Die dritte Geburt

Ich würde sie als Traumgeburt bezeichnen, obwohl (oder gerade weil?) alles sehr schnell und unkompliziert über die Bühne ging. Im Vorfeld habe ich statt eines Geburtsvorbereitungskurses diverse Bücher zum Thema Hypnobirthing und selbstbestimmte Geburt gelesen. Die haben mir zwar absolut keine schmerzfreie Geburt verschafft, aber zu mehr Gelassenheit und Vorfreude auf jede Wehe (Welle) geführt. Die Atemtechniken waren mir unter der „echten“ Geburt herzlich egal, aber bei den harmloseren Wehen haben sie gut geholfen. Und so ist sie letztendlich abgelaufen: Klappe, die dritte.

Schwangerschaftstagebuch, 27.07.18, ET minus 2

„So, liebes Baby, heute ist der 27.7., ein schöner Geburtstag, findest du nicht? Und heute Abend totale Mondfinsternis! Es heißt ja, bei Vollmond und/oder besonderen Mondereignissen rennen die Frauen den Kreißsälen die Türen ein. Scheint dich allerdings herzlich wenig zu beeindrucken. Nicht mal nen harten Bauch machst du! Ich hatte mich so gefreut, als mir in der Nacht schlecht war und ich nicht schlafen konnte. Aber jetzt? Nix. Ich möchte nicht mehr, echt nicht. Es ist ein unglaublich heißer Sommer in Berlin mit 36 Grad und mehr. Alles ist warm, eng, schwitzig, eklig, dick und iihh. Komm jetzt endlich raus! Vor lauter Langeweile bestelle ich ständig Babystuff bei amaz*n. Das geht so nicht. Hopp hopp jetzt!“

Schwangerschaftstagebuch, 28.07.18, ET minus 1

„Du hast uns noch in aller Ruhe das Richtfest bei meinen Eltern feiern lassen, bei tropischen 34 Grad. Smalltalk mit den Nachbarn bei alkoholfreiem Radler: „Wann ist es denn soweit?“ – „Öh, morgen eigentlich…“ Der Bauch wird oft (harmlos) hart, aber mit echten Wehen hat das noch nicht viel zu tun. Allerdings kam beim Laufen heute sowas wie Ischias-Schmerz dazu (Nachtigall, ick hör dir trapsen…beim ersten Kind hatte ich ja keine Wehen. Nur diese schrecklichen Rückenschmerzen, wegen derer ich mich hinknien und atmen musste, hahaha) und eine winzige Zeichnungsblutung. Oha! Exakt so ging es die letzten beiden Male los. Du wirst doch wohl keine Punktlandung werden? Die totale Mondfinsternis gestern hat dich übrigens nur peripher tangiert. Wir haben alles verschlafen…“

Schwangerschaftstagebuch, 29.07.18, 08:27 Uhr, ET

„Nachdem ich gestern Abend vorsichtshalber keinen Döner mehr gegessen habe (manno!) und nicht mehr aus dem Haus gegangen bin, stattdessen einen „Survival-Übernachtungsrucksack“ für die beiden Großen gepackt habe, ist WAS passiert? Genau, die harmlosen Wehen ließen nach und wir haben so gut geschlafen wie lange nicht. Die Wehen sind – wenn sie denn kommen – intensiver als in den letzten Tagen, aber mit +- alle 20min kommen wir nicht weiter, Baby. Ab heute müssen wir alle 2 Tage ins Krankenhaus zur Kontrolle. Dass ich einen offiziellen ET mal erleben würde, hätte ich ja auch nicht gedacht. Aus gegebenem Anlass: ich habe in einem Hebammenforum (ja, man googelt auch beim 3. Mal noch, wie sich echte Wehen anfühlen, haha) gelesen, dass Wehenstärke sich in 3 Stufen einteilen lässt.

Folgende Situation: du bügelst und dein Mann guckt Fußball.

Stufe 1: Du sagst deinem Mann, dass du eine Wehe hast, bügelst aber unbeeindruckt weiter. (= Senk- oder Übungswehen)

Stufe 2: Du sagst deinem Mann, dass du eine Wehe hast, konzentrierst dich und hörst kurz auf zu bügeln. (= starke Senk- oder Übungswehen)

Stufe 3: Du sagst deinem Mann, dass du eine Wehe hast, schließt die Augen, atmest und schaltest das Bügeleisen aus. (= Eröffnungswehen, ab ins KH!)

