Ferien…und die Autos gucken zu.

Wow, die 1000 Clicks sind geknackt, toll! Und das größte Lob für einen Schreiberling ist die Frage danach, wann man sich den morgendlichen Tee endlich wieder mit dem Lesen der Bloglektüre versüßen kann. Danke! Jetzt! Das Warten hat ein Ende.
Ich weiß, Asche auf mein Haupt – eine Woche Blogverwahrlosung… Es gab einfach zu viel zu tun unter der Woche. Tja, wenn die Arbeit nicht wär…Aber das ist nun erstmal vorbei, 14 Tage frei! (Reimt sich, darf mir was wünschen!).
Denn jetzt *trommelwirbel* sind…… FEEERRRIIIIEEEENNNN!!!!
Shalala, yippieyayeah: ganze 2 Wochen, sowas Schönes!

Liebe ferienunabhängigarbeitende Bevölkerung,
ich erwähne die Herbstferien hier nicht ständig, um euch zu ärgern. Wirklich nicht. Aber ich muss es mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, sonst ist nachher eine Woche vorbei und ich hab’s noch gar nicht richtig geschnallt, deswegen ein Mal noch: FERIEN!
Wie schon gestern bei FB geschrieben: Jasonmodus OFF.

Diese Woche waren Jasons & Co. übrigens wieder sehr kreativ.
Es ging um Schweine, beziehungsweise um ein ganz besonderes Schwein, das Ferkel Ferdinand. Aber dazu später mehr.
Zu Beginn der Stunde begrüße ich die Kinder und fordere sie auf, einen Kreis zu bilden für das Begrüßungslied. Ihr denkt: kein Problem?
Weit gefehlt! Die „Eierpflaumen“-Gruppe macht absichtlich keinen Kreis, damit sie besagten Neologismus rufen und sich dabei köstlich amüsieren kann. Eine andere Gruppe schiebt sich gegenseitig rum, lässt die Hände wieder los, geht zum Bällebad, klopft an die Scheibe nach draußen und erinnert sich erst dann wieder an meine Aufforderung. Die nächste Gruppe stellt sich wahlweise hintereinander (!) oder in einer Reihe auf und selbst wenn ich sage: „Wer möchte denn zu mir kommen? Ich beiß nicht“ gucken sie verlegen zu Boden. Die übernächste Gruppe stellt mich immer wieder vor ein mathematisches Rätsel, dessen Lösung ich auch nach einigen Wochen noch nicht näher gekommen bin: 10 Kinder wollen alle nur die Musiklehrerin anfassen
(Namen sind Schall und Rauch! Ich fragte: „Wer hat sich denn meinen Namen gemerkt?“
Kind: „Ich! Du bist die Musiklehrerin!“).
Wenn ich – was theoretisch möglich wäre – jedes Kind mit einer Hand an einem meiner Finger andocken ließe, käme dabei ein durchaus interessanter Kreistanz heraus.
Im Begrüßungslied geht es um die Tiere des Bauernhofes. Ich machte die Melk-Bewegung vor und fragte nach dazugehörigem Tier, um ihnen das Lied wieder in Erinnerung zu rufen. Als sie das ohne Probleme erklären konnten, verließ ich den Kreis für ca. 5 Sek, um die CD zu starten. Plötzlich begannen alle wie abgesprochen mit nahezu ekstatischem Sprechgesang, der mit jedem Mal an Tempo und Intensität gewann, begleitet von rhythmischem Klatschen (ach ja, auf ein Mal geht’s?!):
„Die alte Kuh, die alte Kuh, die alte Kuh, …“
Ich drehte mich um, sah wider Erwarten keine buntbemalten Voodoo-Masters um ihre Opfergabe tänzeln, und sagte nur: „Hallo?! Geht’s euch gut?! Entweder ihr hört sofort auf oder ihr lasst mich mitmachen!“
Damit hatten sie nicht gerechnet, ha! Große Augen, große Stille, großer Kreis. Und dann sangen wir das Begrüßungslied, als wäre nie etwas gewesen.
Vielleicht habe ich mir das Ganze auch nur eingebildet. Wer weiß…
(Wird sich spätestens dann herausstellen, wenn wir uns in 3 Wochen wiedersehen zum Unterricht. Wenn sie alte-Kuh-singend reinkommen, weißte bescheid, Schätzelein….)

