousin denn letztes Mal auf dem Bauernhof erlebt haben, begriff ich nicht gleich den direkten Zusammenhang, als einer sagte:
„Ich glaube, er hat eingekackert.“
Mit er meinte er offensichtlich nicht Lucys Cousin. Das wüsste ich ^^ Ich entging dem Ganzen, in dem ich sagte: „Ach was, echt? Dann kümmert sich nachher eure Erzieherin darum…“ Bei aller Liebe…

Wir singen in der Früherziehung gerade „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Hand hoch, wer kennt’s?
Ah, ich seh schon. Gute Vorbildung habt ihr! Es ist erstaunlich (und erschreckend in erster Linie!), wie viele Kinder dieses bekannte Lied nicht kennen. Noch nie gehört. Warum nicht?! Vereinzelt hat’s mal jemand auf Kassette oder schon mal gesungen. Aber die Mehrheit guckt mich an wie ein Klockholz, wenn ich den Titel nenne. In einer 15-Mann-starken Gruppe mit überwiegend Kindern (ich drücke mich mal korrekt aus) ohne Migrationshintergrund (auch wenn die Vornamen das vermuten lassen könnten, Schulzmeierschmidt am Ende verrät sie!), kannte es einer: Tayo aus Afrika.
So gehe ich Freitag Abend also mit der Gewissheit ins Wochenende, dass ich +- 200 Kindern ein Stück deutsches Liedgut näher gebracht habe. Bei dem Spaß, den alle am gemeinsamen Singen haben, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum mit den Kindern so wenig gesungen/Musik gehört wird. Schade! Auch nicht getroffene Töne findet der (eigene) Nachwuchs toll. Hauptsache Mama/Papa hören!

Es ist schön, wenn das eigene Berufsbild vielseitig und abwechslungsreich ist. Davon können Musiklehrer (haahaa, 5€ in’s Phrasenschwein, ich weiß) ein Liedchen singen. In meinem Unterricht geht’s also nicht nur früh um den Bauernhof, sondern am Nachmittag auch um Instrumente, Noten, Theorie, Artikulation, Dynamik und um die lebenswichtige Frage, welche Stangen bei dem verflixten Notenständer nach oben und welche nach unten müssen. Vielleicht ist das Thema „Dynamik“ noch dem einen oder anderen aus dem Schulmusikunterricht bekannt. Wenn „forte“ in den Noten steht, spielt man laut. Bei „piano“ spielt man leise. (Kommt, einen darf ich noch: nein, „piano forte“ heißt nicht, „das Klavier ist weg“) Ein Schüler fragte mich gestern, was f und p heißen. Ich erklärte es ihm, woraufhin er seinen Mitschülern erläuterte, wie sie sich das merken können: p wie „psst“ und f wie „folle Kanne“.
Immerhin, ihr werdet’s bestimmt nie wieder vergessen 😉

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

Ein Gedanke zu „Trotteliger Texter“

  1. aaah, wie süß nono´s äußerungen sind! ich freu mich so, wenn mein kleiner mann auch anfängt, sätze zu bilden!
    ich finds erschreckend, dass so viele kinder solche lieder nicht kennen! zufällig ist „es klappert die mühle am rauschenden bach“ mein lieblingslied auf der mundharmonika 😀 ich spiele es meinem kleinen immer wieder vor und singe danach das lied. und ich glaub er hat spaß, auch wenn mama nicht besonders singen kann 😉

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