vom Glück

Mal was anderes…darf sich jeder eine Scheibe Käse von Abschneiden und mitnehmen 🙂

Es war ein Mal eine kleine Maus, die in den Wald hinaus lief, um ihr Glück zu finden. Sie war nicht wirklich unglücklich, aber richtig glücklich war sie eben auch nicht. Sie kam an einen Fluss und schaute neugierig hinein. Ob hier mein Glück ist? Ein Fisch sprang heraus und sagte: „Hallo Frau Maus, wie…“ Hüpf. „…kann ich dir helfen?“ Hüpf. „Ach, Fisch, ich suche mein Glück. Hast du es vielleicht gesehen?“ Der Fisch antwortete: „Ja, Frau Maus.“ Hüpf. „Dort entlang, durch dunkle….“ Hüpf. „…Wälder, vorbei an steinigen…“ Hüpf. „…Klippen und tiefen Schluchten.“ Hüpf. „Dort habe ich dein Glück gesehen.“ Hüpf. Die kleine Maus verabschiedete sich freundlich und lief in die Richtung, die der Fisch ihr gezeigt hatte. Sie lief und lief. Es wurde langsam dunkel im Wald. Ein schwarzer Schleier legte sich über die Bäume. Da erschrak die Maus plötzlich ganz fürchterlich, weil direkt neben ihr auf einem Baumstumpf eine Eule saß und ihr „HUHU“ in die Nacht schrie. „Mensch, Eule, ich bin gerade höher gesprungen als Mäuse es eigentlich können, weil ich mich so erschrocken habe!!!“ Die alte Eule begrüßte die Maus und bot ihr als Entschuldigung für den Schreck eine Tasse heißen Tee an. Es war bitterkalt im Wald geworden, die Maus freute sich sehr und nahm die Einladung selbstverständlich an. Durch das lange Laufen im Wald hatte sie gar nicht bemerkt, dass ihr Magen ungeduldig knurrte. Von Eules Tee-Keksen aß sie einen ganzen Teller voll auf. Noch nie hatten stinknormale Sandkekse mit Käsestückchen sooo gut geschmeckt!! Die kleine Maus erzählte der Eule, dass sie auf der Suche nach ihrem Glück sei und fragte, ob sie wüsste, wo sie es finden könne. Die Eule überlegte einen Moment, lächelte dann weise und antwortete: „Du kannst diese Nacht in meinem Baumloch schlafen. Morgen früh machst du dich wieder auf den Weg, läufst in nord-südlicher Richtung bis zum Horizont. Wo sich Himmel und Erde treffen, dort wartet dein Glück auf dich. Aber sieh dich vor – es lauern auch Gefahren dort draußen!“ Die Maus bedankte sich, konnte zwar mit den Himmelsrichtungen nichts anfangen, da hatte sie in der Schule nicht aufgepasst, aber war zu müde zum Nachfragen und schlief dankbar ein. Der nächste Sonnenaufgang kam, die Maus verabschiedete sich mit einem piepsigen HUHU von der alten Eule und lief in Richtung Horizont. Die Eule saß noch eine Weile auf ihrem Ast, sah die Maus immer kleiner werden und murmelte zufrieden: „Das Glück finden….es findet dich!“
Einige Zeit später war eine Schlange in diesem Moment aus ihrem Mittagsschlaf erwacht. Sie räkelte sich so gut sich Schlangen eben räkeln können und gähnte ausgiebig. Als sie gerade ihre beiden Zähne putzen wollte, hörte sie ein leisen Singen, das immer lauter wurde:
Das Waaandern ist des Mäuschens Lust….“
Irritiert kroch die Schlange aus ihrem Versteck um nachzusehen, wer sich traute, in der Mittagsruhezeit zu trällern. Da sah sie, wie sich ihr eine kleine Maus näherte und fröhlich hüpfend ihr Liedchen summte. Sie wähnte sich scheinbar unbeobachtet.
Pssssssssssssssssssssssst! Sssssssingen issssssssst hier sssssssstreng verboten!“
Die Schlange schoss aus ihrem Versteck und versperrte der Maus den Weg. Die Maus traute ihren Augen nicht. Eine Schlange war so ziemlich das Dümmste, was ihr hätte begegnen können. Panisch log die Maus: „A..a…a…aber i…i…ich h..h..habe ddd….den g..g…ganzen Weg hierher ge…ge…geübt, weil ich genau d…d….dir mein L..l…l….Lied vorsingen wollte! Eine alte Eule hat mir von dir erzählt: der schönsten Schlange im ganzen Land!“ Die Schlange überlegte einen Moment, hatte sie doch eigentlich großen Hunger und den Tisch schon vorsorglich mit Mäusebesteck gedeckt… Aber angesichts dieses Komplimentes wollte sie ihren Ruf nicht zerstören, lobte die Maus für den schönen Gesang und zog sich zurück. Auf die Frage der Maus nach dem Glück zischte die hungrige Schlange nur: „Sssuch weiter und höre auf dein Herzsssss. Esss wird dir ssssicher ssssschon bald begegnen.“ Gesagt, getan. Erleichtert über den guten Ausgang des Schlangentreffs legte die Maus ihren weiteren Weg fröhlich tanzend zurück. Sie balancierte ohne Angst über die tiefen Schluchten, an den hohen Klippen vorbei und kam an eine Lichtung. Ihr Ziel, der Horizont, schien überhaupt nicht näher zu kommen, je weiter sie lief. Als es plötzlich wie aus Eimern zu gießen begann, suchte sich die Maus einen Unterschlupf ganz in der Nähe. Sie wartete und wartete… Langsam kam auch die Sonne wieder heraus. Dann konnte sie endlich weiter nach ihrem Glück suchen. Aber was war denn das?? Da! Sie traute ihren kleinen Mäuseaugen kaum. So etwas Wundervolles hatte sie noch niemals in ihrem gaaanzen Leben gesehen. Alle Farben, die sie kannte, kamen dort zusammen und zogen ein großes Tor durch den Himmel. Und das bunte Tor endete… ja! Genau auf der kleinen Lichtung vor ihr! Die Maus fühlte sich in diesem Moment so groß und stark wie ein Bär und so frei wie ein Vogel! Sie sprang aus der Höhle heraus, höher als je eine Maus gesprungen war, sie tanzte das schönste Mäuseballett, drehte Pirouetten und sang so laut sie konnte: „Ich habe einen Schatz gefunden und er trägt tausend Farben…“
Als sie nur noch einen Mäusetritt von dem bunten Wunder entfernt war und es riechen, fühlen und schmecken wollte, war es plötzlich genau so schnell verschwunden wie es gekommen war. Die Maus drehte sich im Kreise, suchte überall, kletterte auf Bäume, sprang in Flüsse, alles ohne Erfolg.
Als sie klitschnass und traurig aus dem Fluss kletterte, hörte sie hinter sich ein vertrautes: „Hallo Frau Maus! Wieder da?“ Hüpf. Nanu, der Fisch? Sie drehte sich um und begrüßte ihn. „A..a…aber wie kann das sein?! Ich bin doch so weit gelaufen! Durch dunkle Wälder, vorbei an steinigen Klippen, wilden Tieren und tiefen Schluchten! Du etwa auch?“
Der Fisch lachte. Er lachte so doll, dass er gar nicht richtig antworten und man sein „Nein“ nur erahnen konnte. „Aber das heißt ja, dass ich im Kreis gelaufen und nun wieder ganz am Anfang meiner Reise bin?!“ weinte die Maus und eine dicke Träne kullerte über ihr Gesicht. Der Fisch tröstete die traurige Maus und fragte, ob sie ihrem Glück denn begegnet sei. Die Maus schüttelte den Kopf, aber erzählte dem Fisch dann aufgeregt und ausführlich von ihrer Begegnung mit der netten Eule, die sie bei sich hat schlafen lassen, dem leckeren Tee und den Keksen, dem Singen bei der Schlange und dem wunderwunderschönen bunten Tor auf der Lichtung. Der Fisch lächelte und sagte erstaunt: „Dann ist dir dein Glück auf der …“ Hüpf. „…Reise so oft begegnet und du hast es….“ Hüpf. „…nicht erkannt?!“ Er winkte noch ein Mal zum Abschied mit der Flosse und schwamm dann eilig davon. Die Maus dachte einen Moment über die Worte des Fisches nach. „Das war mein Glück?! Aber ich wollte es doch finden und mitnehmen, damit ich es immer bei mir habe und immer, immer glücklich sein kann…“ HUHU…. Die Unterhaltung hatte die Eule beim Vorbeifliegen zufällig mitangehört und landete auf einem großen Stein am Ufer. Sie sagte: „Das Glück kann man nicht finden, liebe Maus. Es findet dich, wenn du springst, so hoch wie du noch nie gesprungen bist, wenn du tanzt, als ob niemand zusieht und wenn du singst, als ob niemand zuhört. Auf der Suche nach dem großen Glück verpasst du die vielen kleinen auf dem Weg. Denn das Glück wohnt nicht in einem riesigen Stück Käse, es ist in der Seele zu Hause. Und niemand kann zu jeder Zeit glücklich sein. Was du auf der Lichtung gesehen hast, war übrigens ein Regenbogen. Er entsteht, wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint.“ Die Eule zog etwas Kleines unter ihrem Flügel hervor und gab es der Maus. „Ich habe hier noch etwas für dich. Du magst doch Kekse. Aber sieh dich vor beim Essen. Er birgt ein Geheimnis! HUHU“
Mit diesen Worten breitete die Eule ihre Flügel aus und flog davon. Die Maus schaute ihr hinterher und war sich ganz sicher, einen dünnen bunten Schweif am Himmel gesehen zu haben, dort, wo die Eule entlang geflogen war. Sie rieb sich die Augen, biss hastig in den seltsam geformten Keks und fand dann, was die Eule gemeint hatte: einen Zettel! Darauf stand:
Ohne Tränen hätte die Seele keinen Regenbogen“
Die Maus saß noch eine Weile nachdenklich auf dem kleinen Stein und ging dann glücklich bis zu den Mäusezehenspitzen nach Hause, denn jetzt wusste sie, dass sie ihrem Glück tatsächlich begegnet war. Und würde es eines Tages an ihre Tür klopfen, sie würde ihm einen Stuhl anbieten. Und eine Tasse Tee mit Keksen…
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…war Spaß!

