Was that today?!

„Halli Hallo – Lucy sing‘ und tanz mit uns!“
Die Ferien sind vorbei und die Früherziehung geht in eine neue Runde. Ich glaube, es heißt nicht „Früh“erziehung, weil man im zarten Alter von 6 Monaten damit anfangen kann, sondern weil es immer so früh statt findet…Das Aufstehen war heute eine ganz schöne Herausforderung. Vor den Ferien war es dämmerlich hell um 10 vor 7.
Heute früh war es noch NACHT! Ich mache das Licht an, was sagt das Kind?
„Nich, Mama!! Nono heiert noch!!“

Das ist übrigens der (nicht vollständige) Inhalt ihrer stattlichen Schuhecke, der sich allein in den letzten 6 Monaten (!) angesammelt hat. Wenn sie den Schnitt hält, macht sie – im Gegensatz zu ihrer Mama mit Gr.42- dem gängigen Klischee ja alle Ehre… Daneben steht auch gleich die Kasse, damit sie ausrechnen kann, was die gekostet haben ^^

Ich fragte in der Montagskita (kein Krankheitenschild am Eingang? Nanu?!) nach, was die Lucy-Puppe denn vor den laaangen Ferien auf dem Bauernhof erlebt hat. Großes Schweigen. Ein Kind meldete sich und fragte zaghaft zurück: „die Enten…?“
Es ging in der Früherziehung tatsächlich mal um die „entlaufenen“ Entenküken, die dann alle wieder kamen, als die Mama gerufen hat. Diese Stunde war am – Moment, ich such’s kurz raus – 22.August! Muss wohl bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Ich: „Letztes Mal ging’s doch um das ferrüc verrückte Ferkel Ferdinand, erinnert ihr euch?“
Kinder: „Jaaaaaa!!!“
Ich: „Und was hat der Ferdinand auf dem Bauernhof gemacht?“
Kind: „Kaka.“
Anderes Kind: „Ja, Kaka.“

Nächste Stunde: neue Kinder, neues Glück.
„Was war denn mit dem Schwein?“
„Die haben es gegessen.“
o_O

Nachdem ich ihnen ins Gedächtnis gerufen habe, was denn da wirklich mit dem Schwein war und dass es weder gekackt hat, noch gegessen wurde, haben wir das „schweinische“ Lied gesungen und sie konnten so gut wie jede Silbe mitsingen und sich sogar an alle Bewegungen erinnern (ich selbst habe eine vergessen…oops)! Das Schweineessen-in-die-Luft-werfen (bunte Tücher) in der letzten Strophe wussten natürlich auch noch alle. Das hatten sich sogar die gemerkt, die in der Stunde gar nicht da waren… Da fehlte ihnen wohl nur die Starthilfe. Das hatte mein Motorroller früher auch immer, wenn’s draußen kalt war… Wen wundert’s!
Ich musste heute Morgen übrigens K-R-A-T-Z-E-N!
Und ich hatte keinen Kratzer! Der ist irgendwie verschollen.
Dann durfte die Parkscheibe herhalten.
Beim Nona-Anziehen warf ich einen vorsichtigen Blick aus dem Fenster, sah mein Auto und sagte zu ihr: „Heute müssen wir uns ein bisschen beeilen. Ich muss draußen noch kratzen, sonst können wir nicht mit dem Auto fahren.“
Sie (skeptisch): „Auto kratzen?!“
Ich musste sehr lachen, weil ich mir vorgestellt habe, was sie sich bestimmt vorgestellt hat. Wenn man das Wort „kratzen“ nur im Zusammenhang mit „jucken“ kennt, ist da bei ihr ganz bestimmt ein witziges Bild im Kopf entstanden ^^

Die anderen Eltern aus Nonas Gruppe kenne ich nur vom Sehen, Gespräche gab es (bis auf den einen Elternabend im August) noch keine. Halb 9 sind fast alle anderen Kinder auch schon längst dort. Jedenfalls begegnete uns im Umkleideraum der „Raupen“ eine Mutter mit Kind, nennen wir ihn „Caspar“.
Nona kennt alle Namen der Kinder ihrer Gruppe.
Nur hat sie Schwierigkeiten mit dem s-p hintereinander.
Aus Caspar wird dann immer Capsar, aber wir wissen ja, wer gemeint ist ^^
Capsar macht wohl gerade einen kalten Entzug durch, jedenfalls hörten wir aus dem Mund der Mutter (ich bemühe mich um korrekte Wiedergabe des Gesagten):
„Maan, hör do‘ mal uff zu flenn‘ wejen dein ollen Nuckel. Dit jeht mir uffn Puffa!“
Sprech ma vernünftjen Deutsch, sonst jeh ick dich uffn Puffa!

Ein Raupen-Mädchen heißt Chayenne, durch Kindermund verkürzt „Jen“, und wenn ihr etwas gehört, dann ist es schlicht und ergreifend „Jens“. Ich muss mich schon wundern, was sich das Nonchen in den letzten 3 Wochen an Sprache angeeignet hat. Die Wörter sprudeln nur so aus ihr heraus, sie spricht oft schon zusammenhängende Sätze mit mehr als 3 Wörten und redet nicht mehr in der dritten Person von „Nonos Schal“, sondern von „meinem Schal“ und „meiner Mütze“. Und ich hatte Früherziehungskinder, die mit 3,5 Jahren noch über sich gesagt haben: „Anni möchte jetzt malen“.
 Krönung des Ganzen war gestern Abend zum ersten Mal ein „Ich hab dich lieb“, einfach so! *schmelz*
(Okay, ich geb’s zu, vielleicht hab ich’s mir mit Badengehen in der Wanne samt roter Badewasserfarbe + Seifenblasenschaumbad erkauft, aber immerhin!)
Würde sie das in der 3.Person sagen („Nono hat dich lieb“), klänge es eher nach Eurovision Song Contest von 1998 🙂

