Lieblingstweets Oktober 2018

Im August zum letzten Mal Lieblingstweets veröffentlich, oh je! Jetzt aber, mit Politik, Hotelduschen, Mandarinen, dem Wetterphänomen Herbst, Pornos und Antifaltenmaßnahmen, also alles wie immer! Viel Spaß mit den Highlights aus dem Oktober. P.S. Damit möchte ich jemanden grüßen 🙂

Nicht lustig, aber gänsehautig schön und so wahr:

Advertisements

#supermomdad Blogparade

Wie in jedem Jahr fällt der Termin des Schweizer Bloggerevents SwissBlogFamily, organisiert u.a. von meiner liebsten Bloggerfreundin Séverine, leider auch diesmal wieder genau in die wichtige Generalprobenzeit für unser großes Jahreskonzert. Aber wenn ich da schon nicht live dabei sein kann, möchte ich wenigstens bei der Blogparade mitmachen, zu der die Organisatoren aufgerufen haben. Es geht um den Begriff Supermom bzw. Superdad und was wir damit verbinden. Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung wegen Verlinkung.

bauch skizze_Zeichenfläche 1Wer kennt ihn nicht, DEN Standardratgeber zum Thema Babyzeit: „Oje, ich wachse“ von Dr. Frans X. Plooij und Dr. Hetty van de Rijt. Meine These: auch Supermoms bzw. Superdads machen diese Entwicklungssprünge durch, nur äußern sie sich ein bisschen anders. Im Folgenden beziehe ich mich aufgrund meiner eigenen Erfahrungswerte auf die weibliche Form, die männliche ist selbstredend mitgemeint.

1. Wahrnehmungsveränderungen

Mit dieser zarten zweiten Linie gerät ihre Welt ins Wanken: jetzt beginnt eine ganz besondere Zeit. Und während sich Religion und Wissenschaft noch streiten, ab wann der Mensch ein Mensch ist, weiß sie bereits jetzt, dass sie noch nie etwas Wertvolleres in ihren Händen hielt als diesen urindurchtränkten Plastikstab, der im richtigen Licht verrät, was außer ihr noch niemand weiß: hallo Baby! Ihre Wahrnehmung verändert sich. Plötzlich sieht sie überall Babys, Kinderwägen und Rabattaktionen in Babyfachgeschäften und deckt sich vorsorglich mit Säuglingszubehör ein. Fernsehwerbungen mit Babys und/oder Welpen erfordern eine Packung Taschentücher neben der Couch. Das ist ganz normal! Sollte die frisch Schwangere ihr gesamtes Umfeld stattdessen nur noch verschwommen wahrnehmen, ist auch das im Bereich des Normalen und liegt möglicherweise an der 24-7-Übelkeit, die die Badezimmerfliesen zu ihren engsten Vertrauten werden lässt. Keine Sorge! Nicht alle Frauen entwickeln die Wahrnehmungsveränderungen zur gleichen Zeit.

2. Muster

Ab dem zweiten Trimester der Schwangerschaft beginnt für die meisten Frauen die Wohlfühlzeit. An den langsam wachsenden Bauch hat sie sich gewöhnt, die Übelkeit hat nachgelassen und auch das Umfeld wurde inzwischen in das süße Geheimnis eingeweiht. Nun vollzieht sich der zweite Sprung in der Entwicklung der Supermom: sie beginnt, sich für wiederkehrende Muster und Farben in der Kinderzimmereinrichtung zu interessieren, umgangssprachlich auch als „Nestbautrieb“ bezeichnet. Möglicherweise fällt Ihnen auf, dass die Schwangere endlos von der Art und Weise fasziniert ist, wie einschlägige Möbelhäuser ihre Ausstellungsbabyzimmer dekoriert haben. Auch kurze Laute der Verzückung wie „Ah!“ und „Oh!“ werden Sie des Öfteren wahrnehmen können. All diese Dinge signalisieren eine große Veränderung in der neuronalen Entwicklung der Schwangeren auf dem Weg von der Frau zur Supermom.