Heute und gestern Abend war ab und zu Stufe 2, würde ich sagen. Na immerhin!“

Das sollte tatsächlich der letzte Eintrag gewesen sein…

[RÜCKBLICK]

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…dass ich das mal erleben würde: ein Kind, das am Entbindungstermin noch im Bauch ist und wenig bis keine Anstalten macht, an diesem Zustand etwas zu ändern 🙄 Das Warten macht mich mürbe; die Temperaturen draußen sind für einen hochschwangereren Kreislauf einfach nur tödlich und inzwischen ist mir auch egal, dass der Kreißsaal unserer Geburtsklinik nicht klimatisiert ist. Hauptsache, dieses Baby macht sich endlich auf den Weg zu uns. So gerne ich schwanger bin – jetzt, mit dem Beginn der 41.Schwangerschaftswoche, möchte ich ganz offiziell nicht mehr. #mimimi #schwanger #entbindungstermin #duedate #schwangerschaft #julibaby #schwanger2018 #bauchbild #pregnantbelly #bellyupdate #julibaby2018 #schwangerschaft #pregnancy #40weekspregnant

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Nachdem ich am Morgen den letzten Tagebucheintrag geschrieben hatte, nähte ich noch fix ein Sommermützchen für das Baby einer Nachbarin. Nähen mit Wehen, irgendwann lass ich mir das patentieren. Der Plan sah vor, die Kinder nach dem Mittagessen zu meinen Eltern zu bringen und dann zum geplanten Kontroll-CTG ins Krankenhaus zu fahren. Ich überlegte noch, ob ich den am Vorabend nicht gegessenen Döner nachholen sollte, entschied mich dann aber (glücklicherweise!) dagegen, weil die Kinder keine Dönerfans sind und die größte Schwester sich Königsberger Klopse gewünscht hatte. [Zu meiner Verteidigung muss ich erwähnen, dass der Döner, von dem hier ständig die Rede ist, nach McFlurry in der ersten und Dosenpfirsich in der zweiten nun das Essensgelüst meiner 3. Schwangerschaft war!]

Gegen 12 Uhr begann ich zu kochen und wechselte dabei ständig zwischen der Chefkoch-App und dem Wehen-Tracker hin und her:

11:56, 12:05, 12:18, 12:27, 12:31, 12:45.

Noch gut auszuhalten, aber intensiver. 12:30 Uhr war das Essen fertig. Trotz ursprünglich großen Hungers (Ich zu meinem Mann: „Mach 2 Beutel Reis, ich hab Hunger!“) schaffte ich nur eine Kinderportion und musste während des Essens schon regelmäßig Pausen einlegen, weil der harte Bauch mich nicht mehr kleckerfrei zu meinem Teller vorbeugen ließ. Plötzlich konnte ich kaum erwarten, dass die Familie auch endlich aufgegessen hatte. Nanu, wo kam diese innere Unruhe auf ein Mal her…?

Nach dem Essen stand ich auf mit den Worten: „Kinder, Schuhe an, geht los!“

Mein völlig überrumpelter Mann wagte noch, ein Veto einzulegen: „Hä? Trinken wir keinen Kaffee mehr? Außerdem muss ich noch meine Haare föhnen und die Küche aufräumen!“

Ich erwiderte knapp: „Haare föhnen ja, alles andere nein. Ich will JETZT gehen.“

Wer schon eine Geburt erlebt hat, kann sich vielleicht an dieses Gefühl erinnern: während einer Wehe wäre man gerne augenblicklich im Krankenhaus, lässt die Wehe nach, hat man noch alle Zeit der Welt. Als angehender Dreifachpapa hatte er auf jeden Fall eines gelernt: Hochschwangeren besser nicht widersprechen, haha.