Aber kommen wir zu Ferkel Ferdinand, der ist übrigens dank seiner Kunststücke „im ganzen Land bekannt“. Das „ganze Land“ verdeutlichen wir durch einen gigantischen Halbkreis mit den Armen, und wie ich das gerade erklären will, spielt ein Kind verrückt, grunzt wie ein Schwein und schubst seinen linken und rechten Nachbarn. Also wurde aus meiner Aufforderung eine Ermahnung:
„Wir machen mit den Armen einen großen…ERIK!“, sehr zur Freude der Kinder.
Erik, der Große (lat. Ericus Magnus), führte u.a. die sog. Schweinekriege und erzwang die Unterwerfung der Ferkel. In Auseinandersetzungen mit der Musikkönigin wollte er den Unterricht reformieren, was ihm jedoch nicht gelang.
Selbiger Erik informierte mich nämlich vor Beginn der Stunde (statt „hallo“), dass er heute ins Bällebad gehe. Ich erwiderte, dass wir hier Musik machen und nicht ins Bällebad gehen würden. Daraufhin konterte er, dass wir letztes Mal schon gesungen hätten und er dann heute aber lieber ins Bällebad gehe.
Manchmal sollte man einfach nicht diskutieren.

Stellt euch mal vor, der Bauer war diese Woche sehr verärgert, weil ein Tier in sein Futterlager eingebrochen ist, sämtliche Säcke umgekippt und deren Inhalt auf dem Boden zertrampelt hat. Habt ihr eine Idee, wer das gewesen sein könnte?
„Die Katze“, „der Hund“, „die Kuh“, „die Maus“ (?), „das Pferd“, „das Schaf“, … ein Wunder, dass nicht noch „der Vogel“ als Vorschlag kam. Aber dann wurde es noch besser. Ein Mädchen formte mit den Lippen das „s-c-h“, ich wollte schon spontan „JAAAAAA“ rufen und dann hörte ich als Antwort: „Schwan“. Ich vermutete ein akustisches Problem zwischen uns und hakte nach:
„Welches Tier war das? Sag mal ganz laut.“
Sie (laut): „Der Schwan“. Ja, der wird’s wohl gewesen sein. Schwerdinand…

Dann haben wir aus quadratischem rosa Papier fiel.. viele Ferdinands gebastelt (siehe „Sieben Sachen“, mittleres Bild). Nach der Faltaktion (Anweisung: „Eine Spitze auf die andere Spitze legen, festdrücken“ –> ihr glaubt nicht, was dabei rausgekommen ist….alles außer Dreiecke!) durften die Kinder noch Augen und Nasenlöcher malen. Ich sagte ohne darüber nachzudenken:
„Wer fertig ist, schreibt noch den Namen auf die Rückseite.“
Kurze Zeit später wurde ich gefragt, wie man denn „Ferdinand“ schreibt…
♪♫♫♪ „I wanna go home…..I wanna go home….oooooohhhh I wanna go home…“ ♪♫♫♪

„Wisst ihr eigentlich, was Schweine fressen? Nein, keinen Matsch.
Sie fressen Gras, Mohrrüben, Kartoffeln, Pilze, Schnecken, Insekten,….
Und sie trinken gerne Milch (weißes Tuch). Und was trinken sie noch (blaues Tuch)?“
Kinder: „Kakao!“

