Lieblingstweets Juni 2018

Zeit für die Twitterlieblinge aus dem vergangenen Monat, u.a. mit Fußball, Trump, Männern und Frauen und der BILD-Zeitung. Viel Spaß!

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Brief an meine große Tochter

Foto 11.06.18, 08 44 18Mein liebes großes Mädchen,

du bist 8 Jahre alt (ja, ich weiß, du wirst im Herbst noch 9, das macht in diesem Alter einen RIESENunterschied!), gehst in die 3. Klasse und heute morgen habe ich dich zu deiner ersten richtigen Klassenfahrt verabschiedet. 5 Tage lang, ein großes Abenteuer! Du liebst Abenteuer, du liebst Verreisen und du liebst es, selbstständig zu sein. Das alles weiß ich. Und trotzdem habe ich einen dicken Kloß im Hals, wenn ich an die nächsten Tage denke. Es ist nicht so, dass ich es dir nicht zutraue oder die Über-Helikoptermama bin, aber es gab in der Vergangenheit einige Situationen, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben.

Du bist ein sehr cleveres Kind, schon immer gewesen. Du hast wahnsinnig viele Interessen und deine Begeisterungsfähigkeit und dein Enthusiasmus überraschen mich immer wieder auf’s Neue! Erwachsene staunen, wenn du erzählst, welche Länder der Erde du kennst, in welchen Weltmeeren die „Portugiesische Galeere“ zu Hause ist, was Steinmarder fressen und, dass man Spaghetti orthografisch korrekt mit „h“ in der Mitte schreibt, weil es italienisch ist. Im Orchester bist du die Allerjüngste und trotzdem sehr beliebt unter den 11- bis 13-Jährigen, weil sie deine herausragenden musikalischen Leistungen anerkennen und dich auf Grund derer schätzen.

Aber in deiner Klasse bist du die Einzelgängerin.

Die, die mit ihrer zuweilen altklugen Art bei den Gleichaltrigen aneckt und sich Sätze anhören darf wie „Wenn du so weitermachst, hast du bald gar keine Freunde mehr.“

Die, die morgens vor Schulbeginn auf den Hof kommt, sich zu einer Gruppe Mädchen aus der Klasse stellen will und hören muss: „Da kommt F., kommt, lasst uns lieber gehen…“.

Die, die jede Hofpause allein verbringt, weil sie mit dem Entenmutter-Entenkinder-Spiel der anderen nichts anfangen kann.

Die, die durch und durch eine kleine Lehrerin ist und die Korrektur einfach nicht runterschlucken kann, wenn jemand einen falschen Imperativ benutzt: „Aber Mama, ich muss das doch sagen! Ich will ihnen doch nur helfen, wenn sie es nicht wissen…“

Schon Mobbing oder noch Spaß?!

Ich würde es vielleicht nicht unbedingt als „Mobbing“ bezeichnen, das ist ein großes Wort. Aber manchmal erzählst du mir abends im Bett unter Tränen von einer Situation aus der Schule und dann kann ich nur fassungslos den Kopf schütteln, dich in den Arm nehmen, deine Tränen trocknen und uns beiden wünschen, dass du drüber stehst, dass du ein „dickes Fell“ bekommst und dir nicht zu Herzen nimmst, was die anderen sagen!

Vor Kurzem hast du den Rezitatorenwettbewerb der Grundschule gewonnen und durftest anschließend deine Schule beim Gesamtausscheid des Stadtbezirkes vertreten. Als auch dort, unter den ganzen Erstplazierten der anderen Schulen, DEIN Name auf Platz 1 genannt wurde, konnten wir alle das kaum glauben! Die beste Rezitatorin des ganzen Bezirkes!! Am nächsten Tag in der Schule wurdest du hämisch gefragt, ob du die einzige Teilnehmerin gewesen bist… Man mag das abtun als dummen Drittklässlerkommentar, aber mich treffen diese Worte, wiedergegeben aus deinem Mund, mitten ins Herz, weil ich weiß, dass du mit jeder dieser unqualifizierten Antworten beim nächsten Mal ein Stück von dir verstecken wirst.