3. Fließende Übergänge

Mit dem Sprung um den errechneten Geburtstermin herum wird die Frau eine ganz neue Welt betreten. Der fließende Übergang von einer Schwangerschaft zum neuen Leben mit Baby außerhalb des Bauches ist wohl der einschneidendste Sprung in der Entwicklung zur Supermom. Sie werden merken, dass die Frau sich einige Tage nach Beginn des Sprunges wieder besser bewegen kann und ihre Bewegungen weniger hölzern und schwammig aussehen. Die Veränderung macht sich auch dadurch bemerkbar, dass die Frau den Klang ihrer Stimme variiert, während sie mit dem Neugeborenen spricht. Dieser Sprung setzt eine ganze Reihe von Fertigkeiten und Aktivitäten in Bewegung.

4. Ereignisse

Der Frau steht nun, zwischen 3. und 12. Lebensmonat des Kindes, der Sprung in die Welt der Ereignisse bevor. Sie wird von jetzt an nahezu täglich von Ereignissen umgeben sein: das erste Rollen vom Bauch auf den Rücken, der erste Brei, das erste Mal sitzen, ein erstes „MAMAMAMAM“ bis hin zu den ersten wackeligen Schritten auf eigenen Beinen. Die Erkenntnis, das die Entwicklung eines Kindes in zeitlich aufeinander folgende Ereignisse unterteilt ist, nehmen Erwachsene als selbstverständlich wahr. So wissen wir, dass jedes Baby irgendwann sitzen, stehen und sprechen kann.  Für eine Mutter ist all das jedoch neu und aufregend und sie wird jedem Ereignis ganz besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen und es sowohl schriftlich als auch bildlich dokumentieren.

5. Beziehungen

Um den ersten Geburtstag des Kindes herum, werden Beziehungen eine wichtige Rolle spielen. Die Supermom kann neben Verwandten und Freunden nun auch eine Beziehung zu Erzieherinnen und Erziehern aufbauen, denen sie ihr Wertvollstes stundenweise anvertraut. Zu dieser Zeit wird die Mutter viele neue Dinge tun. Ihr aufrechter Gang verlagert sich wieder zurück in den Vierfüßlerstand, der das Aufheben heruntergefallener Gegenstände und Lebensmittel vereinfacht. Ob sie aber krabbelt oder nicht – sie wird in jedem Fall bedeutend mobiler, um den Nachwuchs vor Gefahren zu bewahren, die der kindliche Forscherdrang so mit sich bringt.

6. Kategorien

Mit dem sechsten Sprung im Kleinkindalter ist es Zeit für die Supermom, die Welt der Kategorien zu entdecken. Holz oder Plastik? Neu oder gebraucht? Möglicherweise ordnet die Mutter die Spielzeuge und Klamotten im Kinderzimmer nach einem ausgeklügelten System. Hier gilt nur eine Regel: nicht reinreden und machen lassen. Sie wird bei all diesen Untersuchungen eine unübertrefflich ernsthafte, vertiefte Miene aufsetzen. Der Sprung in die Welt der Kategorien betrifft alle Sinne: Sehvermögen, Gehör-, Geruchs- Geschmacks- und Tastsinn.

7. Abfolgen

Mit dem siebten Sprung ist es Zeit für die Supermom, die Welt der Abfolgen kennenzulernen. Möglicherweise erkennt sie jetzt, dass sie viele ihrer Ziele nur erreicht, wenn sie die Dinge erfolgreich in eine bestimmte Reihenfolge bringt: Kind 1 das Frühstück zubereiten, Kind 2 die Zahnpasta auf die Zahnbürste machen, die umgekippte Milch aus der Cornflakesschüssel von Kind 1 aufwischen und anschließend die am Badezimmerspiegel verteilte Zahnpasta von Kind 2 entfernen. Erst danach die gute Bluse anziehen. Die angehende Supermom wird damit beginnen, Aktionen miteinander zu verknüpfen, um ein Ziel zu erreichen. Wahrscheinlich fehlt ihr jedoch anfangs noch die eine oder andere Komponente.

8. Programme

Kurz nach der Geburt eines weiteren Kindes steht für die Supermom die nächste große Veränderung in ihrer neuronalen Entwicklung bevor. Sie wird dann bereit sein, die Welt der Programme zu erforschen. Somit rückt sie immer weiter auf ihrer Entwicklungsskala zu einer Supermom hin und geht ihre eigenen Wege bei der Erziehung ihrer Kinder. Sie wird nach diesem Sprung in der Lage sein, gleichzeitig mehrere Programme auszuführen: Monster unter dem Bett vertreiben, währenddessen einen Po abwischen – vermutlich nicht den eigenen – und Fragen zur Ernährung von Hirschkäfern googeln beantworten.