Eines von Ferdinands Kunststückchen ist übrigens, auf einem Bein (Huf) zu stehen und sich auszubalancieren. Ich weiß nicht, was vielen Kindern heutzutage fehlt. Wahrscheinlich das Nach-Draußen-Gen ^^
Als ich klein war, so Anfang bis Mitte der Neunziger Jahre, traf man sich auf der Straße (damals konnte man die an einem Nachmittag vorbeifahrenden Autos an einer Hand abzählen, vorausgesetzt, man konnte schon zählen), malte mit Kreide ein paar Kästchen mit Zahlen drin auf den Boden und dann wurde gehüpft. Auf einem Bein, auf zwei Beinen, mit Grätschsprung, etc. Das klingt jetzt wahnsinnig altklug, aber ich glaube, der Generation „Millenium folgende“ tut das permanente Handycomputerschülervzwiispielen nicht besonders gut. Früher musste man sich auf dem Skateboard/den Rollschuhen/den Inlineskatern mal ordentlich alle abstehenden Körperteile aufschrammen und Schneidezähne abbrechen um das Prinzip „schiefe Ebene“ zu verstehen. Heute drückt man hektisch auf „Pfeil nach oben“, wenn der PC „Jump, jump“ vorschreibt und hat hinterher ein SIMS-Männlein weniger im Dorf, wenn’s nicht geklappt hat.
Ich bezweifle auch, dass viele der (verbotenerweise) unter-13-Jährigen-Facebooknutzer überhaupt wissen, wie man selbiges schreibt, geschweige denn, was es übersetzt heißt. Weshalb sonst sollten sie hochprozentige Partyfotos, den ersten Joint und den in-die-Kamera-gehaltenen-Stinkefinger mit blutrotem Nagellack vor mehrschichtig dunkelschwarz umrandeten Augen (damit sie sie wiederfinden?) der ganzen Welt präsentieren? Aber egal, ich schweife ab. Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen mit existierenden Personen sind natürlich rein zufällig und nicht beabsichtigt! Nicht!
Aber zurück zu Ferdinand.
Selbst von den Vorschulkindern können viele nicht auf einem Bein stehen. Kein Witz. Es geht nicht. Nach 1 Sek fallen sie um, liegen am Boden und haben großen Spaß dabei. Aber mit Kunststück hat das wenig zu tun…
Mein Mann hat mir das schon vor einigen Jahren erzählt, weil das, wie er sagte, eine der ersten Übungen für die Eignung zum Schlagzeugunterricht sei. Damals habe ich gelacht…

Manchmal vermute ich, die Kinder denken sich Strategien aus, um mich zu verunsichern. Eigentlich lasse ich mich wirklich nicht schnell aus der Ruhe bringen. Ich habe ein Kind zu Hause. Das sagt alles.
„Nono Ferkel!“
„Was?! Warum ist Nono ein Ferkel? Was ist passiert?“
………
„Aha, das ganze dreckige Pinselmalwasser ist auf dem weißen Teppich ausgekippt…….hm, nicht so schlimm, aber hör auf zu weinen, ja?“
Ein kleiner Junge aus der Jasonfraktion, eigentlich aber größtenteils ganz nett, kommentierte jeden meiner Sätze mit: „Die Autos gucken zu.“
(Im Unterrichtsraum steht ein Schrank mit Spielzeug, den ich mit einer Decke abgedeckt habe. Denn was sie nicht sehen, ist nicht da. So! Nun guckten aber die Autos aus dem untersten Regal frech hervor, weil die Decke nicht groß genug war.)
Klingt bisher noch nicht sehr spektakulär, ich weiß. Aber das Ganze muss man sich nun so vorstellen:

„Hallo, schön dass ihr da seid und heute wieder Musik mit mir machen möchtet!“
„Die Autos gucken zu.“
…..
„Was hat Lucy denn letztes Mal auf dem Bauernhof erlebt?“
„Die Autos gucken zu.“
…..
„Erinnert ihr euch denn noch an das Feuerwehrlied?“
„Die Autos gucken zu.“
…..
„Was meint ihr, welches Tier hat die ganzen Futtersäcke umgekippt?“
„Die Autos gucken zu.“
…..
„Ich möchte mit euch heute basteln!“
„Die Autos gucken zu.“

Na, nervt langsam, wa? Und nun stellt’s euch vor  x45 min!
Problematisch an meiner Taktik, den Kommentar einfach zu ignorieren, war, dass der Junge bei Nichtbeachtung seinen Satz in einem stetigen Crescendo wiederholt von sich gab, bis ich antwortete: „Ja, die Autos gucken zu.“
Und ihr wundert euch, warum ich mich über die Ferien freue 🙂