Wir brachten die Kinder zu meinen Eltern, die bis dato noch davon ausgegangen waren, dass wir nur zur angekündigten Kontrolle ins Krankenhaus fahren würden. 13:10 Uhr steckte ich der Nachbarin noch das genähte Baby-Mützchen in den Briefkasten und informierte sie darüber per Whatsapp. Kurz nach halb 2 kamen wir im Krankenhaus an, im Auto veratmete ich nur eine oder zwei Stufe-2-Wehen und lief völlig problemlos und ohne Atem-Pausen vom Parkplatz bis zum Kreißsaal. Eine andere Schwangere stand ebenfalls wartend und mit Mutterpass in der Hand vor der Kreißsaaltür und es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis uns nach dem Klingeln die große Tür geöffnet wurde. Den Kopf heraus streckte eine Hebamme, die auch gerade einem Märchenfilm entsprungen hätte sein können. Walpurga guckte mich fragend an, während ich erklärte, Drittgebärende mit einigermaßen regelmäßigen Wehen zu sein und heute eh Entbindungstermin zu haben. Sie rollte mit den Augen (ich schwöre!) und sagte:

„Wir haben gerade alle Hände voll zu tun, nehmen Se erst mal im Wartezimmer draußen Platz. Für ne Entbindung seh’n Sie mir noch zu freundlich aus! Aber wenn die Presswehen einsetzen, klingeln Se noch mal am Kreißsaal, hahaha.“

Bumms, Tür zu. Wenn die da schon gewusst hätte, dass sie mit ihrem „Witz“ so falsch nicht gelegen hat!

Im Wartezimmer veratmete ich noch eine Wehe, scherzte mit meinem Mann über die Hebammenhexe und wurde anschließend in ein sog. Vorwehen-Zimmer ans CTG gehangen. Walpurga untersuchte mich etwas unsanft und stellte fest, dass der Muttermund erst bei 2-3cm und der Gebärmutterhals noch nicht komplett verstrichen sei. Wäre ich Erstgebärende, würde sie mich auf jeden Fall noch mal nach Hause schicken. Stattdessen überlegte sie laut, ob wir ggf. in 2 Stunden wiederkommen könnten, beschloss aber glücklicherweise, erst mal provisorisch ein CTG zu schreiben.

Es war immer meine „größte Angst“, ins Krankenhaus zu fahren und wegen falschen Alarms wieder nach Hause geschickt zu werden. Bei den ersten beiden war das nicht der Fall und sie waren jeweils 3 Stunden nach der Ankunft in der Klinik auf der Welt. Sollte mich mein Instinkt bei der dritten Geburt tatsächlich so getäuscht haben?!

13.45 Uhr: Kabel und Schallknöpfe ran, Tür zu. Da saßen bzw. lagen wir nun im Vorwehen-Zimmer und lauschten dem gleichmäßigen Traben des kindlichen Herzens in meinem Bauch. Nur wenige Minuten später wurden die Wehen schlagartig stärker. Ich hielt die Hände schon vor’s Gesicht, pustete so vor mich hin und das CTG-Blatt flatterte in meinem Wind. Eine andere, sehr junge Hebamme kam kurz nach 2 rein und stellte sich vor, Walpurga hatte scheinbar Feierabend. Ich hatte gerade eine Wehe und konnte ihr gar nicht richtig zuhören, was sie bemerkte und nur meinte: „Sagen Sie einfach: Lassen Sie mich in Ruhe, ich muss atmen!“. Sie schwebte wieder aus dem Raum, ich atmete weiter und Punkt 14.15 Uhr wurde es nass auf der Liege. BLASENSPRUNG! Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es bei der letzten Geburt nach dem Blasensprung sehr, sehr schnell ging bis die Presswehen einsetzten, rief ich ein bisschen panisch und ohne Luft zu holen: „HolDieHebammeHolDieHebammeHolDieHebamme!“. Sie kam, untersuchte mich erneut – Muttermund bei 5cm – und sagte, es sei gerade in dem Moment ein Kreißsaal frei geworden, in den wir jetzt rübergehen würden. Ich schaffte mit unterwegs stehen bleiben und atmen gerade so den Weg in den direkt benachbarten Kreißsaal und blieb am Bett stehen. Die letzten beiden Kinder hatte ich unfreiwillig ohne Schmerzmittel geboren: bei der ersten war es für eine PDA zu spät, als es anfing, so weh zu tun, dass ich sie wollte und bei der zweiten bestellte ich das angepriesene Lachgas, war aber unter den Presswehen nicht mehr in der Lage, die Maske selber vor’s Gesicht zu halten, als die Schwester endlich mit dem Gerät ankam. Das war nun also mein Moment: „Ich hätte gerne Lachgas.“ – „Öhm, da gibt es ein Problem.“ Mein Running Gag! Das Gerät sei gerade in einem anderen Kreißsaal im Einsatz und sie hätten nur eines… Ach komm, auch egal jetzt!