9. Prinzipien

Mit dem neunten Sprung ist es Zeit, die Welt der Prinzipien zu entdecken. Die Supermom-to-be führt nun allerlei Programme flüssiger, natürlicher und deutlich schneller aus. Das hilft ihr bei der Bewältigung naturgegebener Prinzipien wie z.B. dem Gesetz, dass das fallengelassene Brot mit der Butterseite nach unten landet oder dem, dass ein krankes Kind zwangsläufig ein zweites (drittes, viertes, …) nach sich zieht. Der einzige Fehler beim Halten von mehreren Schüsseln und kalten Lappen gleichzeitig ist der, dass die Evolution nicht mit jedem weiteren Kind mindestens einen weiteren Arm ergänzt hat.

10. Supermom!

Herzlichen Glückwunsch, Supermom! In jeder Frau steckt eine, denn was uns alle verbindet, ist, dass wir täglich unser Bestes geben, unseren Kindern eine wundervolle Kindheit zu schenken und sie mit Liebe, Zuneigung und Wurzeln zu stärken. Für sie da zu sein, sie zu halten, ihnen zu vertrauen, loszulassen und sie zu selbstbewussten, einfühlsamen Erwachsenen zu erziehen. Aber auch eine Supermom kommt regelmäßig an die Grenzen der Belastbarkeit und wir sollten alle viel öfter in einer instagram-perfekten Welt zeigen, dass auch wir nicht perfekt und gerade deswegen liebenswert und authentisch sind. Das tut dem Supermom-Sein ja keinen Abbruch.

I made humans. And what’s your super power? 😉

Lieblingstweets August 2018

August-Lieblingstweets, ausnahmsweise mal ohne Trump, dafür mit Hitze, Wespen, Ventilatoren, Politik, Erwachsensein & Sex. Viel Spaß!

Die dritte Geburt

Ich würde sie als Traumgeburt bezeichnen, obwohl (oder gerade weil?) alles sehr schnell und unkompliziert über die Bühne ging. Im Vorfeld habe ich statt eines Geburtsvorbereitungskurses diverse Bücher zum Thema Hypnobirthing und selbstbestimmte Geburt gelesen. Die haben mir zwar absolut keine schmerzfreie Geburt verschafft, aber zu mehr Gelassenheit und Vorfreude auf jede Wehe (Welle) geführt. Die Atemtechniken waren mir unter der „echten“ Geburt herzlich egal, aber bei den harmloseren Wehen haben sie gut geholfen. Und so ist sie letztendlich abgelaufen: Klappe, die dritte.

Schwangerschaftstagebuch, 27.07.18, ET minus 2

„So, liebes Baby, heute ist der 27.7., ein schöner Geburtstag, findest du nicht? Und heute Abend totale Mondfinsternis! Es heißt ja, bei Vollmond und/oder besonderen Mondereignissen rennen die Frauen den Kreißsälen die Türen ein. Scheint dich allerdings herzlich wenig zu beeindrucken. Nicht mal nen harten Bauch machst du! Ich hatte mich so gefreut, als mir in der Nacht schlecht war und ich nicht schlafen konnte. Aber jetzt? Nix. Ich möchte nicht mehr, echt nicht. Es ist ein unglaublich heißer Sommer in Berlin mit 36 Grad und mehr. Alles ist warm, eng, schwitzig, eklig, dick und iihh. Komm jetzt endlich raus! Vor lauter Langeweile bestelle ich ständig Babystuff bei amaz*n. Das geht so nicht. Hopp hopp jetzt!“

Schwangerschaftstagebuch, 28.07.18, ET minus 1

„Du hast uns noch in aller Ruhe das Richtfest bei meinen Eltern feiern lassen, bei tropischen 34 Grad. Smalltalk mit den Nachbarn bei alkoholfreiem Radler: „Wann ist es denn soweit?“ – „Öh, morgen eigentlich…“ Der Bauch wird oft (harmlos) hart, aber mit echten Wehen hat das noch nicht viel zu tun. Allerdings kam beim Laufen heute sowas wie Ischias-Schmerz dazu (Nachtigall, ick hör dir trapsen…beim ersten Kind hatte ich ja keine Wehen. Nur diese schrecklichen Rückenschmerzen, wegen derer ich mich hinknien und atmen musste, hahaha) und eine winzige Zeichnungsblutung. Oha! Exakt so ging es die letzten beiden Male los. Du wirst doch wohl keine Punktlandung werden? Die totale Mondfinsternis gestern hat dich übrigens nur peripher tangiert. Wir haben alles verschlafen…“