Wie ihr gemerkt habt, gab es vom letzten Wochenende wieder kein 7-Sachen-Bild. Mama und Papa haben nämlich Samstag und Sonntag nur eins gemacht: Musik. (Das Nono-Kind war bei Sasa. Sie – erstere – hat mir erzählt, sie hätten Enten gefüttert, aber es war nur eine „deine Warze“ da, eine kleine schwarze Ente). Wir waren am Wochenende auf einem Workshop mit einem unserer ehemaligen Dozenten aus der Musikstadt Trossingen (Ba-Wü), der Akkordeon-Metropole Deutschlands. Seit meiner Abschlussprüfung im Sommer 2009 war ich nur ein Mal im Herbst des gleichen Jahres zu einem Konzert dort, danach leider nicht mehr. Die Gelegenheit, einen unserer Dozenten in Berlin wiederzutreffen, konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Außerdem ist er ein toller Pädagoge und ein großartiger Musiker. Es hat sich gelohnt! Ein sehr witziges Wochenende mit netten Leuten und viel Musik. Als ich in Trossingen studiert habe, ist mir das Schwäbisch irgendwann nicht mehr aufgefallen. Klar findet man anfangs lustig, dass aus „s-t“ ein „scht“ wird (wie in: „Regischter“ oder „Taschten“) oder dass Schrippen (für die Nicht Berliner: Brötchen) dort „Weckle“ heißen. Irgendwann wird es Alltag und der Kopf denkt nicht mehr drüber nach. Besagter Dozent stammt aus der Nähe von Stuttgart. Als ich ihn sprechen gehört habe, konnte ich mich sofort wieder reindenken und habe es nicht als etwas Besonderes wahrgenommen. Anders aber die restlichen Berliner Workshopteilnehmer. Jedes Mal, wenn er sagte: „Kommt, wir spielen’s g’schwind durch“ oder „Guckt euch nochmal g’schwind die Töne an“, fing es in einer anderen Ecke des Raumes an zu kichern. Er „rechtfertigte“ sich damit, dass „g’schwind“ bei ihnen ein ganz normales Wort sei. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass die Berliner Ohren es scheinbar zum Schreien komisch fanden, wenn’s ihm dann doch wieder „g’schwind“ raus rutschte…

Andere aufschreibenswerte Ergüsse des Workshop-Wochenendes:

Dozent: „Was niemandem schaden würde, wäre, im Chor zu singen.“
Teilnehmer: „Doch, dem Chor…“

„Es klingt holzig.“

„Tschuldigung, ich hab die Töne nicht gefunden…“
– „Die sind der Reihe nach angeordnet.“

„Je tiefer, desto Glühbirne.“
(Hohe Töne breiten sich geradlinig aus, tiefe Töne kugelförmig.
Was hört man als erstes, wenn man sich einem Festzelt nähert? Richtig, the bass)

„Wenn ihr das so spielt, ist das nicht sehr sexy.“

„Ich geh mal g’schwind an’s Geflügel…“
(Klavier)

„Hast du vorher auch immer „cis“ gespielt? … Indianerehrenwort?“

„In der Kirche muss der Schlagzeuger dann mit ’nem Zahnstocher spielen…“

„Die Stelle machen wir so’n bisschen angesoffen….“

„un poco meno mosso – ein bisschen ruhiger, das kommt der Beschäftigung mit den 5 Gegnern entgegen“
(Des-Dur, 5 Vorzeichen)

„Warum 100x wiederholen? Merkt’s euch. Punkt.“

„Sind da alle Töne richtig? Die Stelle müsste harmloser klingen…“

Auf dem Weg nach Neukölln, wo der Workshop statt fand, begegnete uns ein Straßenschild, für welches ich – um es zu fotografieren – extra ausgestiegen bin (Okay, wir hatten uns verfahren und ich musste eh anhalten, während Stephan das Navi programmierte…):

Appelhorst klingt für mich eher wie ein modernes Schimpfwort:
„Vollpfosten! Du Appelhorst, du!“
Auf dem Rückweg wollte ich der nonohütenden Sasa mitteilen, dass wir fast zu Hause sind, schickte meinen Standort und habe sie damit wohl mehr beunruhigt als informiert. Offensichtlich ist die Standortbestimmungsfunktion nicht auf den Meter genau:

So, liebe Leute, Ladies & Gentleman: dreht die Lautsprecher auf!
Kennt ihr das Kinderlied vom dicken Tanzbären?
„Wir sind zwei dicke Tanzbär’n und kommen aus dem Wald.
Wir suchen einen Freund aus und finden ihn schon bald.“
*stolz*

Sie singt nicht nur, sondern spielt auch mit richtigen Instrumenten mit, wenn „die Großen“ proben, das Ensemble conAmici.
Und sie hat eine Vorliebe dafür, die vielen sinnlosen Pausen mit Nono-Musik zu füllen ^^

P.S. Bei Facebook ist mir ein Cartoon begegnet, den ich sicherlich aus Urheberrechtsgründen hier nicht posten darf. Aber ich beschreibe ihn kurz: 2 Dinosaurier sitzen auf einem Stein am Ufer, sehen die Arche Noah abfahren und sagen: „Oh crap! Was that today?!“

hahahahahahaha
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

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