Ich finde dich so toll, wie du bist. Und ich will nicht, dass du dich mit 8 Jahren schon verbiegen musst. Dich anpassen und verstellen musst, nur um anderen zu gefallen. Alle deine liebevollen Eigenarten gehören zu deiner kleinen-großen Persönlichkeit und sowohl die Schule als auch deine Mitschüler versuchen mit aller Kraft, dich „kleinzukriegen“ und dich in die gängige Norm zu pressen. Du bist so ein wunderbarer Mensch mit so viel Empathie, Feingefühl, Humor, mit so vielen kreativen Ideen in deinem klugen Kopf. Ich kann dich nicht vor allem beschützen, das weiß ich. Und an Erfahrungen wächst man. Das gehört zum Großwerden dazu. Auch, dass einen nicht jeder leiden und man es nicht immer allen anderen recht machen kann, wirst du im Laufe der Zeit erfahren. Aber bitte bitte bleib wie du bist und lass dich nicht die runde Form pressen, wenn du eigentlich viereckig bist! Denn im Wesentlichen sind es genau diese Ecken, die den Menschen aus- und interessant machen! Und wer nicht so rund geschliffen ist wie alle anderen, kann eben auch mal anecken. Don’t worry!

Ich hab dich lieb!

Deine Mama

Lieblingstweets Mai 2018

Die Twitterlieblinge aus dem Mai sind da, u.a. mit Royal Wedding, DSGVO, ESC und Trump. Trump geht immer. Viel Spaß!

Lieblingstweets April 2018

Erster Mai, Zeit für die Lieblingstweets aus dem April also! Diesmal u.a. mit Kitaplatz vs. neuer Mann, ein bisschen Trump, dem ECHO, Kreuzalternativen in Behörden und der diplomatischen Antwort auf die Frage nach dem eigenen Alter. Ach, und Lieblingstweets wären nicht Lieblingstweets, wenn nicht miundestens 1x der BER drin vorkäme.

Have fun!

Lieblingstweets März 2018

Zeit für Lieblingstweets, im März mit Heimat-Horst, BER, Drachen unter der Duscheund Karfreitagsbuße! Viel Spaß beim Lachen!

Nummer 3

Wie viele Monate schiebe ich diesen Post jetzt schon vor mir her… obwohl es mir eigentlich ein Bedürfnis ist, darüber zu schreiben. Aber kennt ihr das, wenn die richtigen Worte fehlen?

Gestern Abend las ich den Artikel von Halima über ihren 3. Kinderwunsch, den sie sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr erfüllen möchte, obwohl er da ist. Und plötzlich hatte ich das Gefühl, es ihr schuldig zu sein, unserer Nummer 3.

20.11.2017

„Nachdem ich 3 Tage gefangen war in einer Seifenblase, in der die Welt einfach angehalten hat und die Zeit um mich herum still stand, sickert jetzt so langsam in mein Bewusstsein, was ich vor 72 Stunden erfahren habe: ich bin schwanger.“

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Mit dem Kinderwunsch ist das ja so eine Sache. Beim ersten Kind war ich noch sehr jung, 22 Jahre alt. Ich habe zu dieser Zeit gerade mein Musikstudium beendet und bekam nach dem Abschluss also erst mal unsere Tochter. Als sich nach etwa 3 Jahren der Gedanke an ein Geschwisterchen bemerkbar machte (ringsherum plötzlich nur noch Schwangere, Babys, Kinderwägen, hach – ihr kennt das!), dauerte es geschlagene anderthalb Jahre, viele Auf und Abs und eine Fehlgeburt, bis sich Tochter Nummer 2 endlich auf den Weg machte. Mama, Papa, 2 Kinder. 4er-Familie. Komplett, also? Ich erinnere mich noch gut an die 2. Schwangerschaft und die ersten Wochen mit dem Neugeborenen, in denen ich nicht nur 1x wehmütig dachte: „Das soll das letzte Mal gewesen sein?“. Ich lief mit unserer frisch geborenen Tochter auf dem Arm einen Tag nach der Geburt über die Wöchnerinnenstation des Krankenhauses, atmete ihren Babyduft ein und mir kamen die Tränen. Meine letzte Geburt, mein letztes Baby??