Eine Woche „Nono krank ist“ ist fast überstanden. Nach zaghaftem Beginn am Montag und exponentiellem Fieberanstieg mit apathischen Zuständen und der „alles-ist-falsch-Mentalität“ am Mittwoch (und erneutem Kinderarztbesuch, lieber ein Mal zu viel…), ging es ihr gestern Abend schon wieder so gut, dass sie Witze reißen konnte. Ihr denkt – hä? Ist sie nicht vor ein paar Tagen erst „Swwaai Jahrre alt“ geworden? Und dann schon Witze?! JA, haltet euch fest.
Folgende Situation:
Nona saß mit Jauli, ihrer Ur-Oma, vor dem Fernseher. Vor dem Sandmann („Samba, lieber Samba“) kommt eine Tierdoku aus dem Zoo Leipzig, also kein Trickfilm, sondern echte Tiere und echt sächsische Kommentare von den Wärtern 🙂 Jedenfalls war dort ein großes, graues Rüsseltier zu sehen.
Jauli: „Guck mal, Nona, ein Elefant!“
Nona: „Nein! Ein Tiger!!“
Jauli: „Aber das ist doch ein Elefant!“
Nona (verärgert und sehr ernst): „Nein, Wauler (=Jauli)! Ein Tiger ist das!!“
Sie haben das nicht weiter ausdiskutiert. Etwas später unterhielt sich Sasa mit Fiona und fragte, ob Nona zu einem Elefanten Tiger gesagt hat, als sie mit Jauli vor dem Fernseher saß.
Was antwortet das Nono-Kind darauf? „WAR SPAß, SASA!“
I love her ❤

Fräulein M. besitzt im zarten Alter von 2 schon eine ziemlich stattliche Büchersammlung: 2,5 Regale im IKEA-Hensvik-Schrank sind VOLL.
Ich weiß, für einen kleinen Menschen ziemlich viel „Lese“-Stoff, aber das ist nun mal mein Spleen. An einem schönen Kinderbuch kann ich einfach nicht vorbeigehen. Ihre Lieblingsbücher wechseln von Zeit zu Zeit. Momentan sind es die Licht-An-Bücher, die eigentlich für Kinder ab 4 sind, glaube ich. Prinzip funktioniert so: Ein paar bedruckte, dicke Papp-Seiten zu dem Thema des Buches und dann ein paar ganz schwarze Seiten mit einer Folie davor. Wenn man so auf die Folien-Seite raufguckt, sieht man wenig bis nichts. Nun kommt der Licht-An-Trick ins Spiel: hinten im Buch ist eine kleine „Taschenlampe“ drin aus dünnem Karton mit einem weißen Lichtkegel vorne aufgedruckt. Wenn man nun die Lampe zwischen Folie und schwarzer Seite schiebt, kann man im weißen Lichtkegel sehen, was auf der Folie ist; das sieht wirklich aus wie Leuchten mit einer echten Taschenlampe. Sehr spannende Angelegenheit, das. Ich kann die Bücherreihe nur empfehlen! Aber zurück zum Lieblingsbuch: Tief im Meer heißt es.
Auf den ersten Folienseiten sieht man kleine Fische, Quallen, Seesterne, Seeigel, Krabben, etc. Alles, was sich so in Ufernähe rumtreibt. Auf den nächsten Seiten dann Makrelen („Ooh, eine Slange!“), Clownfische, Schollen und noch weiter hinten Wale, Haie, etc. Nun waren wir ja Anfang Oktober in Eckernförde am „dooßen Wasser“ (nachzulesen hier) und haben dort im Ostsee-Center Fische gefüttert. (Mittlerweile habe ich auch erfahren, was das rosa Glibber war, mit dem wir die Fische gefüttert haben: gekochtes Muschelfleisch. Ich nenn’s trotzdem lieber Glibber. So!) Es gab dort Krabben, Seesterne, Schollen und einen Steinbutt. Letzterer hatte es ihr angetan. Er war der größte von allen und sah aus wie ein paniertes Schnitzel. Jetzt kam besagter Fisch auch in ihrem Buch vor. Sie sah ihn, überlegte einen Moment und präsentierte dann stolz seinen Namen: „Fischbutter“ ^^ Mmmhhhh….. dann lieber Schnitzel!

Ein anderes Buch dreht sich um die Jahreszeiten. Das kann ich nicht uneingeschränkt empfehlen, weil (wirklich wahr!) es im Frühling regnen kann (Folie mit dicker Regenwolke), im Sommer ist man am Strand, dort scheint die Sonne, aber es kann auch ein Gewitter aufziehen (Folie mit dicker Gewitterwolke), im Herbst regnet es viel und alles wird grau (Folie mit….richtig: Regenwolke), dann gibt es auch Nebel (durchweg graue Folie mit ein paar „Gucklöchern“, das ist der Nebel) und dann kommt der Winter (Folie mit Schnee und Schneemann), weiße Landschaften, Eiskristalle, zugefrorener See, Kinder spielen, etc. Da hat der Autor wohl eine ziemlich eindeutige Vorliebe… Keine sprießenden Blumen im Frühling, keine badenden Kinder im Sommer, keine bunten Blätter im Herbst, schade!
Also, die nächste Aufgabe wartet: Kinderbuch mit witzigen Reimen und bunten Jahreszeiten schreiben. Steht auf der To-Do-Liste für später.
Ich bin mir nicht sicher, ob Fiona sich aktiv an den letzten Winter zurückerinnern kann. Eher nicht, schätze ich. So staunte sie nun nicht schlecht, als sie die Folie mit Schneeflocken und dem Mann mit dem dicken weißen Bauch und der Möhrrübennase sah. Wisst ihr, wie er heißt? Nono: „Lehmann“. Jetzt wird mir so einiges klar, z.B., wen Sven Regener in seinem Buch/Film da auf die Schippe (haha) genommen hat…

Gestern Morgen wollte ich Nona nach einer ausgiebigen Töpfchensitzung (+ Buch lesen, natürlich!) eine neue Windel anziehen. Sie sprang auf, rannte mit nacktem Po durch die Wohnung, aus der Kinderzimmertür raus und rief: „Tschüüüß!“
Ich musste grinsen, antwortete nicht, blieb auf dem Teppich in ihrem Zimmer sitzen und wartete. Worauf? Darauf, dass sie entweder wiederkommt (nicht sehr wahrscheinlich), ein Geräusch zu hören ist, was vermuten lässt, dass ein Zeh eine Begegnung mit einer Tür hatte (wahrscheinlich), dass ihr Mund intrakühlschrankulär eine Begegnung mit einer Kinder-Pingui-Verpackungsfolie hatte („Mama! Deht nich!! Aufmachen!“ – wahrscheinlicher) oder ein Fuß auf einem herumliegenden Puzzleteil ausgerutscht ist (am Wahrscheinlichsten). Oder das Klacken meiner Hackenschuhe, die sie mit Vorliebe anzieht, wenn sie sie findet. Nichts dergleichen! Statt dessen kam sie wieder um die Ecke, blieb im Türrahmen stehen und sagte mit Nachdruck: „Mama! Ich habe Tschüß gesagt!!“ Heieiei…

Erinnert ihr euch noch an meinen Schüler, der zum Thema Dynamik eine nahezu geniale Eselsbrücke in den Raum geworfen hat?
Immer wieder dienstags… Sein Kumpel, dem Nachnamen nach mit Migrationshintergrund, verabschiedete mich mit den Worten: „Tschüß, Frau Müller. Nächste Woche bin ich nicht da. Da fahren wir zu meiner Oma. Da müssen wir 15 Stunden fahren, oder so!“
Ich: „Oh, wo wohnt deine Oma denn?“
Er: „Weiß ich nicht so genau.“
Ich: „Aber wenn ihr 15 Stunden fahrt, dann wohnt sie bestimmt nicht in Deutschland.“
Er: „Nee, die wohnt nicht im Land. Die wohnt in so ’nem kleinen Dorf. Da fahren wir immer ewig mit der Autobahn.“

