Dooßes Wasser

Ein paar schöne Tage im Norden gingen leider viel zu schnell vorbei. Aber das Nono-Kind (nicht nur das!) kam voll auf seine Kosten!
„Dooßes Wasser! Dooßes Wasser!“
Ich glaube, es gibt nichts (außer eine Kitty-Party zum 2.Geburtstag), mit dem man ihr mehr Freude bereiten kann. Für die Fahrt hat meine Mama einen kleinen, mobilen DVD-Player an die vordere Kopfstütze „angebaut“. „Macke Schau“ (Muppet Show) und „Samba, lieber Samba“ (Sandmann…) non-stop bis an die Ostsee. Yeah!
Fozzy Bear: „My wife loves children. But I can’t BEAR them…hahahahahahahahahahaha“
Seine Witze sind so schlecht, dass einem gar nichts anderes übrig bleibt, als darüber zu lachen ^^
Direkt nach der Ankunft in Eckernförde und Sachenabwerfen im Motel sind wir zum Strand gefahren. So eine quirlige 2-Jährige ist gar nicht so leicht zu handhaben, wenn dooßes Wasser in der Nähe ist. Da kann man sich den Mund fusslig quatschen von wegen: „Nur gucken, nicht reingehen!“ Aber wenn dann 3 Halbstarke in Badehose die Zähne zusammenbeißen und ein paar Meter weit in die Ostsee gehen, nur um Sekunden später mit weit aufgerissenen Augen gröhlend wieder rauszusprinten (na, kalt?), nimmt einem das eigene Kind ein „Da kann man nicht baden gehen, das ist zu kalt“ nicht wirklich ab. Damit die kleinen Füße ein bisschen genießen können, habe ich ihr Schuhe und Socken ausgezogen. Daraufhin hat sie (ansonsten wetterfest gekleidet mit Mütze, Halstuch, Fleecejacke & Regenjacke, Hose) fremde Strandspaziergänger mehrfach darauf hingewiesen: „Nackte Fußies!“

Direkt am Strand ein Jannys Eis – na bitte! Da sind wir so weit gefahren 🙂
DIE Eckernförder Attraktion schlechthin ist die Bonbonkocherei. Direkt an den Verkaufsraum mit den vielen buntbefüllten Fächern voller exquisiter, formschöner Kohlehydrat-Bomben -Bonbons angrenzend befindet sich die Kocherei. Ein Bonbonkocher (wie nennt sich der Job? So sicher nicht…) erklärte laut für die Gäste, was gerade gemacht wurde und erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte zur Herstellung von z.B. Salmiak-Lollis. Anis, Salmiak und Lakritz sind zwar absolut nicht mein Fall, aber so stellt sich mein Mann das Paradies vor, glaube ich 🙂 Es gab aber auch genug Leckereien für Nono und Mama: Gummitiere (Nono: „Oh, Fischbonbons!“) für die Anti-Fans des schwarzen Glücks. Besonders cool sind z.T. die Bezeichnungen. Kleine runde Lakritztaler mit Zahlenaufdruck heißen „Schwarzgeld“, davon hat Sasa gleich erstmal eine Tüte voll gekauft. Kann ja nicht schaden ^^
Das einzig Schwierige an dem Ganzen war die Tatsache, dass eine Fast-Zweijährige ohne Probleme in die Fächer reingucken und selbige öffnen kann. Manchmal verschwand die kleine Hand so schnell in einem Süßigkeitenfach, dass ich – beladen mit einem leeren Kinderwagen, Fotoapparat, Tasche und Liem Hasi – in den schmalen Gängen gar nicht schnell genug hinterher kam. So landete das ein oder andere Gummi bisweilen nicht unbedingt geplant in unserer Mix-Tüte…
Auch witzige Kennzeichen gab es wieder Unmengen. Eigentlich alles, was mit „PLÖ“ (Landkreis Plön) beginnt, klingt ausgesprochen ausgesprochen lustig. Ganz egal, ob PLÖT (haha, wirklich wahr, auch noch falsch geschrieben!), PLÖRG, PLÖMB oder PLÖP… Für „SEXY“ sind wir sogar die Straße ein ganzes Stück wieder zurückgelaufen, weil ich es beim Vorbeifahren nicht fotografieren konnte.
 