Schwangerschaftstagebuch, 29.07.18, 08:27 Uhr, ET

„Nachdem ich gestern Abend vorsichtshalber keinen Döner mehr gegessen habe (manno!) und nicht mehr aus dem Haus gegangen bin, stattdessen einen „Survival-Übernachtungsrucksack“ für die beiden Großen gepackt habe, ist WAS passiert? Genau, die harmlosen Wehen ließen nach und wir haben so gut geschlafen wie lange nicht. Die Wehen sind – wenn sie denn kommen – intensiver als in den letzten Tagen, aber mit +- alle 20min kommen wir nicht weiter, Baby. Ab heute müssen wir alle 2 Tage ins Krankenhaus zur Kontrolle. Dass ich einen offiziellen ET mal erleben würde, hätte ich ja auch nicht gedacht. Aus gegebenem Anlass: ich habe in einem Hebammenforum (ja, man googelt auch beim 3. Mal noch, wie sich echte Wehen anfühlen, haha) gelesen, dass Wehenstärke sich in 3 Stufen einteilen lässt.

Folgende Situation: du bügelst und dein Mann guckt Fußball.

Stufe 1: Du sagst deinem Mann, dass du eine Wehe hast, bügelst aber unbeeindruckt weiter. (= Senk- oder Übungswehen)

Stufe 2: Du sagst deinem Mann, dass du eine Wehe hast, konzentrierst dich und hörst kurz auf zu bügeln. (= starke Senk- oder Übungswehen)

Stufe 3: Du sagst deinem Mann, dass du eine Wehe hast, schließt die Augen, atmest und schaltest das Bügeleisen aus. (= Eröffnungswehen, ab ins KH!)

Heute und gestern Abend war ab und zu Stufe 2, würde ich sagen. Na immerhin!“

Das sollte tatsächlich der letzte Eintrag gewesen sein…

[RÜCKBLICK]

View this post on Instagram

…dass ich das mal erleben würde: ein Kind, das am Entbindungstermin noch im Bauch ist und wenig bis keine Anstalten macht, an diesem Zustand etwas zu ändern 🙄 Das Warten macht mich mürbe; die Temperaturen draußen sind für einen hochschwangereren Kreislauf einfach nur tödlich und inzwischen ist mir auch egal, dass der Kreißsaal unserer Geburtsklinik nicht klimatisiert ist. Hauptsache, dieses Baby macht sich endlich auf den Weg zu uns. So gerne ich schwanger bin – jetzt, mit dem Beginn der 41.Schwangerschaftswoche, möchte ich ganz offiziell nicht mehr. #mimimi #schwanger #entbindungstermin #duedate #schwangerschaft #julibaby #schwanger2018 #bauchbild #pregnantbelly #bellyupdate #julibaby2018 #schwangerschaft #pregnancy #40weekspregnant

A post shared by ✮ Vivi ✮ (@mamazweipunktnull) on

Nachdem ich am Morgen den letzten Tagebucheintrag geschrieben hatte, nähte ich noch fix ein Sommermützchen für das Baby einer Nachbarin. Nähen mit Wehen, irgendwann lass ich mir das patentieren. Der Plan sah vor, die Kinder nach dem Mittagessen zu meinen Eltern zu bringen und dann zum geplanten Kontroll-CTG ins Krankenhaus zu fahren. Ich überlegte noch, ob ich den am Vorabend nicht gegessenen Döner nachholen sollte, entschied mich dann aber (glücklicherweise!) dagegen, weil die Kinder keine Dönerfans sind und die größte Schwester sich Königsberger Klopse gewünscht hatte. [Zu meiner Verteidigung muss ich erwähnen, dass der Döner, von dem hier ständig die Rede ist, nach McFlurry in der ersten und Dosenpfirsich in der zweiten nun das Essensgelüst meiner 3. Schwangerschaft war!]

Gegen 12 Uhr begann ich zu kochen und wechselte dabei ständig zwischen der Chefkoch-App und dem Wehen-Tracker hin und her:

11:56, 12:05, 12:18, 12:27, 12:31, 12:45.