Die Hebamme meinte, ich solle ruhig ein bisschen stehen bleiben oder rumlaufen, das täte vielen Schwangeren gut in diesem Stadium. Und wie ich noch so neben dem Bett stand, kam genau in dem Moment die erste Presswehe! Ich habe gedacht, ich schaffe es nicht mehr auf’s Kreißbett zur Entbindung! Mit Hilfe kletterte ich in der Wehenpause auf das Bett in den Vierfüßlerstand, hielt mich oben am Rand fest und biss bei der nächsten Wehe in das Stillkissen. Dieses Kind sollte einfach nur noch raus jetzt. Mir egal, ob der Muttermund schon soweit war und das CTG erst wieder an mir befestigt werden sollte. Lasst mich alle in Ruhe, ich will nicht mehr! Von hinter dem Bett hörte ich die Hebamme sagen: „Das mit dem Lachgas hätten wir jetzt eh nicht mehr geschafft..“ Und 2 Presswehen später, um 14.30 Uhr, erblickte unsere dritte Tochter das Licht der Welt. Ein Wunder, einfach nur ein Wunder, denn ein Kind füllt einen Platz in deinem Herzen, von dem du nicht wusstest, dass er leer war:

❤ Lucia Mayra Leona ❤

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Lieblingstweets Juli 2018

ET minus 2, ich bin die Ungeduld in Person: dieses Baby möchte noch nicht ausziehen.

Also wenn ich schon nichts zu tun habe und für jegliche Aktivitäten fernab des Schreibtischventilators zu schwanger bin, bekommt ihr halt noch die Lieblingstweets aus dem Juli. Zeit isset ja! Viel Spaß! Ich freue mich, wenn ihr sie auch mit anderen teilt!

Die dritte Schwangerschaft

Ob ich über diese dritte Schwangerschaft auf dem Blog auch so ausführlich berichten werde, wie bei der zweiten (2014), wurde ich in den vergangenen Monaten oft gefragt.

Theoretisch ja, total gerne! Praktisch gibt es bisher genau einen Post zu diesem Thema und ich befinde mich heute bereits in der Mitte der 40. Schwangerschaftswoche. Öhm ja.

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#dickbauchdienstag aus Schwangerschaftswoche 40! Der letzte hoffentlich…? Das Baby hat nicht nur die Größe dieser riesigen Frucht 🍉 – der dicke Bauch fühlt sich auch in Etwa so an, wie die Dirty Dancing-Szene „Ich habe eine Melone getragen“. Die #Mimimi s nehmen täglich zu, von Wasser in den Füßen 💦 (Sind DAS meine Füße?! So sehen doch meine Zehen nicht aus!) über Watscheln-Extreme 👣, schlaflose Nächte weil einfach irgendwie alles wehtut bis Bück-ich-mich-oder-wird-es-auf-dem-Boden-von-alleine-verrotten…? 🙈 Bald bist du bei uns, Baby! 😍🍉 Wie geht es euch momentan, liebe Mitschwangere? (Von denen so viele schon kuscheln dürfen und gar nicht mehr schwanger sind! Gefühlt jeden Tag gibt es ein neues Julibaby in meinem Feed 😍) #schwanger #julibaby2018 #5daystogo #ssw40 #pregnancy #bumpupdate #pregnantbelly #bauchbild #schwanger2018 #julibaby #schwangerschaft #endspurt @babypicsapp

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Und das spiegelt eigentlich auch schon ganz gut wider, wie eine dritte Schwangerschaft in den meisten Fällen läuft: nebenher!

Beim ersten Kind checkt man täglich die aktuelle Entwicklung, freut sich über jeden Millimeter, den die zarte Knospe (laut App) wächst und kennt auf den Tag genau die aktuelle Woche der Schwangerschaft. Man liegt abends romantisch verstrahlt auf der Couch und liest dem Bäuchlein pädagogisch wertvolle Kinderbücher vor, meldet sich in der 5. Woche zum Geburtsvorbereitungskurs an, prägt das Ungeborene auf die Spieluhrmelodie und informiert sich schon mal vorsorglich über die Kurszeiten von Pekip, Babyschwimmen, Kindertanz und Turnen.