Und da soll man dann ernst bleiben ^^ Ich habe nicht weiter nachgefragt…

Aber bleiben wir doch in der Schule. Wem sagen die Namen „Saph“ und „Jül“ etwas?
Früher, vor laaanger Zeit, als ich noch in der Grundschule war, hat die Parallelklasse in der Weihnachtszeit eine Aktion namens Jul-Clap gestartet. Wir, die coole b-Klasse (b wie die Besten im Gegensatz zu den A…..ch lassen wir das), fanden das damals ziemlich albern, haben uns über die anderen lustig gemacht und wollten alle im Grunde nur eins: auch Jul-Clap machen.
Funktioniert folgendermaßen: in einem Lostopf sind alle Namen der Schüler einer Klasse gemischt und jeder zieht nun ein Kind ohne dessen Namen zu verraten. Dann wird der Geschenkewert festgelegt (z.B. 5€) und an einem ausgemachten Tag bringt jeder ein Geschenk mit und erhält im Gegenzug eins von einem anderen. Mittlerweile erkenne ich auch den Sinn darin, den die Lehrerin vor Augen gehabt haben muss, als sie die Sache angeleiert hat. Mitte/Ende der 90er gab es eine ziemlich starke Cliquenwirtschaft in den Klassen (oder gab’s die zu jeder Zeit? Beatles vs. Stones? Pokemon vs. Sailormoon? Supernanny vs. Zwegat?). Ein bisschen wie bei den Hells Angels in abgeschwächter Form ging es zu bei Diddl-Clique gegen Wendy-Mädels. Die ganz coolen lasen schon BRAVO, hatten mit 12 ihr erstes Mal natürlich schon laaaange hinter sich und die übriggebliebenen Jungs interessierten sich angeblich für AUTO-Bild oder FHM, standen aber eigentlich noch jede Woche am Zeitungsladen an, um das Taschengeld für die neue MickeyMouse mit den tollen Extras auszugeben… Man kann ja nie wissen, wofür man so ein Um-die-Ecke-Fernglas mal gebrauchen kann! Um diese Cliquenwirtschaft ein bisschen aufzubrechen, wurde nun also in der a-Klasse der Jul-Clap zelebriert. Ich habe jetzt mal nachgelesen: Jul-Klapp, wie er sich korrekt schreibt, ist norddeutsch und das Gleiche wie Wichteln, was vielleicht mehr Leuten etwas sagt. Das sogenannte Mottowichteln kann laut Wikipedia – meiner 3. Gehirnhälfte – beinhalten:
„Schrottwichteln, Ramschwichteln, Gammelwichteln, Horrorwichteln, Ekelwichteln, Fieswichteln, Schrott-Julklapp und Greuelklapp. Dabei soll der Schenkende Humor und Originalität unter Beweis stellen, im besten Fall wird auch ein Bezug zum Beschenkten hergestellt.“

Haha, wie originell!
„Mensch, Peter, das ist aber nett von dir! Ein benutzter Zahnstocher und ein kaputter Autoreifen, das habe ich mir schon immer gewünscht! Danke!!“
„Bitte, bitte, keine Ursache. Die Petersilie zwischen deinen Zähnen nervt mich nämlich schon seit wir uns kennen. Und der Reifen, naja, weißt du, du bist ein ziemlich Sonntagsfahrer. Und weil ich es hasse, wenn Leute ihre Fahrzeuge um die Kurve tragen, dachte ich mir, mit einem kaputten Reifen wirst du sicher in Zukunft eher den Bus nutzen….“

Aber eigentlich wollte ich gar nicht über den Julklapp berichten, sondern über Jül und Saph. Der Julklapp war nur das erste, was mir eingefallen ist, als ich Jül gehört habe. Besagte Begriffe bezeichnen beide das Gleiche, sind Zusammensetzungen des 21. Jahrhunderts und eine Sinnlosigkeit vom Feinsten, wenn ihr mich fragt.
Gespräch mit dem Schulleiter:
„Ich wollte fragen, wann ich in die ersten Klassen gehen und den Musikgrundkurs vorstellen darf.“
„Wir haben keine ersten Klassen.“
„Aber….äh….vor 2 Wochen war doch Einschulung…?!“
(grinst)
„Ja. Aber wir haben trotzdem keine ersten Klassen.“
„Wie kann das sein?! Keine Schulanmeldungen?!“
„Doch, das sind die Saph-Klassen.“
In mir dachte es. Saft-Klassen?!
Er sah meinen ratlosen Blick und klärte den Saft auf:
Saph ist die Bezeichnung für „SchulAnfangsPHase“, ein System, in dem die ersten 2 bis 3 (!!!) Klassen der Grundschule gemeinsam unterrichtet werden. Aha! Aber jeder mit einem Fünkchen pädagogischem Verständnis müsste doch darauf kommen, dass der Unterschied zwischen einem Kindergartenexmatrikulanten und einem Zweit- oder gar Drittklässler, der bereits 1 Jahr oder mehr in Lesen, Schreiben, Rechnen und Stillsitzen unterrichtet wurde, größer nicht sein kann. Sind Geschwister 10 und 14 Jahre alt, ist der Altersunterschied mindestens 10x so groß wie mit 24 und 28, geschweige denn mit 80 und 84. Das ist einfach so! Weise Menschen sagen, die Schüler könnten sich gegenseitig helfen und das soziale Miteinander würde dadurch stärker gefördert. Mal von dem Sozialzeug abgesehen, wie spannend ist es denn für einen Drittklässler, zum dritten Mal zu lernen, wie man ein A schreibt?
Ich hoffe einfach, dass es bis 2015 wieder eine ganz normale 1. und eine ganz normale 2. Klasse gibt und das soziale Miteinander der großen Pause auf dem Schulhof überlassen wird…Der Vollständigkeit halber: Jül ist die Bezeichnung für JahrgangsÜbergreifendes Lernen. Warum nicht einfach BlÖdSInn? Oder MiST?

Nona geht heute auch „in Schule“, in die Musikschule zu Mamas Kleinkind-Musikkurs. Als ich sie heute Morgen fragte, ob sie weiß, wie die anderen Kinder dort heißen, sagte sie: „Kinder“.
Ich: „Ja, aber weißt du auch, wie die heißen?“
Sie: „Heißen nur Kinder“
Sie singt nicht nur mit den anderen Kindern, sondern spielt ja zu Hause auch gerne auf Instrumenten. Aus „Papas Zeug“ ist mittlerweile völlig korrekt das „Schlagzeug“ geworden, aber die Gitarre ist und bleibt seine „Karre“. Als sie gefragt wurde, ob sie Glockenspiel spielen kann, sagte sie ganz entrüstet: „Nein! Nono spielt Ajorjon!“

Nachdem ich für das Durchlesen des Alltagsphänomene-Posts fast genauso lange gebraucht habe, wie für’s Schreiben, habe ich mir wirklich Gedanken darüber gemacht, ob mein Mitteilungsbedürfnis zu hoch ist und manche Posts zu lang zum Lesen sind. Aber wenn sich eine Woche Wortfetzen im iPhone-Notizblock ansammeln, dann wollen die aufgeschrieben werden. Und dann noch der fehlende Mittagsschlaf der Prinzessin…Naja, den Rest kennt ihr ja. Und dann kommt da eben so einiges zusammen.
Gestern habe ich aber gegenteiliges, sehr positives Feedback bekommen von 2 treuen Lesern, die sich den neuen Post sogar „aufheben“ als Belohnung für nach der Klausur oder für den nächsten Tag auf Arbeit ^^. Mille Grazie! 🙂 Sowas hört man gern!

Eins wollte ich euch noch zeigen: unsere Schuhe.
Wir haben die klassische 80%-20% Verteilung, nur umgekehrt.
8 Paar seine, 2 Paar meine, aber alles Größe 42, also eigentlich ist es völlig egal. Man zieht die an, die gerade vorne stehen. Dumm nur, wenn er die mit den Hacken erwischt ^^. Nono steckt uns, was Schuhanzahl angeht, beide locker in den Sack…Aber das kennt ihr ja schon 🙂 Habt ein schönes Wochenende!

Phänomene des Alltags

….der nächste Mittagsschlaf kam…nicht! Zumindest nicht gestern, am Sonntag. Heute ist es nicht mehr mein Bier, sondern das von „Mautes“ [Mautes heißt eigentlich Frau Mautes und ist Nonas Kindergärtnerin].