Die ersten Monate mit Nummer 2 – ach was sag ich, to be honest: die ersten anderthalb Jahre – gestalteten sich als wahre Herausforderung. Das ruhige, ausgeglichene, zufriedene Baby, das die große Schwester mal gewesen ist, war hier nur ein ferner Wunschtraum. Dieses zweite Kind schlief nicht oder nur sehr selten. Es forderte immer 150% Aufmerksamkeit, es schrie und ließ sich nur schwer beruhigen, es war die meiste Zeit unzufrieden mit sich und der Welt. Da halfen kein Osteopath, keine Federwiege, keine Globuli und erst recht kein „So-lernen-Kinder-schlafen-(ohne schreien lassen)-Buch. Ich war am Ende, sowohl körperlich als auch psychisch. Dieses Baby verlangte mir alles ab und die Doppelbelastung Selbstständigkeit und Familie + Schlafentzug brachte mich sehr nah an meine Grenzen.

Der Gedanke an ein mögliches 3. Kind war demzufolge in sehr, sehr weite Ferne gerutscht. Ok, ich bin Anfang 30. Es ist noch nicht so, dass die biologische Uhr wahnsinnig laut tickt. Aber würde ich das irgendwann später überhaupt noch ein Mal schaffen? Noch mal die anstrengende erste Zeit? Was, wenn das Dritte wieder nicht schlafen würde? Rückblickend muss ich zugeben, dieser 3. Kinderwunsch war trotzdem da. Die ganze Zeit über. Er war versteckt in einer der hintersten Ecken und gut verschlossen. Aber er war da. Ich begnügte mich mit dem Gedanken „Vielleicht in ein paar Jahren noch einen Nachzügler“, ahnte aber insgeheim, dass wenn die Kinder erst groß sind, ich sicher nicht den Mut und die Kraft hätte, noch ein Mal „von vorne“ anzufangen. Immerhin wird unsere erste Tochter dieses Jahr 9.

Als ich dann aber im November 2017 den zweiten Strich auf dem Schwangerschaftstest gesehen und nach 3 Tagen „Schockstarre“ realisiert habe, dass sich trotz im Zeitfenster genommener „Pille Danach“ (!) ein Löwenembryo eingenistet hat, der trotz widrigster Umstände den Weg zu uns gefunden hat, wusste ich, dass wir dieses 3. Wunder bekommen werden.

Inzwischen bin ich Anfang 7. Monat, der Bauch ist nicht mehr zu übersehen und mit jedem „Hallo“ aus dem Bauch wächst die Liebe zu unserem 3. Mädchen, obwohl natürlich die Angst vor den ersten Monaten und dem möglichen Temperament der kleinen Löwin nicht weg ist! Aber in hormongetränkte, rosa Watte eingepackt ist sie momentan, haha. Ich kann nicht sagen, ob ich mich in ein paar Jahren tatsächlich noch mal bereit dafür gefühlt hätte oder ob es (vermutlich eher) bei den zwei Damen geblieben wäre. Auf jeden Fall bin ich inzwischen sehr froh, dass das Löwenbaby mir diese Entscheidung abgenommen hat. Denn dieses dritte Kind, das vielleicht auf Ewig „nur“ einen wir-sind-noch-nicht-vollständig-Platz in meinem Herzen gehabt hätte, hat nun einen Platz in meinem Bauch gefunden. Und darüber könnte ich nicht glücklicher sein!

Welcome to the family, little one!

Lieblingstweets Februar 2018

Hier sind sie mit etwas Verspätung, die Lieblinge aus dem Februar, mit aktueller Politik, Valentinstag, arktischem Frühlingsanfang, Karneval, Petting, Topmodels und öffentlichen Verkehrsmitteln. Have fun!