Das Leben ist kein Ponyhof

Oha, steigende Besucherzahlen obwohl seit Samstag kein neuer Eintrag – das heißt, Nono-Junkies kommen gucken, ob es was Neues gibt..? Hach, schön. Das freut mein Schreiberherz. Natürlich gibt’s was Neues. Das Einzige, was fehlt, ist die Zeit, alles aufzuschreiben. Mein ganzer Schreibtisch klebt voll mit kleinen gelben post-it-Zetteln mit irgendwelchen Wortfetzen in einer Art Stenoschrift drauf, bei denen ich 2 Tage später selber Probleme habe, sie zu entziffern und auf die Stories zu kommen, die mit dem Wort zusammenhängen…

Kinder sind was Schönes. Eigene.
Fremde auch, es sei denn, sie sind zwischen 3 und 5 Jahren alt, vorlaut und heißen Jason….nein, Spaß! Aber wenn ein 5-Jähriger keine 3 min stillsitzen, die Aufforderung „Schließ deinen Mund ab und leg den Schlüssel WEIT weg!“ nicht umsetzen kann und auch sonst mehr stört als alles andere (Lied ist fertig, Kind: „Na endlich!“), dann kann einem schon mal der berühmt berüchtigte Faden reißen. Um glücklich zu sein, soll man sich (und was man macht) ja von Zeit zu Zeit neu erfinden. Das habe ich heute morgen getan. Bei unserem letzten Lied dürfen immer 2 Kinder die Lucy-Puppe anfassen und sie wie ein Kind im Kreis mittanzen lassen. Da reißen sich immer alle drum. Meinen Namen wissen sie z.T. immer noch nicht, (auch nicht die Erzieher, ich sag nur: „Ja, Jeremy, geh mal zur Viola rein und sag Guten Morgen“ –> Jeremy sagte statt Guten Morgen übrigens „Eierpflaume, haha“) aber Lucy kennen alle. Jedenfalls dürfen ab sofort nur noch liebe Kinder Lucy anfassen. Störenfriede sind im Wettbewerb ums Puppenhalten ausgeschlossen. Neue Stunde, neues Glück. So, wir werden sehen, was es bringt.

Montag Morgen hat für mich schon mit einem Lacher begonnen, was gibt’s Schöneres? Ich komme in meinen Unterrichtsraum, die Kinder warten schon vor der Tür, ein 4-jähriges Mädchen rennt freudestrahlend auf mich zu und trägt ein T-Shirt mit der rosa Glitzeraufschrift: „DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF.“
So sieht’s aus!

Dann ging es thematisch darum, wie aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Da alle Kinder die Raupe Nimmersatt kennen (anscheinend Pflichtlektüre im Kindergarten), können das auch alle ganz toll erklären. Bis zu einer Stelle, ich zitiere:
„…..dann isst die Raupe gaaanz viel und wenn die dick und rund ist, dann geht die in ein Croissant…..“
Oh, wie schön. Mmmmhhh…und schon knurrte mein Magen. Verflixte Konditionierung! (Does the name „Pawlow“ ring a bell? haha)
Auch gut war der „Balkon“ als Ort, in den sich die Raupe zurück zieht, während sie sich in einen Schmetterling verwandelt.
Die 3-Jährigen kannten das ganze Raupenschmetterprozedere noch nicht. Sie stellten erstaunt fest, dass auf dem Blatt eine Kugel liegt („Genau, ein Ei“) und bemerkten dann, dass aus dem Ei aber keine Raupe kommt, sondern ein Huhn.
Manchmal haben sie eben einfach recht ^^
Und die Raupe auf dem nächsten Bild wurde eindeutig als Krokodil identifiziert und zwar von der gesamten Gruppe (Stichwort: Gruppendynamik – ich kann froh sein, dass sie bei „Krokodil“ nicht angefangen haben, auf dem Boden zu robben und sich gegenseitig zu fressen…)
Ein kleiner Macho beantwortet meine Fragen immer mit einer Lautstärke von gefühlten 120 dB (Vergleichswert: startendes Flugzeug). Macho deshalb, weil er auf meine Frage danach, was Mamas und Omas in der Küche machen, ohne zu Zögern mit „Na putzen!“ reagierte. Hui! Das sag ich deiner Mama…

Ein anderer betrat den Unterrichtsraum, setzte sich neben ein Mädchen, drehte sich zu mir um und sagte stolz hinter vorgehaltener Hand:
„Guck mal, ich sitze neben meiner Braut!“
Geht heiß her in den Kitas, liebe Leute! Zwei Vorschulkinder küssten sich auch permanent (nein, nicht der mit der Braut, war ein anderer) während ich eine Geschichte vorlas. Was macht man? Ich habe sie dann gebeten, sich nicht ständig im Musikunterricht zu küssen, weil man sich sonst ganz schlecht konzentrieren kann…
Das Glockenspiel, auch Xylophon, hatten sie sich als „Telefon“ gemerkt und als wir ein gelbfleischiges, abgebildetes Obst sahen, bei dem die Antwort „Pfirsich“ nicht aber fast stimmte, rief ein Kind: „Orange“. An sich nicht weiter erwähnenswert, hätte ich nicht kurz vorher den Tipp gegeben: „Es fängt mit N an.“ ^^
Fallobst haben sie außerdem umbenannt, in Purzelobst. Denn schließlich purzelt mal hier ein Apfel, mal da. Purzelobst, eben.
In solchen Momenten fehlt mir der „Gefällt-mir-Button“…