Phänomen Nr. 1: 16x + 4y = -5z
(x = ein laut erzählendes Kind, y = Teilchenbewegung (Schubsen), z = Nerven der Aufsichtsperson)

Manchmal gibt es so Tage, die gibt’s eigentlich gar nicht. Und damit meine ich nicht den 29. Februar. Heute Morgen war so einer in der Montagskita. Ich weiß nicht, was genau heute falsch war. Das Wetter? Der Wochentag? Meine Ohrringe? 2/3 der Stunden waren einfach nur laut, so dass ich mit einem mit den Händen geformten Megaphon eine Kreisaufforderung in die Runde gerufen habe und geduldig auf deren Ausführung warten musste. Bei Gruppen ab 10 Kindern ist eine Erzieherin dabei, die für Zucht und Ordnung sorgt, so dass ich mich wirklich dem widmen kann, wofür ich in die Kita komme: Musik. Deswegen sind Montage und Dienstage eigentlich immer recht entspannt. Erzieher sind aber schon ein seltsames Völkchen. Abgesehen von teilweise atemberaubend schlechten Kenntnissen der muttersprachlichen Grammatik („Scharlien, gebe den Schastinn die Schippe zurück und nehm den Eimer wieder!“) fühlen sie sich auch manchmal einfach nicht zuständig. Aber wie sagte unser ehemaliger Dozent immer, wenn wir ob der geballten Ladung an Theorie in Methodik stöhnten? „Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist es nicht, erholt nach Hause zu gehen.“
Wie wahr, wie wahr, liebe Erzieherinnen. Einige sind sich für nichts zu schade und tanzen, singen, spielen, raten mit „ihren“ Kindern mit, was das Zeug hält. Andere freuen sich über die 45 min „Auszeit“ ^^ Die Erzieherin der 16-Kinder-starken Gruppe heute früh ignorierte die Dezibelzahl im Raum (die zeitweise an einen Presslufthammer erinnerte), überließ mich meinem Schicksal und meinte nach der Stunde freundschaftlich, sie möchte mir einen Tipp geben: immer Junge, Mädchen abwechselnd setzen, dann ist es das nächste Mal nicht so laut.
Ich sag da jetzt nix mehr zu…………
Die letzte Stunde war sehr erfrischend ruhig und konzentriert mit einem wunderschönen „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ (Kind: „Da muss ich immer fast heulen. Da ist die Musik so schön!“) mit den „Klockhölzern“. Ruhig war es bis zum Lied mit den Halloween-Gespenstern, die schreien, um die anderen Geister aus dem Spukschloss zu verjagen. Aber da war ich drauf vorbereitet ^^

„Es gibt auch Skelett-Kostüme. Wisst ihr denn, was ein Skelett ist?“
„Ja, ein gestorbener Mensch.“

Phänomen Nr. 2: Versuche nicht, etwas schnell zu erledigen, wenn du es eilig hast. Murphys Hausfrauen warten nur darauf!

Kennt ihr das? Wenn man den Supermarkt betritt, sitzt eine Kassiererin „arbeitslos“ herum, die andere hat 2 Kunden: einen, der gerade bezahlt und einen, der dahinter seine Waren auf’s Band legt. Gut gelaunt und voller Vorfreude auf das Mittagessen, dessen Zutaten man noch schnell besorgen muss, rennt man durch REWE und hält ab und zu mal den Arm raus, um im Vorbeigehen Fleisch, Eier, Milch, Saft und Kaffee zu greifen. Korb, geschweige denn Wagen, hat man gar nicht erst genommen, denn man wollte ja nur schnell ein paar Kleinigkeiten mitnehmen. Man sieht sich schon beim Bezahlen, als plötzlich – auf den letzten Metern vorm Ziel – lauter Hausfrauen lauern, deren einzige Aktivität am Tage scheinbar darin besteht, einkaufen zu gehen, und ihre prallgefüllten Wägen aus den letzten 3 Gängen vor den Kassen alle gleichzeitig rausschieben und sich an die eine noch offene Kasse anstellen. Die zweite hat inzwischen geschlossen, hatte ja nichts zu tun. Ich glaube, die Hausfrauen haben genau auf mich gewartet. Vermutlich haben sie mich schon auf dem Parkplatz gesehen und ihren hinterhältigen Plan ausgeheckt, als sie mich ohne Korb am Eingang gesehen haben… Paranoid, sagt ihr? Und dann schreibt sie noch einen Blog? Naja, auf einen Verfolger mehr oder weniger kommt’s dann auch nicht mehr an ^^ Ich schicke also Stoßgebete an den REWE-Gott und bitte ihn um eine zweite Kasse. Er gibt wohl grad sein Pfand ab. Mein Flehen wird nicht erhört. Die Hausfrauenmafia schaufelt Milch in Stiegen und Eier in rauhen Mengen auf das Band. Eine Hühnerfarm wäre günstiger gewesen, denke ich. Meine Milch und mein Saft werden langsam schwer. Ich spüre Druckstellen an den Unterarmen, veratme den Schmerz, denke kurzzeitig über ein Überraschungsei für Nona nach, um ihr eine Freude zu machen, wenn sie aus der Kita kommt, aber verwerfe den Gedanken wieder: mir fehlt ein Arm. Und der REWE-Gott? Hat schon 5,25€ auf seinem Pfandschein…
Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich dran bin, meinen Einkauf auf das Band zu legen und die Wunden an meinen Armen zu verarzten (*puuust*), höre ich das nuschelig-schwammige „2.Kasse, bitte“ und kurz danach ein piepsiges „Sie können auch zu mir rüber kommen!“. Argh! Danke!

Phänomen Nr. 3: Plastetüten sind Penner (nein, der ist nicht vom RTL-Texter).

Der Einkauf, für den ihr weder Korb noch Wagen gebraucht habt, kostet satte 25€ und füllt eine Plastiktüte bis zum Rand. Während die Hausfrauenmafia ihre Lebensmittelvorräte bis Ende des Jahres in ihren Fahrradanhängern verstaut, rennt ihr mit dem Sack ein Mal quer über den Parkplatz Richtung Auto, die Zeit im Nacken. Auf halber Strecke passiert was? ….genau, Plastetüten sind eben Penner.

Phänomen Nr. 4: Ampeln wissen, wenn du es eilig hast. Kinder auch.

Bis halb 8 war noch alles gut. Aufgestanden, Mama fertig, Frühstückstisch gedeckt. Kind geweckt. Töpfchen. Buch lesen. Und wer wann genau die fehlenden 8 Minuten geklaut hat, weiß ich auch nicht.
„Iss mal deine Stulle, Nona. Wir fahren jetzt in den Kindergarten.“
„Nein. Sasa fahren.“

„Such schon mal deine Schuhe!“
„Nein. Hau-ssuhe anlassen!“
„Aber mit den Hausschuhen kann man doch nicht rausgehen. Die sind für zu HAUSe.“

„Komm mal her, Mütze aufsetzen.“
„Ande Mütze!“
„Nein, es ist so kalt draußen. Lieber die warme Mütze!“
„Nein. Lieber die.“

„Handsshuhe an!“
„Soo kalt ist es nicht. Die brauchst du noch nicht anziehen.“
„Doch, Handssuhe an!“
(beim Hineinschlüpfen steckte der Daumen dort, wo er hingehört und die restlichen 4 Finger alle in einem Loch)
Nach Fingersortieren und Jackenärmel hoch- und wieder runterschieben zum Anziehen ging ich auf Toilette.
Nona kam hinterher mit den Worten: „Handsssuhe lieber aus!“

Wenn man mit exakt 50 Stundenkilometern unsere Kitastrecke fährt, schwimmt man genau auf der grünen Welle über ca 1,5km. Heute müssen die Ampeln anders eingestellt gewesen sein. Nur so kann ich’s mir erklären. Wir standen. Und warteten. An j-e-d-e-r Ampel. Erbarmungslos dröhnte das Lied vom Elefanten aus den Radiolautsprechern (Nona: „Laut machen! Lauter!“) Normalerweise läuft es ca. 4 Mal auf dem Weg zur Kita. Heute waren es gefühlte 10! Das rote Ampellicht leuchtete genau so hämisch wie die Digitalanzeige der Autouhr. Und auch die ging heute Morgen ein bisschen schneller als sonst…

Phänomen Nr. 5: Tankstellchen und der böse Golf

Es gab ein Mal zwei Tankstellen namens Shelly und Arialle. Die eine war blau und die andere gelb. Aber das machte den Tankstellen gar nichts aus, denn schließlich gab es Leute, die lieber gelbes Benzin tankten und andere, die wiederum lieber das blaue mochten. Die beiden Tankstellen wohnten sehr dicht beieinander. Kein Kilometer war es, der sie voneinander trennte. Eines Tages fuhr der böse Golf durch die Stadt, auf der Suche nach Nahrung. Fände er nichts, würde er röchelnd stehen bleiben und die gelben Engel trügen ihn davon. Der Golf aber wurde schnell fündig. Er rief: „Shelly, Shelly, lass deine Säule herunter, ich brauche dies(el).“
Satt und zufrieden fuhr der Golf weiter und kam alsbald bei Arialle vorbei. Beinahe wären ihm vor Ärger die Lichter rausgefallen! Der blaue Stoff kostete sage und schreibe 6 Cent weniger. In dem Golf rechnete es. 6 Cent pro Liter. Bei der Größe des Tankes eine Ersparnis von…..ach was kümmert’s den Golf? Er tankt eh immer für’n Zehner ^^

Phänomen Nr. 6: Selbst die Phantasielosesten sind nicht zu unkreativ, sich abenteuerliche Ausreden einfallen zu lassen.

