Satelliten, Eis & warze Tatzen

„…like a satellite, I’m in orbit all the way around you….“

Samstagmorgen, 8 Uhr: blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, der NASA-Schrott-Satellit ist mittlerweile abgestürzt, unser Haus steht noch – also nichts wie raus an die Luft und ab zum Hellersdorfer Erntefest!
Mit Kindern, die sich über Mittag für ein paar Stündchen aufs Ohr hauen, hat man 2 Möglichkeiten: gleich morgens nach dem Frühstück etwas unternehmen oder nach dem Mittagsschlaf, ca. ab 16 Uhr, wenn man eigentlich nach so einem faulen Vormittag selber schon keinen Antrieb mehr hat, größere Aktionen zu starten. Da samstägliche Festbesuche ab 16 Uhr erfahrungsgemäß so sind, dass man nicht durch die Straßen läuft, sondern von der Menschenmasse geschoben wird, haben wir uns für erstere Variante entschieden. Und siehe da – kaum eine Menschenseele. Die Hartzfünfer liegen um die Zeit noch im Nest und die Jugendlichen sind 2 Stunden vorher erst von der Freitags-Sauftour nach Hause gefallen (oh, was für ein schöner Verschreiber, den lass ich stehen!). Nur eine Hand voll Familien mit Kindern und ein paar Rentnerehepaare schlenderten die wegen Buden gesperrte Straße ab, über die ich mich gestern noch geärgert habe, weil ich unwissend abbiegen wollte, wo gesperrt ist, und daraufhin meine Zeit im Umleitungs-Stau verbracht habe…
Es roch intensiv nach Knoblauchbaguettes und Rostbratwurst gepaart mit gebrannten Mandeln und Pferdestroh. („Nono dooßes Hüü haben!“ -„Äh, nein.“) An sich nicht schlecht – bis auf Letzteres – aber so kurz nach dem Frühstück ein Grund, schneller an der Fressmeile vorbeizugehen…
Knoblauch und Marmelade vertragen sich nicht so gut.
Due to the fact that there were kaum Menschen unterwegs (manchmal fehlen einem einfach die Worte in der richtigen Sprache, kennt ihr das?), hatten die ansässigen Wohnungsbaugenossenschaften noch ganze Zelte voller Heliumluftballons und Trillerpfeifen zu verschenken (und Äpfel – was ist das für eine Werbeaktion? „Wenn ihr statt BigMacMenü Äpfel kauft, könnt ihr euch Wohnungen bei uns leisten?!), der Mann beim Entenangeln freute sich aufrichtig über ein paar € für 22 gelbe Schwimmer (Ausbeute: 2 Meerjungfraupüppchen, eine mit lila, eine mit orangem Haar, Nona: „Lilly und Mina“) und die Karussellbetreiber ärgerten sich, dass sie für lächerliche 2€ sämtliche Flugzeuge, Hubschrauber, Autos, Tassen, Motorräder und Dinosaurier in Bewegung setzen müssen, nur weil ein einziges Kind fahren möchte (der Strom….der teure Strom!)
Die Frau beim Softeis brauchte 1,50€ passend, denn sie hatte noch nichts verdient und konnte demnach auch nicht wechseln.
Die Prinzessin rief (von Weitem):
„Nono Eis haben!“
Ich: „Na geh mal hin zu der Frau und sag, was du möchtest.“

Nona ging hin, kratzte sich verlegen am Ohr, hielt den Kopf schief und guckte auf den Boden.
Eisfrau:
„Was möchtest du denn?“
Nona: „EIS!“
Eisfrau: „Welche Sorte?“
Nona: „E-I-S!“
Eisfrau: „Wir haben Vanille, Schoko-Vanille oder Schoko-Erdbeere.“
— Stille —
Nona: „…..Eis!“

So, und wer mal lachen möchte, guckt sich mein neues Hobby auf youtube an. Es fehlt nur noch ein Name für diese Sportart. (sau anstrengend, liebe Leute!)
Diese Bodenmatte mit Tasten, „gigantic keyboard“, wie es sich laut Verpackung selbst nennt, sprang mich beim Einkaufen an. Ich wusste nicht genau, warum ich sie kaufte und für wen, aber nun hat seit ein paar Tagen die gesamte Familie Spaß damit. Wenn „unser“ Papa unten in Opas Büro ist, sagt er zwar, dass fast die Lampen runterkommen, wenn wir hier oben Klavier springen, aber noch sind sie alle dran.
(Nona: „Mama laufen! Warze Tatzen (=schwarze Tasten) laufen! Lala an! Hahahaha“)

P.S. Ein Wort noch zum Satelliten: als ich gestern darüber gelesen habe, musste ich feststellen, dass erstens niemand genau wusste, wo der 6 Tonnen schwere, schulbusgroße Satellit, der nicht vollständig in der Erdatmosphäre verglüht, abstürzen würde (Nordamerika sei ausgeschlossen, hieß es), dass zweitens niemand genau wusste, wann er abstürzen würde (von Freitag 18 Uhr bis Samstag 12 Uhr war alles dabei), dass drittens die Wahrscheinlichkeit sehr gering sei, von Trümmerteilen getroffen zu werden (schließlich wurde in den 50 Jahren Forschung noch nie jemand von Weltraumschrott verletzt) und dass viertens evtl. gefundene Trümmerteile nicht angefasst werden sollen, weil sie spitze Kanten haben könnten und überdies rein „technisch“ gesehen, nach wie vor Eigentum der USA seien.
Lachen Sie bitte j-e-t-z-t!

P.P.S. Absturz über Kanada…Na sowas! Hatte das immer zumindest in die grobe Richtung „oben“ und „Amerika“ eingeordnet, aber Nordamerika war ja ausgeschlossen ^^

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

2 Kommentare zu „Satelliten, Eis & warze Tatzen“

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