In der zweiten Schwangerschaft hat man – wenn das Zweitgeborene wie in unserem Fall mit einem Abstand von +-5 Jahren folgt –  immerhin neben der Große-Schwester-Bespaßung noch die Zeit, täglich die App zu checken, den Bauch einzucremen, zum Babybauchshooting zu gehen und einen Geschwisterkurs zu besuchen. Wöchentliche Fotos mit einem Obst, das in seiner Größe der des Embryos entspricht, und auch eine Kreißsaalbesichtigung in der Wunschklinik waren noch drin.

15 Fun-Facts zu dieser dritten Schwangerschaft:

  • Ich wusste meistens, in welcher Woche ich gerade bin. Oft. Also ungefähr.
  • Geburtsvorbereitungskurs habe ich keinen besucht. Ich weiß inzwischen, wie es geht.
  • Im Kreißsaal kenne ich mich auch ohne Besichtigung aus.
  • In der 34. Woche wurde ich von meiner Hebamme gefragt, ob ich alles soweit vorbereitet hätte. Ich habe schallend gelacht.
  • Alle Babyklamotten des zweiten Kindes sowie sämtliche Umstandsmode war einem spontanen Ich-miste-die-Schränke-aus zum Opfer gefallen, etwa 3 Monate, bevor ich schwanger geworden bin. D’oh!
  • Ich hatte in dem Jahr vor der Schwangerschaft mit viel Disziplin 15kg abgenommen bis Wohlfühlgewicht. Die und noch einige Bonuskilos sind inzwischen wieder da. Leider war ich bis zur 13. Woche im Teufelskreis „Nur solange ich esse, ist mir nicht schlecht“ gefangen und auch danach schmeckten Kohlenhydrate irgendwie besser als Gemüse, haha.
  • Ich habe (immerhin!) einen Strampler für das Baby genäht bisher.
  • Die ersten Babyutensilien sind erst vor wenigen Wochen bei uns eingezogen, in einem aggressiven Anfall von Nestbautrieb aufgrund z.T. schmerzhafter Senkwehen. Wenigstens ein Bettchen sollte man haben, oder?
  • Wir hatten noch sagenhafte 3 Babyschalen im Keller, die wir in der Zwischenzeit aus reiner Faulheit noch nicht bei Kleinanzeigen eingestellt haben. Alle 3 konnten wir bei näherer Betrachtung leider nur noch entsorgen, da es im Keller scheinbar irgendwo doch feucht gewesen sein muss…
  • Heublumensitzbad, Himbeerblättertee und Dammmassage? Nope.
  • Ich habe auch dieses Mal wieder ein Babytagebuch als Erinnerung geführt, allerdings mit meistens nur einem Eintrag pro Woche. Aber immerhin!
  • Die Frage, die mir mit Abstand am meisten gestellt wurde, war die nach dem Namen (nein, kein drittes F. Das zweite war ja schon eher „Zufall“.)
  • Die ehrlichste Reaktion auf diese dritte Schwangerschaft war: „Schwanger?! Oh Gott! …Na herzlichen Glückwunsch!“
  • Eine Babyparty wollte ich dieses Mal eigentlich nicht feiern, denn beim Dritten lässt die allgemeine Wohoo-sie-kriegen-endlich-ein-Baby-Euphorie des Umfeldes verständlicherweise ein wenig nach. Meine amerikanische Brieffreundin aus Teenagerzeiten kam mich allerdings Anfang Juli besuchen und fragte vorher ganz direkt: „Are you planning a baby shower? If not, can I have one?“. Und aus „I’ll see what I can do!“ wurde doch eine kleine aber feine pinke Feier im engsten Kreis mit schönen Erinnerungen, über die ich jetzt sehr froh bin!
  • Meine Geburtsvorbereitung bestand in der Lektüre diverser Bücher zum Thema „selbstbestimmte Geburt“ und im vorsorglichen Lackieren der Zehennägel, auch wenn Letzteres eher der Szene aus Dinner for One glich, in der der schon fortgeschritten-angetrunkene James mit der Flasche das Glas anvisiert und mit einer flotten Bewegung den Wein über der Tischdecke verteilt. Well…