„Wo sind deine Noten?!“
„Die nimmt meine Schwester immer mit in den Kindergarten…“

„Und wo sind deine Noten?“
„Meine Mappe war schon voll. Die haben nicht mehr reingepasst!“
(schmaler A4-Schnellhefter mit 4 Notenblättern…)

„Ich konnte nicht üben. Meine Eltern haben sich getrennt.“
„Das tut mir leid. Aber, sag mal, sind die nicht schon getrennt?!“
„Doch…. zum 2. Mal….“

Und eine wahre zum Schluss: „Zu Hause klappt’s!“

Phänomen Nr. 7: Erst den Satz beenden, dann das Telefon abnehmen. (oder: auch die fluchen)

„…ist mir doch egal evangelische Sonnenblumen-Kita, hallo?“

Phänomen Nr. 8: Auf direkte Fragen folgen direkte Antworten.

„Hast du Kaka drin?“
„Nein.“
„Soll ich dir das glauben?“
„Nein.“

Nona springt von ihrem Fernsehsessel und stößt sich das Knie. Am nächsten Tag zeigt sie mir das Aua (nichts zu sehen) und ich frage, weil ich nicht dabei war, was sie gesagt hat, als sie gesprungen ist („aua, mein Knie!“ laut Sasa). Sie: „Allez hopp!“

„Hast du eine Freundin im Kindergarten?“
„Ja.“
„Wie heißt die denn?“
„Leon.“

„Ein Kuchen, das.“
„Ja, so ähnlich. Das ist ein Donut.“
„Nee! Donnert nich!!“

„Hör auf, Nona, sowas machen nur Babys.“
„Nona Baby ist.“
„Nein, du bist groß! Was machen denn Babys?“
„Weinen.“
„Noch was anderes?“
„Nein. Nur weinen.“

Vor ein paar Tagen:
„Was ist das für ein Gemüse, Nona?“
„Kakika“ (Paprika)

Gestern:
„Schmeckt dir das? Das ist eine Khaki.“
„Ja, Kakika.“

Heute Morgen:
„Heute kommt Katja uns besuchen.“
„Ah, Kakika.“

An den Toiletten eines Einkaufscenters:
Frau bezahlt die 30 Cent Klogebühr mit einem 10€-Euro-Schein. Die Toilettenfrau kramt eine ganze Weile und überreicht ihr dann 2 Hände voll Wechselgeld mit den Worten: „Hier ist ihr Rückgeld. Zähln se ma lieba nach.“
Frau: „Nein, ich vertraue ihnen jetzt mal.“
Klofrau: „Nee, ick hab ja nich Mathe studiert. Zähln se lieba nach!“

Phänomen Nr. 9: Manchmal ist Mehrzahl bilden ganz schön schwer. Und manchmal auch ganz leicht.

Das Rad – die Räder
Das Meer – die Meere
Die Ampel – die Ampeln
Der Kalender – die Kalender

„Nona, möchtest du Ei essen?“
„Ei ja“

Das Ei – die Ei-Ja

Phänomen Nr. 10: Eselsalami ist nicht das Gleiche wie Edelsalami.

Neulich beim Fleischer…

Phänomen Nr. 11: Wenn sie sich Befehlen widersetzen, dann korrekt, ABER.

„Was machen wir immer, wenn ich eine Lucy-Geschichte vorlese? …. Genau! Den Mund abschließen und den Schlüssel weeeit weg legen.“
Ich lese vor und sehe aus dem Augenwinkel, wie ein Kind auf den Boden ins Leere greift, die Hand zum Mund führt, hin und her bewegt und dann erst mit dem Nachbarn tuschelt. Immerhin konsequent. Zu ist zu! Vielleicht sollte ich die imaginären Schlüssel einsammeln nach dem Abschließen und erst nach der Geschichte (oder noch später? 😉 wieder austeilen. Ha!

Phänomen Nr. 12: Meine Waschmaschine liest meinen Blog.

Seit Samstag isst sie auch Taschentücher.

Nach den 12 Phänomenen gibt’s nun auch mal wieder 7 Sachen, die wir am Wochenende gemacht haben:
der magischen Anziehungskraft der verflixten Dose Penatencreme nachgegeben, mit Emily Rehe und „Höösche“ beobachtet, gebastelt, gemalt, gegessen, gestaunt, geklebt, gelacht, aufgeräumt, …

Der nächste Mittagsschlaf kommt bestimmt…

Samstag um 1, Kind macht Mittagsschlaf, Bastelüberreste sind beseitigt, ich setze mich an den Laptop, öffne Blogspot und freue mich über ein weißes, jungfräuliches Eingabefeld für unsere Neuigkeiten aus der letzten Woche. Vor mir liegt eine Stunde ungestörter Schreibspaß, hach, I’m lovin‘ it! Da geht die Tür zum Arbeitszimmer auf, eine Prinzessin im Schlafrock kommt um die Ecke und sagt:
 „Nono aber wach ist, Mama! Kannnich schlafen!“
Sie vermittelt uns mit klaren Anweisungen („Fotos gucken!“, „Lala an!“, „Nono malen“), wie sie sich ihren Samstag vorstellt, also müsst ihr euch mit dem News-Post noch ein bisschen gedulden 🙂 Der nächste Mittagsschlaf kommt bestimmt!
Ich darf eben nicht vor dem Schlafengehen ankündigen, was wir nach dem Schlafen machen („zu Emily fahren“). Dann denkt das Nono-Kind anscheinend: wenn ich nicht schlafe, machen wir gleich die Aktivität für nach dem Schlafen. Merke!

Im Moment sitzt sie mit Papa vor der Waschmaschine und staunt über das Karussel dort drinnen. Ich werde mich dazu gesellen. Schon faszinierend, so ne Waschmaschine. Mehr als das Karussel fasziniert mich allerdings die Tatsache, dass unser Whirlpool (so heißt sie) Bolognesesoße, Malfarben, Speiseeis und Windelausläufer frisst und die Sachen nach dem Karusselfahren (meistens) wieder ihre ursprüngliche Farbe haben. Außer den Flecken frisst unsere Waschmaschine übrigens Socken (welche tut das nicht?), Taschentücher, Feuerzeuge und Geld. Letzteres spuckt sie meistens ungekaut wieder in den Gummispalte am Eingang. Den Geschmack von Taschentüchern probiert sie jedes Mal aufs Neue aus und stellt erst beim „Kauen“ fest, dass sie ihr doch nicht schmecken…
Das Müller’sche Wäschesystem ist übrigens auch interessant. Es gibt 5 Kategorien:

1) Nonos Sachen (rosa/lila)
2) Mamas Sachen (schwarz)
3) Mamas (+Nonas) Sachen (weiß)
4) Mamas Sachen (rot)
5) Papas Sachen

Ja, ihr habt richtig gelesen. Papas Sachen. Als ich mal fragte, welche Farbe er gerade waschen will, antwortete er: „Was, welche Farbe?! Meine Sachen, halt!“
Und so kam es, dass den Sandmann auf Nonas Bettwäsche nun eine rosa Mütze schmückt und ex-weiße Papa-T-Shirts mittlerweile den Farbkombinationscode „grauß“ tragen ^^ Shit happens.

Oha, eben höre ich aus der Küche:
„Komm, jetzt räumen wir dein Zimmer auf. Mit dem Staubsauger….“

Trotteliger Texter

Ich glaube, mit der Prinzessin können wir uns spätestens in ein paar Jahren warm anziehen…
Gestern:
wir aßen beide Wurstscheibchen von einem Brett, von der Hand in den Mund, sozusagen.
Plötzlich guckte sie mich wütend an und sagte allen Ernstes:
„Nich! Nonos Lalami! Buck aus, Mama! Da, in Teller! Nono böse! Buck aus!!“
Vor Lachtränen konnte ich weder Kind noch Lalami erkennen. Nono böse! Woher hat sie das?!

Schön ist, wenn ihr etwas runterfällt. Also die reine Tatsache ist natürlich eigentlich je weicher, desto unschöner (nicht schlimm: beschalter Apfel, hartes Spielzeug, geschlossener Fruchtzwerg. Bisschen schlimm: angefangene Banane, gefüllter Trinkbecher, offener Fruchtzwerg. Sehr schlimm: volles Töpfchen und alles, was viel Geld kostet), aber was sie sagt, ist süß. Es heißt im Non’schen nämlich nicht ge- sondern ver-fallen, z.B.: „Oh, Mama, Appelsine verfallen!“
Und ich hab sie – die Apfelsine, nicht Nono! – gedreht und gewendet und konnte beim besten Willen kein aufgedrucktes Datum finden ^^

Ich habe das Nono-Kind letztens gefragt, ob Mama noch einen anderen Namen hat.
Erst sagte sie ganz entrüstet: „Nein!“ und auf mehrmaliges Nachfragen entschied sie sich für: „Mutter“.
Mama Mutter Müller, angenehm!