Noch gut auszuhalten, aber intensiver. 12:30 Uhr war das Essen fertig. Trotz ursprünglich großen Hungers (Ich zu meinem Mann: „Mach 2 Beutel Reis, ich hab Hunger!“) schaffte ich nur eine Kinderportion und musste während des Essens schon regelmäßig Pausen einlegen, weil der harte Bauch mich nicht mehr kleckerfrei zu meinem Teller vorbeugen ließ. Plötzlich konnte ich kaum erwarten, dass die Familie auch endlich aufgegessen hatte. Nanu, wo kam diese innere Unruhe auf ein Mal her…?

Nach dem Essen stand ich auf mit den Worten: „Kinder, Schuhe an, geht los!“

Mein völlig überrumpelter Mann wagte noch, ein Veto einzulegen: „Hä? Trinken wir keinen Kaffee mehr? Außerdem muss ich noch meine Haare föhnen und die Küche aufräumen!“

Ich erwiderte knapp: „Haare föhnen ja, alles andere nein. Ich will JETZT gehen.“

Wer schon eine Geburt erlebt hat, kann sich vielleicht an dieses Gefühl erinnern: während einer Wehe wäre man gerne augenblicklich im Krankenhaus, lässt die Wehe nach, hat man noch alle Zeit der Welt. Als angehender Dreifachpapa hatte er auf jeden Fall eines gelernt: Hochschwangeren besser nicht widersprechen, haha.

Wir brachten die Kinder zu meinen Eltern, die bis dato noch davon ausgegangen waren, dass wir nur zur angekündigten Kontrolle ins Krankenhaus fahren würden. 13:10 Uhr steckte ich der Nachbarin noch das genähte Baby-Mützchen in den Briefkasten und informierte sie darüber per Whatsapp. Kurz nach halb 2 kamen wir im Krankenhaus an, im Auto veratmete ich nur eine oder zwei Stufe-2-Wehen und lief völlig problemlos und ohne Atem-Pausen vom Parkplatz bis zum Kreißsaal. Eine andere Schwangere stand ebenfalls wartend und mit Mutterpass in der Hand vor der Kreißsaaltür und es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis uns nach dem Klingeln die große Tür geöffnet wurde. Den Kopf heraus streckte eine Hebamme, die auch gerade einem Märchenfilm entsprungen hätte sein können. Walpurga guckte mich fragend an, während ich erklärte, Drittgebärende mit einigermaßen regelmäßigen Wehen zu sein und heute eh Entbindungstermin zu haben. Sie rollte mit den Augen (ich schwöre!) und sagte:

„Wir haben gerade alle Hände voll zu tun, nehmen Se erst mal im Wartezimmer draußen Platz. Für ne Entbindung seh’n Sie mir noch zu freundlich aus! Aber wenn die Presswehen einsetzen, klingeln Se noch mal am Kreißsaal, hahaha.“

Bumms, Tür zu. Wenn die da schon gewusst hätte, dass sie mit ihrem „Witz“ so falsch nicht gelegen hat!

Im Wartezimmer veratmete ich noch eine Wehe, scherzte mit meinem Mann über die Hebammenhexe und wurde anschließend in ein sog. Vorwehen-Zimmer ans CTG gehangen. Walpurga untersuchte mich etwas unsanft und stellte fest, dass der Muttermund erst bei 2-3cm und der Gebärmutterhals noch nicht komplett verstrichen sei. Wäre ich Erstgebärende, würde sie mich auf jeden Fall noch mal nach Hause schicken. Stattdessen überlegte sie laut, ob wir ggf. in 2 Stunden wiederkommen könnten, beschloss aber glücklicherweise, erst mal provisorisch ein CTG zu schreiben.

Es war immer meine „größte Angst“, ins Krankenhaus zu fahren und wegen falschen Alarms wieder nach Hause geschickt zu werden. Bei den ersten beiden war das nicht der Fall und sie waren jeweils 3 Stunden nach der Ankunft in der Klinik auf der Welt. Sollte mich mein Instinkt bei der dritten Geburt tatsächlich so getäuscht haben?!