Ich freue mich nicht weniger über das dritte Wunder, als über die ersten beiden, aber diese Exklusivzeit mit Mama und Bauch, die gibt es im ganz normalen Familienalltag mit zwei Kindern eben so gut wie nicht. Ihr wisst schon, diese rosa-plüschigen Momente, in denen man komplett Eins ist mit sich und dem Bauchkind, sich das Leben nach der Geburt in den buntesten Farben ausmalt und sich beim Babygeschäft-Bummel im Nestbau-Deluxe so richtig schön einstimmt auf das neue Leben – die sind irgendwie rar gewesen. Denn legt man sich mit der Spieluhr in der Hand aufs Bett, ist garantiert im nächsten Moment ein Kind in der Nähe, das das singende Tierchen genau jetzt zum Kuscheln benötigt („so lange das Baby noch nicht da ist, kann ich sie doch haben, oder?“). Legt man im Garten die Beine hoch, um zumindest innerlich ein paar Worte an das Baby zu richten und ihm gedanklich mitzuteilen, wie man sich auf seine Ankunft freut, hat sich ein Geschwisterkind gerade den Kopf an der Schaukel gestoßen und möchte auf den Schoß und „kusseln, Mama!“. Und im Babygeschäft auf der Suche nach Nuckeln, Fläschchen und Mobile läuft man Gefahr, dass die Geschwister währenddessen diverse Plüschtiere mit großen Augen und ebenso großen Preisschildern adoptieren möchten #TeamOnlineshopping. Immerhin das Vorlesen schaffen wir jeden Abend, zwar nicht exklusiv für das Ungeborene, aber so ist das, wenn man als jüngste Schwester in eine Familie hineingeboren wird.

Da sind nicht nur Mama und Papa, die auf dich warten, sondern da wird eine grooße Familie sein, die dich empfängt, die sich auf dich freut, dich in ihrer Mitte willkommen heißen und immer für dich da sein wird! Deine großen Schwestern können es kaum erwarten, mit dir zu spielen, mit dir zu lachen, zu tanzen, zu lernen und dir allerhand große-Schwestern-Blödsinn beibringen zu können ❤ Da nimmt man die fehlende Bauchexklusivzeit doch gerne in Kauf, oder? 😉

ET minus 4. Can’t wait to meet you!

Lieblingstweets Juni 2018

Zeit für die Twitterlieblinge aus dem vergangenen Monat, u.a. mit Fußball, Trump, Männern und Frauen und der BILD-Zeitung. Viel Spaß!

Brief an meine große Tochter

Foto 11.06.18, 08 44 18Mein liebes großes Mädchen,

du bist 8 Jahre alt (ja, ich weiß, du wirst im Herbst noch 9, das macht in diesem Alter einen RIESENunterschied!), gehst in die 3. Klasse und heute morgen habe ich dich zu deiner ersten richtigen Klassenfahrt verabschiedet. 5 Tage lang, ein großes Abenteuer! Du liebst Abenteuer, du liebst Verreisen und du liebst es, selbstständig zu sein. Das alles weiß ich. Und trotzdem habe ich einen dicken Kloß im Hals, wenn ich an die nächsten Tage denke. Es ist nicht so, dass ich es dir nicht zutraue oder die Über-Helikoptermama bin, aber es gab in der Vergangenheit einige Situationen, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben.

Du bist ein sehr cleveres Kind, schon immer gewesen. Du hast wahnsinnig viele Interessen und deine Begeisterungsfähigkeit und dein Enthusiasmus überraschen mich immer wieder auf’s Neue! Erwachsene staunen, wenn du erzählst, welche Länder der Erde du kennst, in welchen Weltmeeren die „Portugiesische Galeere“ zu Hause ist, was Steinmarder fressen und, dass man Spaghetti orthografisch korrekt mit „h“ in der Mitte schreibt, weil es italienisch ist. Im Orchester bist du die Allerjüngste und trotzdem sehr beliebt unter den 11- bis 13-Jährigen, weil sie deine herausragenden musikalischen Leistungen anerkennen und dich auf Grund derer schätzen.