Kennt ihr das? Ihr steht unter der Dusche, völlig gedankenversunken, füllt euch Haarshampoo auf die Hand, seift euren gesamten Körper damit ein, spült hinterher die Haare aus und wundert euch, dass das Wasser völlig klar ist….?
Naja, nun ist der feine Haarflaum, der so einen Menschenkörper schmückt, komplett mit dem teuren SYOSS shampooniert. Auch gut.

Hab ich schon erwähnt, dass ich mich nach 10 Tagen Antibiotikum und sage und schreibe 4 (!) rotzfreien Tagen seit gestern wieder mit dem blöden Kieferhöhlenmist rumschlage? Es heißt ja, dass sich Probleme des Alltags in den Organen und den dazugehörogen Krankheiten manifestieren können, z.B. kriegt man Augenprobleme, wenn man etwas nicht mehr sehen kann, Ohrenschmerzen oder gar Tinnitus, wenn man etwas nicht mehr hören kann (es gibt auch Augentinnitus, definiert sich in: „Ich seh nur Pfeifen“). Wenn dem so sei, bitte was steckt dann in meinen Kieferhöhlen?!

Sonntag haben wir ja Opas Bokatz gefeiert. Es war bis auf abends sehr schönes Wetter, die Kinder haben im Garten gespielt und versucht, sich gegenseitig im Puller-Intervall zu unterbieten. Endete dann damit, dass alle 5min einer von beiden auf dem Topf saß und der jeweils andere den Erfolg oder Misserfolg kommentierte.
Unserem rosa Flurpferd geht es übrigens nicht sehr gut. Mir scheint, als wäre so langsam – im wahrsten Sinne des Wortes – die Luft raus. Nonas Spiel: „Mama, Hüü haben!“ Mama gibt Hüü. Nona lässt Hüü los, lacht über das fliegende Pferd und sobald es die Zimmerdecke berührt, beginnt der Zyklus von vorn.

Die Kinder in Fionas Kita haben am 1.Juni, zum Kindertag, ein kleines Spielzeug geschenkt bekommen, das sie sich aus einem Korb aussuchen durften (alle ähnlich, verschiedene Gesichter). Nona hat sich eine (männliche) Figur ausgesucht, die aussieht wie eine Schultüte mit einem Holzstab am spitzen Ende, und durch Reinschieben und Rausziehen des Stabes verschwindet/erscheint die Figur dann am oberen Ende. Sie nennt ihn auch heute noch liebevoll den „Mann“.
Bei dem ersten Elternabend der Raupengruppe lernte ich die anderen, mir bis dahin völlig unbekannten, Raupeneltern kennen. Nicht nur, dass jedes Elter mindestens eine persönliche Frage zu seinem Kind gestellt hat in der großen Runde („Wie macht sich Jimmy denn beim Essen?“ –> interessiert mich brennend, ob Jimmy seinen Fruchtzwerg ganz oder halb isst), sondern eine Mutter hat sich auch noch erdreistet, die nette Geste mit den Geschenken dahingehend zu kommentieren, warum denn ihr Sohn ausgerechnet die hässliche Oma als Figur bekommen habe. Mit einem kleinen, fast nicht sichtbaren Grinsen erklärte die Erzieherin, dass jedes Kind sich das Püppchen selbst ausgesucht habe, was die Mutter trotzdem nicht zufrieden stellte. Die hat bestimmt zu Hause noch ein ernstes Wörtchen mit ihrem 2-Jährigen geredet! Frühkindliche Omipus-Komplexe…
Aber zurück zum Mann und weshalb ich das schreibe: unser Mann hat eine Frau gefunden. Farblich einwandfrei, die küssen sich ständig:
(und nein, es kommt bei den beiden nicht auf die Größe an…)

Ein neues Kennzeichen noch zum Schluss – bei uns steht ja am Wochenende die Berlin-Wahl an. Selten subtilere Grünen-Werbung gesehen. Sch*** auf Wahlplakate!
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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

5 Kommentare zu „Das Leben ist kein Ponyhof“

  1. Mein freund is voll neidisch auf mein handy sprich auf dich weil seit gedtern soviel geschrieben hab. Aber nu issa weg. Jetz kann ich.
    War gerad ganz schönviel input. Du weißt,dass ich mir immer alles bildlich vorstellen muss. Und bei der krokodilgeschichte hat ich son bild von dir im kopf wie du gerad versucht hast dein kopf in ein krokodilmaul (kindermund) zu stecken aus showgründen…. In meinem kopf war es lustig…
    Lass dich mal von den kindern schminken oder die haare machen. Wenn sie mit dir spielen können sie sich vllt den namen merken… Wer weiß

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