13.45 Uhr: Kabel und Schallknöpfe ran, Tür zu. Da saßen bzw. lagen wir nun im Vorwehen-Zimmer und lauschten dem gleichmäßigen Traben des kindlichen Herzens in meinem Bauch. Nur wenige Minuten später wurden die Wehen schlagartig stärker. Ich hielt die Hände schon vor’s Gesicht, pustete so vor mich hin und das CTG-Blatt flatterte in meinem Wind. Eine andere, sehr junge Hebamme kam kurz nach 2 rein und stellte sich vor, Walpurga hatte scheinbar Feierabend. Ich hatte gerade eine Wehe und konnte ihr gar nicht richtig zuhören, was sie bemerkte und nur meinte: „Sagen Sie einfach: Lassen Sie mich in Ruhe, ich muss atmen!“. Sie schwebte wieder aus dem Raum, ich atmete weiter und Punkt 14.15 Uhr wurde es nass auf der Liege. BLASENSPRUNG! Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es bei der letzten Geburt nach dem Blasensprung sehr, sehr schnell ging bis die Presswehen einsetzten, rief ich ein bisschen panisch und ohne Luft zu holen: „HolDieHebammeHolDieHebammeHolDieHebamme!“. Sie kam, untersuchte mich erneut – Muttermund bei 5cm – und sagte, es sei gerade in dem Moment ein Kreißsaal frei geworden, in den wir jetzt rübergehen würden. Ich schaffte mit unterwegs stehen bleiben und atmen gerade so den Weg in den direkt benachbarten Kreißsaal und blieb am Bett stehen. Die letzten beiden Kinder hatte ich unfreiwillig ohne Schmerzmittel geboren: bei der ersten war es für eine PDA zu spät, als es anfing, so weh zu tun, dass ich sie wollte und bei der zweiten bestellte ich das angepriesene Lachgas, war aber unter den Presswehen nicht mehr in der Lage, die Maske selber vor’s Gesicht zu halten, als die Schwester endlich mit dem Gerät ankam. Das war nun also mein Moment: „Ich hätte gerne Lachgas.“ – „Öhm, da gibt es ein Problem.“ Mein Running Gag! Das Gerät sei gerade in einem anderen Kreißsaal im Einsatz und sie hätten nur eines… Ach komm, auch egal jetzt!

Die Hebamme meinte, ich solle ruhig ein bisschen stehen bleiben oder rumlaufen, das täte vielen Schwangeren gut in diesem Stadium. Und wie ich noch so neben dem Bett stand, kam genau in dem Moment die erste Presswehe! Ich habe gedacht, ich schaffe es nicht mehr auf’s Kreißbett zur Entbindung! Mit Hilfe kletterte ich in der Wehenpause auf das Bett in den Vierfüßlerstand, hielt mich oben am Rand fest und biss bei der nächsten Wehe in das Stillkissen. Dieses Kind sollte einfach nur noch raus jetzt. Mir egal, ob der Muttermund schon soweit war und das CTG erst wieder an mir befestigt werden sollte. Lasst mich alle in Ruhe, ich will nicht mehr! Von hinter dem Bett hörte ich die Hebamme sagen: „Das mit dem Lachgas hätten wir jetzt eh nicht mehr geschafft..“ Und 2 Presswehen später, um 14.30 Uhr, erblickte unsere dritte Tochter das Licht der Welt. Ein Wunder, einfach nur ein Wunder, denn ein Kind füllt einen Platz in deinem Herzen, von dem du nicht wusstest, dass er leer war:

❤ Lucia Mayra Leona ❤

Lieblingstweets Juli 2018

ET minus 2, ich bin die Ungeduld in Person: dieses Baby möchte noch nicht ausziehen.

Also wenn ich schon nichts zu tun habe und für jegliche Aktivitäten fernab des Schreibtischventilators zu schwanger bin, bekommt ihr halt noch die Lieblingstweets aus dem Juli. Zeit isset ja! Viel Spaß! Ich freue mich, wenn ihr sie auch mit anderen teilt!

Die dritte Schwangerschaft

Ob ich über diese dritte Schwangerschaft auf dem Blog auch so ausführlich berichten werde, wie bei der zweiten (2014), wurde ich in den vergangenen Monaten oft gefragt.

Theoretisch ja, total gerne! Praktisch gibt es bisher genau einen Post zu diesem Thema und ich befinde mich heute bereits in der Mitte der 40. Schwangerschaftswoche. Öhm ja.