Aber in deiner Klasse bist du die Einzelgängerin.

Die, die mit ihrer zuweilen altklugen Art bei den Gleichaltrigen aneckt und sich Sätze anhören darf wie „Wenn du so weitermachst, hast du bald gar keine Freunde mehr.“

Die, die morgens vor Schulbeginn auf den Hof kommt, sich zu einer Gruppe Mädchen aus der Klasse stellen will und hören muss: „Da kommt F., kommt, lasst uns lieber gehen…“.

Die, die jede Hofpause allein verbringt, weil sie mit dem Entenmutter-Entenkinder-Spiel der anderen nichts anfangen kann.

Die, die durch und durch eine kleine Lehrerin ist und die Korrektur einfach nicht runterschlucken kann, wenn jemand einen falschen Imperativ benutzt: „Aber Mama, ich muss das doch sagen! Ich will ihnen doch nur helfen, wenn sie es nicht wissen…“

Schon Mobbing oder noch Spaß?!

Ich würde es vielleicht nicht unbedingt als „Mobbing“ bezeichnen, das ist ein großes Wort. Aber manchmal erzählst du mir abends im Bett unter Tränen von einer Situation aus der Schule und dann kann ich nur fassungslos den Kopf schütteln, dich in den Arm nehmen, deine Tränen trocknen und uns beiden wünschen, dass du drüber stehst, dass du ein „dickes Fell“ bekommst und dir nicht zu Herzen nimmst, was die anderen sagen!

Vor Kurzem hast du den Rezitatorenwettbewerb der Grundschule gewonnen und durftest anschließend deine Schule beim Gesamtausscheid des Stadtbezirkes vertreten. Als auch dort, unter den ganzen Erstplazierten der anderen Schulen, DEIN Name auf Platz 1 genannt wurde, konnten wir alle das kaum glauben! Die beste Rezitatorin des ganzen Bezirkes!! Am nächsten Tag in der Schule wurdest du hämisch gefragt, ob du die einzige Teilnehmerin gewesen bist… Man mag das abtun als dummen Drittklässlerkommentar, aber mich treffen diese Worte, wiedergegeben aus deinem Mund, mitten ins Herz, weil ich weiß, dass du mit jeder dieser unqualifizierten Antworten beim nächsten Mal ein Stück von dir verstecken wirst.

Ich finde dich so toll, wie du bist. Und ich will nicht, dass du dich mit 8 Jahren schon verbiegen musst. Dich anpassen und verstellen musst, nur um anderen zu gefallen. Alle deine liebevollen Eigenarten gehören zu deiner kleinen-großen Persönlichkeit und sowohl die Schule als auch deine Mitschüler versuchen mit aller Kraft, dich „kleinzukriegen“ und dich in die gängige Norm zu pressen. Du bist so ein wunderbarer Mensch mit so viel Empathie, Feingefühl, Humor, mit so vielen kreativen Ideen in deinem klugen Kopf. Ich kann dich nicht vor allem beschützen, das weiß ich. Und an Erfahrungen wächst man. Das gehört zum Großwerden dazu. Auch, dass einen nicht jeder leiden und man es nicht immer allen anderen recht machen kann, wirst du im Laufe der Zeit erfahren. Aber bitte bitte bleib wie du bist und lass dich nicht die runde Form pressen, wenn du eigentlich viereckig bist! Denn im Wesentlichen sind es genau diese Ecken, die den Menschen aus- und interessant machen! Und wer nicht so rund geschliffen ist wie alle anderen, kann eben auch mal anecken. Don’t worry!

Ich hab dich lieb!

Deine Mama

Lieblingstweets Mai 2018

Die Twitterlieblinge aus dem Mai sind da, u.a. mit Royal Wedding, DSGVO, ESC und Trump. Trump geht immer. Viel Spaß!

Lieblingstweets April 2018

Erster Mai, Zeit für die Lieblingstweets aus dem April also! Diesmal u.a. mit Kitaplatz vs. neuer Mann, ein bisschen Trump, dem ECHO, Kreuzalternativen in Behörden und der diplomatischen Antwort auf die Frage nach dem eigenen Alter. Ach, und Lieblingstweets wären nicht Lieblingstweets, wenn nicht miundestens 1x der BER drin vorkäme.

Have fun!