Die Wiederholungsfragen zur Apfel-Raupen-Stunde waren auch wieder interessant.
Ihr erinnert euch sicher an „Croissant“ und „Balkon“ als Bezeichnungen für das Gebilde, in dem aus der Raupe ein Schmetterling wird.
Diese Woche war es der „Karton“. Dem ganzen die Krone aufgesetzt hat aber einer meiner Sätze, den die Kinder vervollständigt haben:
„Dann baut die Raupe sich einen…..?“ – „Haus.“

Jepp, ich habe stolz auf dir.
Und in genau die Kategorie gehören z.T. die Erzieherinnen. Eigentlich dürften Menschen mit Abitur nicht genauer hinhören, was die Birgits, Monikas und Peggys so über’n Hof brüllen. Gestern war es:
„Ey! Heb dit uff! Wer den Euro nich ehrt, is‘ den Taler nicht wert!“
Ich kann nicht sagen, wo in meinem Körper es zuerst weh tut. Nicht nur grammatikalisch, sondern auch inhaltlich über’s Ziel hinausgeschossen. Dit sach mal zu Griechenland, wenn’de uff da Straße jefracht wirst, wat’de von dit Rettungspaket halten tust!
Man, man. Ich hab mit den Augen den ganzen Garten gescannt und war mir sicher, dass hinter dem nächsten Baum das rosa Prinzessinnenkostüm mit Cindy aus Marzahn drin lauert, die für eine neue Folge als Erzieherin verkleidet in ihrem Bezirk „meine“ Kita besucht. Ick hab se nich jefunden 😦 Vielleicht sollt‘ ick se ma anrufen. Oder gleich Katja Saalfrank.

Wenn das Nono-Kind ausgeschlafen hat, geht’s zu Jannys Eis.
Sie: „Jaaa! Danis Eis!“
Ich: „Nein, J…annys Eis.“
Sie: „Jannys Eis, au ja! Nono Eis?“
Ich: „Ja.“
Sie: „Papa Eis?“
Ich: „Ja.“
Sie: „Mama Eis?“
Ich: „Ja.“
Sie: „Janny auch Eis?“
….

Heute morgen hätte sie um ein Haar ein stolzes Mamatränchen aus meinen Augen gedrückt, konnte mich gerade noch so beherrschen.
Sie redet ja seit Tagen nur noch von ihrem Bokatz. Es wird eine Kitty-Party (nicht lachen, aber ich war vor der Kinderzeit immer soo gegen Klischees….und nun trägt die Tochter hauptsächlich rosa und lila und feiert eine Hello-Kitty-Party mit allem, was dazu gehört ^^ aber manchmal kann man sich einfach nicht wehren.)
Jedenfalls fragten wir, wie alt sie wird und erwarteten die Zwei-Finger-Zeigen-Antwort, derer sich der Einfachheit halber selbst viele 5-Jährige noch bedienen („Ich bin so!“ *Finger zeig*).
Da guckt die Prinzessin hoch und sagt langsam und deutlich: „Sswei Jaahre alt“. Hach! *schmelz, sabber*

(Sie zählt übrigens sicher von 1 bis 10, lässt aber konsequent die 3 aus. Also feiern wir nächstes Jahr schon den 4.Geburtstag. Mensch, wie die Zeit vergeht 😉
Im Folgenden darf gestaunt werden über die Weiterentwicklung des Kastanienbauens mit neuem Rohstoff: Filz.

Des Weiteren ist unten links die „Popelbume“ abgebildet, das mittlere Bild ist keine O2-Werbung, sondern der Himmel am 1.Oktober und rechts unten sieht man, dass das Ende des Blattes noch lange nicht das Ende des Malens bedeutet 🙂
Ach, so eine schöne Metapher! In diesem Sinne: habt ein buntes Wochenende!

Advertisements

Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

Ein Gedanke zu „Ferien…und die Autos gucken zu.“

  1. hihi wie genial!

    genau wie unsere vor einiger Zeit!! =) ja das ist zum schmelzen *hach*
    die 3 wurde bis vor kurzem auch konsequent ausgelassen, aber wenn irgendwo eine zu sehen war konnte sie sie schon sagen! ich glaub unsere mochten die 3 einfach nicht, unsymphatische Zahl! Ha! Mittlerweile haben die 2 sich vertragen… 😉

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s