View this post on Instagram

#dickbauchdienstag aus Schwangerschaftswoche 40! Der letzte hoffentlich…? Das Baby hat nicht nur die Größe dieser riesigen Frucht 🍉 – der dicke Bauch fühlt sich auch in Etwa so an, wie die Dirty Dancing-Szene „Ich habe eine Melone getragen“. Die #Mimimi s nehmen täglich zu, von Wasser in den Füßen 💦 (Sind DAS meine Füße?! So sehen doch meine Zehen nicht aus!) über Watscheln-Extreme 👣, schlaflose Nächte weil einfach irgendwie alles wehtut bis Bück-ich-mich-oder-wird-es-auf-dem-Boden-von-alleine-verrotten…? 🙈 Bald bist du bei uns, Baby! 😍🍉 Wie geht es euch momentan, liebe Mitschwangere? (Von denen so viele schon kuscheln dürfen und gar nicht mehr schwanger sind! Gefühlt jeden Tag gibt es ein neues Julibaby in meinem Feed 😍) #schwanger #julibaby2018 #5daystogo #ssw40 #pregnancy #bumpupdate #pregnantbelly #bauchbild #schwanger2018 #julibaby #schwangerschaft #endspurt @babypicsapp

A post shared by ✮ Vivi ✮ (@mamazweipunktnull) on

Und das spiegelt eigentlich auch schon ganz gut wider, wie eine dritte Schwangerschaft in den meisten Fällen läuft: nebenher!

Beim ersten Kind checkt man täglich die aktuelle Entwicklung, freut sich über jeden Millimeter, den die zarte Knospe (laut App) wächst und kennt auf den Tag genau die aktuelle Woche der Schwangerschaft. Man liegt abends romantisch verstrahlt auf der Couch und liest dem Bäuchlein pädagogisch wertvolle Kinderbücher vor, meldet sich in der 5. Woche zum Geburtsvorbereitungskurs an, prägt das Ungeborene auf die Spieluhrmelodie und informiert sich schon mal vorsorglich über die Kurszeiten von Pekip, Babyschwimmen, Kindertanz und Turnen.

In der zweiten Schwangerschaft hat man – wenn das Zweitgeborene wie in unserem Fall mit einem Abstand von +-5 Jahren folgt –  immerhin neben der Große-Schwester-Bespaßung noch die Zeit, täglich die App zu checken, den Bauch einzucremen, zum Babybauchshooting zu gehen und einen Geschwisterkurs zu besuchen. Wöchentliche Fotos mit einem Obst, das in seiner Größe der des Embryos entspricht, und auch eine Kreißsaalbesichtigung in der Wunschklinik waren noch drin.