Ich habe ja hier im Blog schon mal darüber berichtet, wie sie oft mit „Pomme deich!“ (Komme gleich) antwortet, wenn ich sie rufe. Seit gestern gibt es etwas Neues:
„Pomme nell!“ und „Ich pomme nich.“
Na toll!

Registrierkasse („Tasse“) und gefüllter Lebensmitteleimer sind momentan die liebsten Spielsachen. Ihre Kasse hat einen Knopf, auf dem „MIC“ steht und eine Art Stiel, der aus dem Spielzeug herausragt, an dessen Spitze das kleine Mikrofon versteckt ist. An ihrem Geburtstag standen mehrere Erwachsene kurzzeitig vor dem Problem, dass das Mikro nicht funktioniert, weil sie nicht gesehen hatten, dass man dazu den Knopf drücken muss. Nona weiß jetzt ganz genau bescheid und so hörte ich heute Morgen aus dem Kinderzimmer rauschig und schwammig, wie aus den richtigen Supermarkt-Lautsprechern: „Nono bitte Tasse“.

Ihre Süßigkeiten unterscheidet sie mittlerweile nach „Lade“, „Bummibärchen“, „u-i“ (Kinder Pingui), „Wuchtzwerg“ und „Bonbon“, immer in Zusammenhang mit „Nono“ und „haben“, übrigens. Gestern gab es Erdbeeren. Ich weiß, keine Saison mehr, aber wenn die einen so rotbäckig anlachen im Laden kann ich nicht anders….Ich freute und wunderte mich zugleich über den geringen Preis und stellte an der Kasse fest, dass es nur eine 250g-Schale war…tadaa! Jedenfalls sagte Nona, als ich beim Erdbeeren-Abwaschen war: „Nono Bärchen haben!“. Jetzt gibt es also nicht mehr nur Gummibären und Glücksbärchis, sondern auch die Erd-Bärchen. Süß.

Habt ihr am Montag „Bauer sucht Frau“ gesehen? Wenn man das guckt, kann man sich das Comedyprogramm klemmen.
Wer sind schon Mario Barth, Cindy aus Marzahn und Kaya Yanar gegen den liebevollen Lausitzer Dirk und den sanften Schweinebauern Friedrich? Friedrich ist übrigens nicht nur sanft, sondern vor allem fit, schließlich joggt er jeden Tag 300m. Top!
Mal ganz ehrlich – was ist denn das für eine Freakshow diesmal?
Der einzig gutaussehende ist der Schwule. Und der Rest? Alles Schauspieler? Es fällt mir manchmal schwer zu glauben, dass das tatsächlich alles so sein soll. Aber auch manche der Frauen: dumm, respektlos, forsch und frech – aber er kickt die nette Berlinerin raus und nimmt die andere Olle erstmal mit auf seinen Hof. Naja, versteh das, wer will. Ich habe jedenfalls am Montag Abend mitgetippt. Derjenige, der für Inka Bause die Moderationen schreibt, gehört in den Schweinestall gekettet. Vielleicht überlegt er sich dann dort nochmal seine Formulierungen: der muntere Milchbauer, der fröhliche Friese, der liebevolle Lausitzer, der sanfte Schweinbauer und der (Achtung, die „Alliteration“ zählt nicht zu seinen Besten) fleißige Pferdebauer. Ein ziemlich kräftiger Bauer aus dem Schwabendländle sagte übrigens sehr passend: „Ohne Mampf kein Kampf.“ Was für ein Schlusswort, das muss ich mir merken. Toll ist auch, dass die Frauen in der Sendung manchmal in einem Satz vorgestellt werden à la: „die blonde Gisela und die Sozialpädagogin Monika“. Als wären „blond“ und „Sozialpädagogin“ aus der gleichen Kategorie der Eigenschaften. Hat beim Thema „Charakterisierung“ in der Schule nicht aufgepasst, der Gute. Aber bei Alliterationen war er da. Immerhin!

Im Kindergarten wollten sie mir heute die Klanghölzer als „Stöcke“, „Klingeln“ und „Holz“ verkaufen. Als ich den Tipp gab, dass der gesuchte Begriff mit „Kl“ anfängt, rief ein Kind: „Ach, jetzt weiß ich’s! Ein Klockholz.“
Wenn man nach der reinen Lautmalerei geht, wäre Klockholz sogar treffender, wie ich finde. Oder in Anlehnung an den RTL-Texter: das klockende Klangholz.
Hm, lassen wir das…
Als ich fragte, was Lucy und ihr Cousin denn letztes Mal auf dem Bauernhof erlebt haben, begriff ich nicht gleich den direkten Zusammenhang, als einer sagte:
„Ich glaube, er hat eingekackert.“
Mit er meinte er offensichtlich nicht Lucys Cousin. Das wüsste ich ^^ Ich entging dem Ganzen, in dem ich sagte: „Ach was, echt? Dann kümmert sich nachher eure Erzieherin darum…“ Bei aller Liebe…

Wir singen in der Früherziehung gerade „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Hand hoch, wer kennt’s?
Ah, ich seh schon. Gute Vorbildung habt ihr! Es ist erstaunlich (und erschreckend in erster Linie!), wie viele Kinder dieses bekannte Lied nicht kennen. Noch nie gehört. Warum nicht?! Vereinzelt hat’s mal jemand auf Kassette oder schon mal gesungen. Aber die Mehrheit guckt mich an wie ein Klockholz, wenn ich den Titel nenne. In einer 15-Mann-starken Gruppe mit überwiegend Kindern (ich drücke mich mal korrekt aus) ohne Migrationshintergrund (auch wenn die Vornamen das vermuten lassen könnten, Schulzmeierschmidt am Ende verrät sie!), kannte es einer: Tayo aus Afrika.
So gehe ich Freitag Abend also mit der Gewissheit ins Wochenende, dass ich +- 200 Kindern ein Stück deutsches Liedgut näher gebracht habe. Bei dem Spaß, den alle am gemeinsamen Singen haben, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum mit den Kindern so wenig gesungen/Musik gehört wird. Schade! Auch nicht getroffene Töne findet der (eigene) Nachwuchs toll. Hauptsache Mama/Papa hören!

Es ist schön, wenn das eigene Berufsbild vielseitig und abwechslungsreich ist. Davon können Musiklehrer (haahaa, 5€ in’s Phrasenschwein, ich weiß) ein Liedchen singen. In meinem Unterricht geht’s also nicht nur früh um den Bauernhof, sondern am Nachmittag auch um Instrumente, Noten, Theorie, Artikulation, Dynamik und um die lebenswichtige Frage, welche Stangen bei dem verflixten Notenständer nach oben und welche nach unten müssen. Vielleicht ist das Thema „Dynamik“ noch dem einen oder anderen aus dem Schulmusikunterricht bekannt. Wenn „forte“ in den Noten steht, spielt man laut. Bei „piano“ spielt man leise. (Kommt, einen darf ich noch: nein, „piano forte“ heißt nicht, „das Klavier ist weg“) Ein Schüler fragte mich gestern, was f und p heißen. Ich erklärte es ihm, woraufhin er seinen Mitschülern erläuterte, wie sie sich das merken können: p wie „psst“ und f wie „folle Kanne“.
Immerhin, ihr werdet’s bestimmt nie wieder vergessen 😉

Was that today?!

„Halli Hallo – Lucy sing‘ und tanz mit uns!“
Die Ferien sind vorbei und die Früherziehung geht in eine neue Runde. Ich glaube, es heißt nicht „Früh“erziehung, weil man im zarten Alter von 6 Monaten damit anfangen kann, sondern weil es immer so früh statt findet…Das Aufstehen war heute eine ganz schöne Herausforderung. Vor den Ferien war es dämmerlich hell um 10 vor 7.
Heute früh war es noch NACHT! Ich mache das Licht an, was sagt das Kind?
„Nich, Mama!! Nono heiert noch!!“

Das ist übrigens der (nicht vollständige) Inhalt ihrer stattlichen Schuhecke, der sich allein in den letzten 6 Monaten (!) angesammelt hat. Wenn sie den Schnitt hält, macht sie – im Gegensatz zu ihrer Mama mit Gr.42- dem gängigen Klischee ja alle Ehre… Daneben steht auch gleich die Kasse, damit sie ausrechnen kann, was die gekostet haben ^^

Ich fragte in der Montagskita (kein Krankheitenschild am Eingang? Nanu?!) nach, was die Lucy-Puppe denn vor den laaangen Ferien auf dem Bauernhof erlebt hat. Großes Schweigen. Ein Kind meldete sich und fragte zaghaft zurück: „die Enten…?“
Es ging in der Früherziehung tatsächlich mal um die „entlaufenen“ Entenküken, die dann alle wieder kamen, als die Mama gerufen hat. Diese Stunde war am – Moment, ich such’s kurz raus – 22.August! Muss wohl bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Ich: „Letztes Mal ging’s doch um das ferrüc verrückte Ferkel Ferdinand, erinnert ihr euch?“
Kinder: „Jaaaaaa!!!“
Ich: „Und was hat der Ferdinand auf dem Bauernhof gemacht?“
Kind: „Kaka.“
Anderes Kind: „Ja, Kaka.“