Hauptgrund unseres Trips war das Wiedersehen mit meinem Opa Jürgen und seiner Frau Maria nach vielen, vielen Jahren. Fiona ist außerdem seine erste Urenkelin und die zwei haben sich vom ersten Augenblick an blendend verstanden. Ich habe so manches Mal gestaunt, wie mobil er mit seinen 88 Jahren mit dem kleinen Springinkel im Garten unterwegs war, Plaste-Enten aus dem kleinen Teich immer und immer wieder rausgefischt hat (Spiel: er gibt ihr die Ente, sie wirft sie mit Schwung wieder rein, lacht laut, Spiel von vorne), auf dem Schaukelstuhl geschaukelt und ihr nahezu alle 2000 Eulen persönlich vorgestellt hat (leidenschaftlicher Sammler).
Nona nannte ihren Uropa liebevoll „dooßer Opa Jöögen“, der große Opa. Habe auch nie verstanden, was zur Hölle die U(h)r damit zu tun hat 😉
Unterwegs in der niedlichen Stadt begegneten uns auch ziemlich abgefahrene Straßennamen: von „Holm“ über „Ochsenkopf“ und „Frau-Clara-Straße“ bis „Hörst“.
Musste unweigerlich an Comedians denken: darf ich vorstellen? Hans-Werner Holm und Hörst Schlammer. Yes, Weekend!
Als wir gestern Morgen aufgestanden sind und zum Frühstück gehen wollten, habe ich Nona gefragt, was sie trinken möchte.
„Milch“
Als ich fragte, was Sasa – meine Mama – trinken soll, sagte sie wie aus der Pistole geschossen: „Wein!“
Wir haben sehr gelacht.
Neu in ihrem Wortschatz ist das nachgestellte „aber“ als Bekräftigung des Gesagten, z.B. „Das ist Nonos, aber!“ oder „Nono Jacke aus, aber!“. Es geht einher mit einem verärgerten, nahezu entsetzten Stirnrunzeln, bei dem die kleinen Augenbrauen sich willensstark auf der Kinderstirn biegen. Neuerdings sagt sie auch, welche Tätigkeit sie welcher anderen vorzieht: „Lieber Arm-Arm, nich laufen“. 
„Arm-Arm“ stammt übrigens noch aus der frühen Sprachlernphase (Aufforderung zum Hoch-/Rausnehmen) und hat sich bis heute gehalten. Der Arm kommt nicht in Einfachnennung vor, nur in o.g. Dopplung; schließlich haben Menschen ja zwei Arme:
„Arm-Arm“, ABER!
Am zweiten Strandtag haben wir ob der hohen Anziehungskraft des „dooßen Wassers“ nicht Socken aus, sondern Bungis angezogen, damit sie ein kleines bisschen vorne am Ufer mit den Stiefeln planschen kann. Strahlender Sonnenschein, ein kleiner Wind, ein glückliches Kind – schön!
Im letzten Post habe ich den Sandmännchen-Drachen erwähnt, bzw. die Tatsache, dass wir ihn eingepackt haben. Nona hat ihn in der Tasche gesehen und wollte nun am Strand, dass er fliegt. Sowohl Nonos Mama als auch Mamas Mama gaben sich alle Mühe, aber der kleine Wind am Wasser war absolut kein Drachenwind. Nachdem Nona den Befehl zum Drachenstart gegeben hatte und die anwesenden Erwachsenen sich dessen angenommen hatten, setzte sich das Kind unauffällig in Richtung H²O ab. Wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie sie bis zu den Knien in der Ostsee stand, mit nasser Hose und zu Schöpfkellen unfunktionierten Bungis…
Ist euch das schon mal aufgefallen? Mama-Handtaschen sind immer sehr groß, der Grund: Ersatzwindel, Ersatzhemd, Ersatzhose, Ersatzoberteil, Ersatzjacke, Trinken, Essen, Bücher, Liem Hasi, Gummibärchen, Schokoeier….was die Dame eben so braucht! Meine persönlichen Sachen passen in Hosen- und Jackentasche, ICH bräuchte keine Tasche, nur um das mal klarzustellen ^^
Nach Nutzen von Ersatzhose und Ersatzwindel (was war nicht in der Tasche? Ersatzsocken…) ging es noch in’s Ostsee-Info-Center. Wir kamen gerade richtig zur Fischfütterung. Eine Centerfrau kam mit einer kleinen Dose voll mit undefinierbarem Fischessen. Es war rosa, glitschig, klein und hatte keine wirkliche Form. Fischessen, eben. Sie sagte:
„Das könnt ihr zerreißen und über den Fischen reinfallen lassen. Dann fressen die das.“
Nona angelte mit zielsicherem Pinzettengriff ein rosa Fischessen aus der Dose und ließ es unzerkleinert wie es war und begleitet von ihrem lautem Lachen („höhöhööö“) fallen. Eine vorher nicht sichtbare Scholle erhob den platten Körper, öffnete ein gigantisches Maul, schluckte den Glibber am Stück hinunter und legte sich wieder gemütlich schlafen. Eine Kuh ist satt, sagt meine Oma immer 🙂
(Als ich einen Fisch locken wollte und mit dem Finger an der Wasseroberfläche hin und her planschte, rief Nona ganz aufgebracht:
„Nein, Mama! Fiss beißt!“)
Im Becken schwammen nicht nur Schollen, sondern es liefen auch Krabben (denen die Fische ständig die rosa Teile vor der „Nase“ (?) wegschnappten!) an der Scheibe lang. Außerdem wohnten in der Mitte die Miesmuscheln und – wie ich dachte – ihre Freunde, die Seesterne. Seesterne sind sehr hinterhältig! Erst machen sie auf best friends und wenn die miesen Muscheln mal einen Moment nicht aufpassen, haben sie einen Seesternmagen im Haus! Die stülpen ihren Sternkörper nämlich mit allen Beinen abgestreckt über so eine Muschel und saugen die dann aus. Das ist ihr Essen! Nix mit rosa Glibber. Sieht schon abgefahren aus, so’n Stern beim Mittag.
Zwischen den Schollen schwamm ein Steinbutt.
Weil er von Farbe und Beschaffenheit so aussah wie paniert, nannte ich ihn liebevoll „den Schnitzelfisch“.
Andere Kuriositäten:

Der Baumstamm oben links heißt übrigens „Captain Joe“ und steht bei meinem Opa im Garten. Auf dem Bild machen sie sich gerade miteinander bekannt. Unten rechts ein Getränk namens „Fietes Möwenschiss“, wirklich wahr! Eine Flasche roten Möwenschiss haben wir mitgenommen, Kirsche mit Wodka. Ich werde bei Gelegenheit berichten, ob Nomen = Omen.
Abschließend noch ein paar Ostsee-Impressionen aus Eckernförde. Schön war’s!



„Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“
Sieht noch jemand das Herz, was sich aus Häuser-Himmel-Blätterform ergibt?



das Schiff hinter mir heißt „FREEDOM“
„Es ist nicht wichtig, wie dick der Pinsel ist, mit dem das Leben malt. Wichtig ist, dass die Farben schön bunt sind.“
P.S. Kitty-Muffins für morgen sind – bis auf die Glasur – fertig. Aber sie riechen so unerträglich nach Himbeer-Aroma (ja, sie sind rosa), dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man sie tatsächlich essen kann. Gut, dass 14 von den 24 Stück morgen mit in die Kita gehen 🙂
Vorhin haben wir schon Ballons aufgeblasen (genaugenommen sagt sie, welche und ich blas mir ’nen Wolf) und die HAPPY-BIRTHDAY-Girlande aufgehängt. Ich weiß nicht, wer von uns aufgeregter ist.
Wenn andere Mamas dann kurz vor dem Geburtstag des Kindes so erzählen, wie sie sich heute vor xy Jahren (in unserem Fall: 2) gefühlt haben, wie stark die Wehen waren, was sie gerade gemacht haben und dass sie schon im Krankenhaus gelegen haben, etc., kann ich nur sagen: heute vor 2 Jahren war ich ziemlich dick, war morgens noch gut gelaunt bei der Akupunktur und hinterher einkaufen, habe dann vermutlich auf der Couch gelegen, ein Buch gelesen, mich von sinnfreiem Unterschichten-TV berieseln lassen und nicht im Entferntesten dran gedacht, dass sich das Bauchkind am nächsten Tag (12 Tage vor Termin) so plötzlich auf den Weg machen würde… Nonolein hatte übrigens ganz oft pränatalen Schluckauf. Dann hat der dicke Bauch immer so lustig gewackelt ^^ Und jetzt wackelt ihr eigener Bauch, wenn sie lacht ❤ Love you!
Advertisements

Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

1 Kommentar zu „Dooßes Wasser“

  1. Eine süße Maus hast du da.

    Das mit dem Im-Auto-Fernseh-Schauen kommt mir sehr bekannt vor. Meine Tochter schaut im Auto immer eine Kikaninchen-Folge nach der anderen auf meinem IPhone 😀

    Liebe Grüße

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s