pennies…

„Wenn es gar nicht anders geht, vertraut mir ein befreundetes Paar seine Tochter an. Sie heißt Franziska, ist 3 Jahre alt und trägt für gewöhnlich großen Ernst und wissenschaftliche Neugier zur Schau. […] Besonderen Spaß haben Franziska und ich auf dem Spielplatz, der in der Mitte des Helmholtzplatzes im Prenzlauer Berg liegt. Attraktion sind dabei nicht Rutsche, Schaukel und Sand, sondern die Erwachsenen, die ihren Nachwuchs hierher bringen. […] Zur Beruhigung bereite ich Franziska und mir ein Mittagessen zu. Während die Prenzeleltern ihren Kindern selbstgehäckselte Salate mit Omega-3-Fettsäuren einsprühen und proidiotische Joghurts und Naturkind-Möhrensaft kredenzen, öffne ich mit geübten Griffen eine Dose Ravioli von „Ja“ und löffele den Inhalt abwechselnd in meinen und in Franziskas Mund. Franziska sieht mich glücklich, fast verliebt an.“

Proidiotische Joghurts, haha, das sind die, die bald von allein aus meinem Kühlschrank kommen, weil ich mittlerweile wieder normal essen kann. Das war übrigens ein Ausschnitt aus dem Buch „Die Lebern der Anderen“ von Anselm Neft. Ob es gut ist, weiß ich noch nicht. Bin bei der Hälfte, bis dahin so lala. Das lese ich immer, wenn Kitagruppen nicht zu ihrem Unterricht kommen. Mein „Arbeitsbuch“, sozusagen. Apropos, morgen geht’s wieder los. Der gelbe Zettel sagt: krank ist vorbei. Bin ja gespannt, was die Donnerstags- und Freitagskinder sich in ihrer Woche Musikabstinenz an Kuriositäten überlegt haben, die man so im Musikunterricht raushauen könnte. Ich werde euch informieren!

Fiona wollte vor ein paar Tagen absolut nicht mit Windel in den Kindergarten gehen. Manchmal klappt das Trockensein ja schon zu Hause. Aber sobald ihr ein Fernseher über den Weg  läuft (oder ein Auto, ein Buch, ein Spielzeug, ein Sandkasten, …) ist die Blasen-Hirn-Signal-Weiterleitung unterbrochen und man lässt einfach laufen…
Jedenfalls erklärte sie mir an dem Morgen so wichtig, wie es eine Fast-2-Jährige eben erklären kann, dass Lisa und Chayenne („Jen“) auch ohne Windel gehen. Und als ich fragte, wer noch ohne Windel in der Kita ist, sagte sie: „Litu auch ohne Windel“.
(Wer ist „Litu“?)

Wenn sie zu Hause baden geht und ich sie ausgezogen habe, springt sie wie ein wildgewordenes Eichhörnchen nackt durch die ganze Wohnung und ruft. „Dakidei, Dakidei!“. Und wenn wir hinterher wieder Hemd oder Schlafanzug anziehen und ihr Arm bei einer anderen Öffnung rauskommt als geplant, sagt sie nun selbst:
„Falsches Loch!“.
Schön ist auch ihre Verwendung des Wortes: „bisschen“.
„Bisschen“ ist universal einsetzbar, passt fast immer und klingt aus ihrem Mund sehr niedlich.
Beim Essen: „bisschen heiß!“
Bei Topf-Sessions: „bisschen pullert!“ (Topf ganz leer)
Beim Händewaschen: „bisschen panzen!“
Vorm Schlafen: „bisschen müde.“
Dazu gehört der wichtige, ernste Blick mit seitlich geneigtem, leicht nickendem Kopf. Bisschen!

Heute morgen konnten wir „bisschen“ länger schlafen als sonst. Nono nahm von der Uhrzeit jedoch keinerlei Notiz, stand um 7 auf, schob den Puppenwagen durchs Schlafzimmer, verteilte Legosteine in der Achtung-weg-da-ich-muss-schnell-aufs-Klo-Schneise, platzierte sämtliche Kuscheltiere auf der Couch und gab – großzügig wie sie ist – jedem Tier ein Buch zum Lesen.
Dann kroch sie wieder ins Bett, wollte „Quakke“ gucken (Muppet Show mit Kermit, dem Frosch), trat ein „bisschen“ in Papas Rippen, hüpfte ein „bisschen“ auf Mamas Bauch, bis wir letztendlich komplett wach waren und aufgestanden sind. Dann – Achtung! – legte sie sich in unser Bett, zog sich die Decke bis zum Hals und sagte allen Ernstes: „Nono schläft noch.“
Jenau. Danke ^^