Nächste Stunde: neue Kinder, neues Glück.
„Was war denn mit dem Schwein?“
„Die haben es gegessen.“
o_O

Nachdem ich ihnen ins Gedächtnis gerufen habe, was denn da wirklich mit dem Schwein war und dass es weder gekackt hat, noch gegessen wurde, haben wir das „schweinische“ Lied gesungen und sie konnten so gut wie jede Silbe mitsingen und sich sogar an alle Bewegungen erinnern (ich selbst habe eine vergessen…oops)! Das Schweineessen-in-die-Luft-werfen (bunte Tücher) in der letzten Strophe wussten natürlich auch noch alle. Das hatten sich sogar die gemerkt, die in der Stunde gar nicht da waren… Da fehlte ihnen wohl nur die Starthilfe. Das hatte mein Motorroller früher auch immer, wenn’s draußen kalt war… Wen wundert’s!
Ich musste heute Morgen übrigens K-R-A-T-Z-E-N!
Und ich hatte keinen Kratzer! Der ist irgendwie verschollen.
Dann durfte die Parkscheibe herhalten.
Beim Nona-Anziehen warf ich einen vorsichtigen Blick aus dem Fenster, sah mein Auto und sagte zu ihr: „Heute müssen wir uns ein bisschen beeilen. Ich muss draußen noch kratzen, sonst können wir nicht mit dem Auto fahren.“
Sie (skeptisch): „Auto kratzen?!“
Ich musste sehr lachen, weil ich mir vorgestellt habe, was sie sich bestimmt vorgestellt hat. Wenn man das Wort „kratzen“ nur im Zusammenhang mit „jucken“ kennt, ist da bei ihr ganz bestimmt ein witziges Bild im Kopf entstanden ^^

Die anderen Eltern aus Nonas Gruppe kenne ich nur vom Sehen, Gespräche gab es (bis auf den einen Elternabend im August) noch keine. Halb 9 sind fast alle anderen Kinder auch schon längst dort. Jedenfalls begegnete uns im Umkleideraum der „Raupen“ eine Mutter mit Kind, nennen wir ihn „Caspar“.
Nona kennt alle Namen der Kinder ihrer Gruppe.
Nur hat sie Schwierigkeiten mit dem s-p hintereinander.
Aus Caspar wird dann immer Capsar, aber wir wissen ja, wer gemeint ist ^^
Capsar macht wohl gerade einen kalten Entzug durch, jedenfalls hörten wir aus dem Mund der Mutter (ich bemühe mich um korrekte Wiedergabe des Gesagten):
„Maan, hör do‘ mal uff zu flenn‘ wejen dein ollen Nuckel. Dit jeht mir uffn Puffa!“
Sprech ma vernünftjen Deutsch, sonst jeh ick dich uffn Puffa!

Ein Raupen-Mädchen heißt Chayenne, durch Kindermund verkürzt „Jen“, und wenn ihr etwas gehört, dann ist es schlicht und ergreifend „Jens“. Ich muss mich schon wundern, was sich das Nonchen in den letzten 3 Wochen an Sprache angeeignet hat. Die Wörter sprudeln nur so aus ihr heraus, sie spricht oft schon zusammenhängende Sätze mit mehr als 3 Wörten und redet nicht mehr in der dritten Person von „Nonos Schal“, sondern von „meinem Schal“ und „meiner Mütze“. Und ich hatte Früherziehungskinder, die mit 3,5 Jahren noch über sich gesagt haben: „Anni möchte jetzt malen“.
 Krönung des Ganzen war gestern Abend zum ersten Mal ein „Ich hab dich lieb“, einfach so! *schmelz*
(Okay, ich geb’s zu, vielleicht hab ich’s mir mit Badengehen in der Wanne samt roter Badewasserfarbe + Seifenblasenschaumbad erkauft, aber immerhin!)
Würde sie das in der 3.Person sagen („Nono hat dich lieb“), klänge es eher nach Eurovision Song Contest von 1998 🙂

Wie ihr gemerkt habt, gab es vom letzten Wochenende wieder kein 7-Sachen-Bild. Mama und Papa haben nämlich Samstag und Sonntag nur eins gemacht: Musik. (Das Nono-Kind war bei Sasa. Sie – erstere – hat mir erzählt, sie hätten Enten gefüttert, aber es war nur eine „deine Warze“ da, eine kleine schwarze Ente). Wir waren am Wochenende auf einem Workshop mit einem unserer ehemaligen Dozenten aus der Musikstadt Trossingen (Ba-Wü), der Akkordeon-Metropole Deutschlands. Seit meiner Abschlussprüfung im Sommer 2009 war ich nur ein Mal im Herbst des gleichen Jahres zu einem Konzert dort, danach leider nicht mehr. Die Gelegenheit, einen unserer Dozenten in Berlin wiederzutreffen, konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Außerdem ist er ein toller Pädagoge und ein großartiger Musiker. Es hat sich gelohnt! Ein sehr witziges Wochenende mit netten Leuten und viel Musik. Als ich in Trossingen studiert habe, ist mir das Schwäbisch irgendwann nicht mehr aufgefallen. Klar findet man anfangs lustig, dass aus „s-t“ ein „scht“ wird (wie in: „Regischter“ oder „Taschten“) oder dass Schrippen (für die Nicht Berliner: Brötchen) dort „Weckle“ heißen. Irgendwann wird es Alltag und der Kopf denkt nicht mehr drüber nach. Besagter Dozent stammt aus der Nähe von Stuttgart. Als ich ihn sprechen gehört habe, konnte ich mich sofort wieder reindenken und habe es nicht als etwas Besonderes wahrgenommen. Anders aber die restlichen Berliner Workshopteilnehmer. Jedes Mal, wenn er sagte: „Kommt, wir spielen’s g’schwind durch“ oder „Guckt euch nochmal g’schwind die Töne an“, fing es in einer anderen Ecke des Raumes an zu kichern. Er „rechtfertigte“ sich damit, dass „g’schwind“ bei ihnen ein ganz normales Wort sei. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass die Berliner Ohren es scheinbar zum Schreien komisch fanden, wenn’s ihm dann doch wieder „g’schwind“ raus rutschte…

Andere aufschreibenswerte Ergüsse des Workshop-Wochenendes:

Dozent: „Was niemandem schaden würde, wäre, im Chor zu singen.“
Teilnehmer: „Doch, dem Chor…“

„Es klingt holzig.“

„Tschuldigung, ich hab die Töne nicht gefunden…“
– „Die sind der Reihe nach angeordnet.“

„Je tiefer, desto Glühbirne.“
(Hohe Töne breiten sich geradlinig aus, tiefe Töne kugelförmig.
Was hört man als erstes, wenn man sich einem Festzelt nähert? Richtig, the bass)

„Wenn ihr das so spielt, ist das nicht sehr sexy.“

„Ich geh mal g’schwind an’s Geflügel…“
(Klavier)

„Hast du vorher auch immer „cis“ gespielt? … Indianerehrenwort?“

„In der Kirche muss der Schlagzeuger dann mit ’nem Zahnstocher spielen…“

„Die Stelle machen wir so’n bisschen angesoffen….“

„un poco meno mosso – ein bisschen ruhiger, das kommt der Beschäftigung mit den 5 Gegnern entgegen“
(Des-Dur, 5 Vorzeichen)

„Warum 100x wiederholen? Merkt’s euch. Punkt.“

„Sind da alle Töne richtig? Die Stelle müsste harmloser klingen…“

Auf dem Weg nach Neukölln, wo der Workshop statt fand, begegnete uns ein Straßenschild, für welches ich – um es zu fotografieren – extra ausgestiegen bin (Okay, wir hatten uns verfahren und ich musste eh anhalten, während Stephan das Navi programmierte…):

Appelhorst klingt für mich eher wie ein modernes Schimpfwort:
„Vollpfosten! Du Appelhorst, du!“
Auf dem Rückweg wollte ich der nonohütenden Sasa mitteilen, dass wir fast zu Hause sind, schickte meinen Standort und habe sie damit wohl mehr beunruhigt als informiert. Offensichtlich ist die Standortbestimmungsfunktion nicht auf den Meter genau:

So, liebe Leute, Ladies & Gentleman: dreht die Lautsprecher auf!
Kennt ihr das Kinderlied vom dicken Tanzbären?
„Wir sind zwei dicke Tanzbär’n und kommen aus dem Wald.
Wir suchen einen Freund aus und finden ihn schon bald.“
*stolz*

Sie singt nicht nur, sondern spielt auch mit richtigen Instrumenten mit, wenn „die Großen“ proben, das Ensemble conAmici.
Und sie hat eine Vorliebe dafür, die vielen sinnlosen Pausen mit Nono-Musik zu füllen ^^

P.S. Bei Facebook ist mir ein Cartoon begegnet, den ich sicherlich aus Urheberrechtsgründen hier nicht posten darf. Aber ich beschreibe ihn kurz: 2 Dinosaurier sitzen auf einem Stein am Ufer, sehen die Arche Noah abfahren und sagen: „Oh crap! Was that today?!“

hahahahahahaha

Dit is Berlin, wa?