15 Fun-Facts zu dieser dritten Schwangerschaft:

  • Ich wusste meistens, in welcher Woche ich gerade bin. Oft. Also ungefähr.
  • Geburtsvorbereitungskurs habe ich keinen besucht. Ich weiß inzwischen, wie es geht.
  • Im Kreißsaal kenne ich mich auch ohne Besichtigung aus.
  • In der 34. Woche wurde ich von meiner Hebamme gefragt, ob ich alles soweit vorbereitet hätte. Ich habe schallend gelacht.
  • Alle Babyklamotten des zweiten Kindes sowie sämtliche Umstandsmode war einem spontanen Ich-miste-die-Schränke-aus zum Opfer gefallen, etwa 3 Monate, bevor ich schwanger geworden bin. D’oh!
  • Ich hatte in dem Jahr vor der Schwangerschaft mit viel Disziplin 15kg abgenommen bis Wohlfühlgewicht. Die und noch einige Bonuskilos sind inzwischen wieder da. Leider war ich bis zur 13. Woche im Teufelskreis „Nur solange ich esse, ist mir nicht schlecht“ gefangen und auch danach schmeckten Kohlenhydrate irgendwie besser als Gemüse, haha.
  • Ich habe (immerhin!) einen Strampler für das Baby genäht bisher.
  • Die ersten Babyutensilien sind erst vor wenigen Wochen bei uns eingezogen, in einem aggressiven Anfall von Nestbautrieb aufgrund z.T. schmerzhafter Senkwehen. Wenigstens ein Bettchen sollte man haben, oder?
  • Wir hatten noch sagenhafte 3 Babyschalen im Keller, die wir in der Zwischenzeit aus reiner Faulheit noch nicht bei Kleinanzeigen eingestellt haben. Alle 3 konnten wir bei näherer Betrachtung leider nur noch entsorgen, da es im Keller scheinbar irgendwo doch feucht gewesen sein muss…
  • Heublumensitzbad, Himbeerblättertee und Dammmassage? Nope.
  • Ich habe auch dieses Mal wieder ein Babytagebuch als Erinnerung geführt, allerdings mit meistens nur einem Eintrag pro Woche. Aber immerhin!
  • Die Frage, die mir mit Abstand am meisten gestellt wurde, war die nach dem Namen (nein, kein drittes F. Das zweite war ja schon eher „Zufall“.)
  • Die ehrlichste Reaktion auf diese dritte Schwangerschaft war: „Schwanger?! Oh Gott! …Na herzlichen Glückwunsch!“
  • Eine Babyparty wollte ich dieses Mal eigentlich nicht feiern, denn beim Dritten lässt die allgemeine Wohoo-sie-kriegen-endlich-ein-Baby-Euphorie des Umfeldes verständlicherweise ein wenig nach. Meine amerikanische Brieffreundin aus Teenagerzeiten kam mich allerdings Anfang Juli besuchen und fragte vorher ganz direkt: „Are you planning a baby shower? If not, can I have one?“. Und aus „I’ll see what I can do!“ wurde doch eine kleine aber feine pinke Feier im engsten Kreis mit schönen Erinnerungen, über die ich jetzt sehr froh bin!
  • Meine Geburtsvorbereitung bestand in der Lektüre diverser Bücher zum Thema „selbstbestimmte Geburt“ und im vorsorglichen Lackieren der Zehennägel, auch wenn Letzteres eher der Szene aus Dinner for One glich, in der der schon fortgeschritten-angetrunkene James mit der Flasche das Glas anvisiert und mit einer flotten Bewegung den Wein über der Tischdecke verteilt. Well…

Ich freue mich nicht weniger über das dritte Wunder, als über die ersten beiden, aber diese Exklusivzeit mit Mama und Bauch, die gibt es im ganz normalen Familienalltag mit zwei Kindern eben so gut wie nicht. Ihr wisst schon, diese rosa-plüschigen Momente, in denen man komplett Eins ist mit sich und dem Bauchkind, sich das Leben nach der Geburt in den buntesten Farben ausmalt und sich beim Babygeschäft-Bummel im Nestbau-Deluxe so richtig schön einstimmt auf das neue Leben – die sind irgendwie rar gewesen. Denn legt man sich mit der Spieluhr in der Hand aufs Bett, ist garantiert im nächsten Moment ein Kind in der Nähe, das das singende Tierchen genau jetzt zum Kuscheln benötigt („so lange das Baby noch nicht da ist, kann ich sie doch haben, oder?“). Legt man im Garten die Beine hoch, um zumindest innerlich ein paar Worte an das Baby zu richten und ihm gedanklich mitzuteilen, wie man sich auf seine Ankunft freut, hat sich ein Geschwisterkind gerade den Kopf an der Schaukel gestoßen und möchte auf den Schoß und „kusseln, Mama!“. Und im Babygeschäft auf der Suche nach Nuckeln, Fläschchen und Mobile läuft man Gefahr, dass die Geschwister währenddessen diverse Plüschtiere mit großen Augen und ebenso großen Preisschildern adoptieren möchten #TeamOnlineshopping. Immerhin das Vorlesen schaffen wir jeden Abend, zwar nicht exklusiv für das Ungeborene, aber so ist das, wenn man als jüngste Schwester in eine Familie hineingeboren wird.

Da sind nicht nur Mama und Papa, die auf dich warten, sondern da wird eine grooße Familie sein, die dich empfängt, die sich auf dich freut, dich in ihrer Mitte willkommen heißen und immer für dich da sein wird! Deine großen Schwestern können es kaum erwarten, mit dir zu spielen, mit dir zu lachen, zu tanzen, zu lernen und dir allerhand große-Schwestern-Blödsinn beibringen zu können ❤ Da nimmt man die fehlende Bauchexklusivzeit doch gerne in Kauf, oder? 😉

ET minus 4. Can’t wait to meet you!

Lieblingstweets Juni 2018

Zeit für die Twitterlieblinge aus dem vergangenen Monat, u.a. mit Fußball, Trump, Männern und Frauen und der BILD-Zeitung. Viel Spaß!