Hab ich schon von meiner letzten Einkaufstour erzählt? Keinen Pfennig Geld in der Tasche, aber man hat ja Karte, kein Problem, das.
Schuhe gekauft, Hosen, Bokatzbücher für Nona, Hello-Kitty-Geschenkpapier und dann schnell zum Fahrstuhl und ins Parkhaus. Zum Glück hat der Automat, der immer genau 2€ will, einen Schlitz für EC-Karte. Das ist praktisch, denn die nächste Sparkasse ist am anderen Ende des Centers und dann auch noch draußen ein Stück an der Straße lang. Schade um die Zeit.
Ich also mit Tüten hin zum Kassenautomat, er wollte – tadaaa – 2 Euro. Ich gab ihm meine Karte. Geheimzahl und bestätigen, bitte.
Jupp, kein Problem. Dann ein roter Bildschirm und die Worte „Autorisierung nicht erfolgt, bitte Bon entnehmen.“ Ich tat wie mir befohlen. Auf dem Bon die gleiche Info noch mal. Hä? Was war das? Hinter mir eine unruhig mit ihren Stöckelschuhen trappelnde Meute. Ok, raus zum Auto, direkt an der Schranke steht noch so ein Kassenhäuschen und da steht nie jemand an. Also hin.
Motor an, ich springe raus, gleiches Prozedere:
„Autorisierung nicht erfolgt, bitte Bon entnehmen.“
Noch mal. Die PIN stimmte. Was soll das?
5 min vorbei.
Ich ging wieder zurück zum Auto, beruhigte es mit den Worten: „Ruhig, Süßer, könnte länger dauern“, drehte ihm den Saft ab und ging erneut zum Automaten.
Neue Karte, neues Glück.
„Autorisierung nicht erfolgt, bitte Bon entnehmen.“
Hackt’s?! Ich stiefelte wutentbrannt zu meinem Auto, in der Hand 2 EC-Karten, Autoschlüssel und ungefähr 10 Bons mit der Aufschrift: …na ihr wisst schon.
Ich kratzte alles Kleingeld zusammen, was ich finden konnte. Yeah, ein Einkaufseuro! Was für ein Glück! In der Portemoinnaiespalte noch 50 Cent, na also, sieht gut aus. Und den Rest hab ich als 2- und 5-Cent-Kupfer. Das müsste genau reichen.
Ich wieder hin zum Kassenautomat. Schmeiße alles „größere“ Geld ein, was ich habe. Er zeigt an: 1,70€. Und wie ich gerade meine Kupfermünzen zusammenkratze, sehe ich am Automaten ein Schild, auf dem die Münzen abgebildet sind, die er schluckt. Natürlich kein Kupfer. Grrrrr…..Ende vom Lied war, dass ich mein Auto wieder geparkt habe, ein Mal quer durch das gesamte Center gelaufen bin, auf der anderen Seite raus, zur Sparkasse, Geld geholt (Scheine!), auf dem Rückweg beim Bäcker eine Streuselschnecke gekauft habe (damit ich Münzen habe…nachher wäre er sonst vielleicht beim Schein mäkelig gewesen – ich hätte Automatenmord begangen!) und dem Saftsack von Automaten seine 2 Euro mit Schwung in den Schlitz geschoben habe. Idiot.
Dann kann sich die Schranke ihr scheinheiliges „Gute Fahrt“ auch sparen.
Fazit: 30 min verloren. Merke: nie mehr ohne Geld einkaufen gehen.

Mein Handynavigationssystem (eine App für 0,79€ wohlgemerkt) sollte mich heute zwecks Matratzenkauf für’s neue Kinderbett (geschenkt von den Nachbarn, genau das, was ich wollte!!! Passend zu den Schränken. Yippiieee!!) zum blau-gelben Möbelhaus lotsen. Klappte alles ganz gut, ich konnte die Köttbullar schon förmlich riechen, als Handy sagte: „Folgen Sie dem Straßenverlauf für 300 km.“
Danke! Und wenn sie’s nicht gefunden hat, dann fährt sie wohl noch heute….

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

1 Kommentar zu „pennies…“

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