"Faufen"

Nachdem Prinzessin Fiona vor ein paar Tagen einen Eimer randvoll mit Plastiklebensmitteln bekommen hat (als Zubehör für die Küche, die sie erst zum Geburtstag kriegt – dumm gelaufen….), ist das Thema „Einkaufen“ („faufen“) noch präsenter geworden.
Eine normale Lebensmittelspielstunde beginnt so:

„Mama, Arm Arm!“
„Nein, Nona, Mama arbeitet. Geh doch mal in dein Zimmer zu deinem Eimer.“
(Kind dreht sich um, verlässt den Raum….kurze Stille….dann lautes Krachen und Scheppern.)
„Nona, alles ok?“
„Jahaa! Eimer kippt.“
„Achso, du hast den Eimer ausgekippt. Super.“
Sekunden später steht sie wieder im Arbeitszimmer, zieht an meinem Arm und ruft: „Mama mit, faufen! Bittebitte“
Gegen ihr „bittebitte“ bin ich machtlos. Ich gebe auf und gehe mit.
Nachdem sie die Lebensmittel auf einer imaginären Kasse gescannt und selbiges mit einem hohen Ton quittiert hat, füllt sie alles Essen in meine Plastiktüte. Ich bezahle mit einem Taler, der aus übereinander geklebten Stuhlstopperfilzpunkten besteht („ein Geld“), und will den Raum verlassen.
Fiona fordert mich auf, die Tüte wieder auszukippen. Anschließend möchte sie die Lebensmittel zurück in den Eimer räumen, aber nicht allein. „Hasi auch räumen soll“ – aha. Da Hasis motorische Fähigkeiten aber stark begrenzt sind, muss ich mit Hasis zu kurzen Armen versuchen, die Lebensmittel (natürlich einzeln) zu greifen und über dem Eimer fallen zu lassen. Kein leichtes Unterfangen. Ein bisschen wie bei diesem Spiel mit dem Automaten, der mit Kuscheltieren gefüllt ist und mit dessen Greifarm man versuchen muss, über Joysticklenkung eines zu fassen. Das ist übrigens unmöglich! Aber solche Erfahrungen muss man selbst machen, statt auf die Eltern zu hören, die ihrem Hartgeld wehmütig hinterher winkten.

Heute vormittag waren wir richtig einkaufen, mit echtem Geld.
(Vielleicht sollte ich die Filztaler-Nummer mal bei REWE probieren…
Sammeln Sie Punkte? HAHA)
Ich übersetzte Nonas Bestellung beim Fleischer („Nona da haben, Wu. Haben!“) mit „Bitte eine Wiener auf die Hand“ und setzte meinen Einkauf fort. Nach einer Weile war ihr Interesse an der Wurst gesunken. Ich bemerkte, wie sie – wenn ich nicht hinsah – kleine Stücke von der Wurst abriss und fallen ließ. Wollte sie den Weg zurück markieren und hatte statt Kieselsteinen nur Wurst zur Hand?
Peinlich berührt verließ ich schnell den Gang mit den Wursthäppchen auf dem Fußboden, erklärte ihr, dass man das nicht macht und fragte, ob ich die Wurst lieber einpacken soll. Da schüttelte sie energisch den Kopf, riss erneut ein Stück ab, warf es mit Schwung an meiner Schulter vorbei, lachte laut und rief: „Weg Wurst. Hahahahaha“.

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Autor: Mama 2.0

stoffverliebte 2fach-Mama, Berlinerin, iphoneaddict, Musikpädagogin. Liebt buntes Klebeband, geistige Herausforderungen und hat sich den Blick für das Schöne bewahrt. Happiness is not a destination, it is a way of life. Glas ist halbvoll und so, wa?

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