Neulich beim Fleischer (Metzger? Fleischer? Wurstfachtheke? as you like…):
„Sag mal, was du haben möchtest, Nona.“
N: „Wurst!“
Aufgrund der Tatsache, dass so ziemlich alles in der Auslage nach „Wurst“ aussah, bat ich sie unter den genervten Blicken der Wurstfachverkäuferin (kinderfreundliches Deutschland..? Hallo, wir haben doch Zeit ^^), zu präzisieren.
N: „Lalami“
Okay, dem Kind seine Lalami und ich bestellte noch 4 Scheiben „rosa Wurst“, also Schinken.
Verkäuferin (gelangweilt): „Der im Anjebot oder der normale?“
Na klar, zwei identisch aussehende Fleischklumpen und ick werde sicher vom teureren koofen. Man hat’s ja!
Ich: „Den im Angebot, bitte.“ Inzwischen fuhr das Lalami-Kind mit dem kleinen Wagen durch die Gänge und räumte Regale aus und Wagen ein. Mon Cherie („meckt nich!“), Streukäse, Marmelade. Die Ware aus den unteren Grabbelregalen, eben. Als sie bei den Eiern ankam, verließ ich die Fleischfrau für einen Moment, um Schlimmeres zu verhindern und portemoinnaietechnische Schadenbegrenzung zu betreiben.
Wieder am Fleischstand angekommen, drehte sich Fräulein Unfreundlich gerade um und legte den Anjebotsschinken wieder zurück in die Auslage. Statt zu fragen, ob’s noch was sein darf oder ich noch einen Wunsch habe, guckte sie mich einfach fragend an. Ich guckte zurück. Und wieder zur Wurst. Und wieder zu ihr. Sie guckte immer noch. Ich war so irritiert von der nicht gestellten, in der Luft hängenden Frage, dass ich direkt noch irgendwelche Wurst gekauft habe, obwohl ich eigentlich nichts mehr wollte. Nonos halbe Lalami bekam ich übrigens an der Kasse von ihr geschenkt mit den Worten: „Mama essen.“

Gestern beim Frühstück (klare Vorliebe für Fleisch) aß sie kleine Hackfleischbällchen statt Stulle. Auf ein Mal spuckte sie den gesamten Mundinhalt mit einem angewiderten Gesichtsausdruck in die Auffangtasche des Latzes und sagte tatsächlich: „Was is’n dis?!“
Nachdem das laute Elternlachen verhallt war, guckte ich mir näher an, was sie auf dem Finger hatte. Sie runzelte die kleine Stirn und fügte ein: „Haaart!“ hinzu. Ich konnte zwar nichts hartes feststellen, aber sowas kommt ja manchmal wirklich vor…

Heute morgen habe ich mich beim Frühstück zwei (!) Mal geschnitten. Messer und ich haben ja schon von Anfang an ein (haha) gespaltenes Verhältnis zueinander, aber zwei Mal bei einer Mahlzeit habe auch ich bisher nicht geschafft. Das erste Mal passierte es beim Apfel durchschneiden. Irgendwie war der Finger drunter, bekam aber zum Glück nur einen Schreckschuss-Pieks mit der Messerspitze ab. Das zweite Mal war beim Brötchen-Aufschneiden. Der letzte Schnitt durchtrennte nicht nur die Brötchenhälften, sondern auch die seitliche Daumenhaut von der brötchenhaltenden Hand durch einen kleinen Schlitz. Nona guckte mit großen Augen auf meine Hand und sagte: „Habich geseh’n! Mama aua!!“

Beim In-die-Kita-Bringen habe ich ihr erzählt, dass wir heute Nachmittag ein bisschen bummeln fahren. Papa hatte vorm Losfahren noch gefragt, ob wir auch zu Spiele-Max gehen sollen („JA!“). Während der Autofahrt sprach sie mit sich selbst:
„Maxspiele fahr’n. Nono Maxspiele fahr’n… Erst zu Mautes.“
(Fr. Mautes ist ihre Erzieherin im Kindergarten. Das mit dem zeitlichen Faktor hat sie offensichtlich verstanden. Erst zu Mautes, dann das Vergnügen ^^)

Gestern Abend waren wir bei dem Berliner Improvisationstheater schlechthin, den Gorillas. Der Standort ihres Heimattheaters, Ratibor in Kreuzberg, sollte niemanden davon abhalten, sich von den genialen Spontanschauspielern überzeugen zu lassen. Es ist alles ungeprobt: Charaktere, Orte, Eigenschaften, Lieder entstehen am jeweiligen Abend auf der Bühne. Keiner – weder Schauspieler noch Publikum – weiß vorher, was ihn erwartet. Das macht den Reiz des Improtheaters aus. Was die über die Jahre schon an mir verdient haben, will ich gar nicht nachrechnen. Bei jeder Preiserhöhung bin ich ihnen treu geblieben, denn es lohnt sich wirklich, liebe Berliner!
Das mit Abstand Beste ist die Samstagsshow „Gurke oder Banane“. Gestern waren wir bei „Ick und Berlin“, weil wir sonst unter der Woche, mittwochs, in der Schulzeit nie Gelegenheit dazu haben. War nicht schlecht, aber reicht eben nicht an G oder B ran. Ein Zitat schafft es aber in den Blog.
Besoffener Mann hängt am späten Abend als einziger Gast an der Currybude rum. Die Wurstfrau will schließen, der Mann legt den Kopf auf den imaginären Tresen und jammert lallend immer wieder: „Eine Wurst! Wuuuuuurst! Ich will eine Wuuurssssstttt!“
Sie: „Nimm den Kopp weg, sonst mach ick ihn ab!“
Witzig ist auch die Sache mit den Stadtbezirken. Die Gorillas erwähnen Mitte, Neukölln, Wedding, etc. Alles gut. Aber sobald sie Marzahn sagen – schallendes Gelächter! Die haben doch alle keine Ahnung 😉

Hach ja, war schön.
Stressig ist nur das Fahren. Oberbaumbrücke und Warschauer Straße gehen gar nicht! Von rechts kommt eine Horde jugendlicher Kampftrinker aus dem Bahnhof und läuft ohne zu Gucken über die Straße Richtung O2-World. Wahrscheinlich macht ihr Trip sie bärenstark und unverletzlich. In their heads. Ich bremse auch für Idioten.
Von links ein Fahrrad ohne Licht…..woooaaaahh, das war eng. Rote Ampel, die Straßenbahn fährt 10cm vor meinem Auto um die Kurve. Grün. Gas. Oops, Autos?! Parkende Autos auf der rechten Spur?!
Alle wissen bescheid, nur ich nicht. Anfänger! Sie ziehen auf der linken Spur dicht an dicht vorbei, auch ein paar Fahrräder. Ich bilde mir ein, sie lachen zu hören, während ich linksblinkend unfreiwillig parke… Beim Warten sehe ich die Bio-Lebensmittelkette VIV, die mich in Zusammenarbeit mit Facebook auf eine Idee bringt:

wenn ich das Lebensmittelgeschäft der Albrecht-Brüder kaufen würde und meinen Namen ergänzend hinzufügen täte, wäre VIVALDI dann eine Shopping-Alternative für die Oberschicht…? Aus den Lautsprechern dröhnt dann je nach Wetterlage eine der 4 Jahreszeiten (vergessen Sie die Melodie des Sommers) und das Sortiment bestimmt ganz exklusiv ein kleiner Feinschmecker: Wurst, Lalami, Wurst, Butter, Wurst, (Bou-)Letten, (Frucht-)Zwerge, Fruchttiger, Wurst, Rachungseier, Pizza (Quattro Stationi, versteht sich), Seifenblasen, Luftballons und Smartieseis. Is(s) doch was!
Sammeln Sie unsere Treue-Würste…? lach

Ein sein Auto behutsam um die Kurve tragender Rentner reißt mich aus meinen Gedanken. Ampel wieder rot. Danke! Und überhaupt, was macht der so spät noch auf der Warschauer?! Und dann, die Erlösung, ich sehe das Licht! Das Licht vom McDonalds am Frankfurter Tor. Rechts ab Richtung Heimat und dann wird alles gut. 3 Spuren, es fließt, keine parkenden Autos, keine Fahrräder, keine Idioten. Frankfurter Allee, du hilfst mir zu entspannen. Merci.
Fast zu Hause fahren wir vorbei am BIESDORF-CENTER.
Für die Nicht-Berliner: Biesdorf ist eine Art Unterbezirk in Berlin Marzahn.
Marzahn =grau. Biesdorf = grün.
Obwohl es um die Uhrzeit schon längst geschlossen hat, prangt der Schriftzug in großen, rot beleuchteten Lettern auf dem Gebäude.
Von Zeit zu Zeit steigt mal ein Buchstabe aus und lässt die anderen alleine. Gesetzlich vorgeschriebener Urlaub, schätze ich. Dieses Mal funktionierte das E-Licht nicht. Es war also nur das BIESDORF-CNTER.
Seit vielen Jahren warte ich darauf, dass mal die BIESDORF-ENTE draus wird. Nak Nak!